Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fabriken richtig planen

17.03.2009
Die neue Fabrikhalle steht, da fällt dem Besitzer auf, dass einiges schief gelaufen ist: Die Tore müssten auf der anderen Seite sein und die laufende Produktion benötigt mehr Platz als gedacht.

Eine neue Richtlinie für Fabrikplanung der Fraunhofer-Forscher soll jetzt solche ärgerlichen Fehlkonstruktionen verhindern. Ein wichtiger Tipp: Von innen nach außen planen – und nicht umgekehrt

Wer eine Fabrik plant, muss sich vorher über ihr Innenleben klarwerden: Wo werden die Maschinen stehen? Wie viel Platz brauchen sie und wie hoch müssen die Decken sein? Erst anschließend sollte ein Architekt nach diesen Anforderungen das Gebäude konstruieren. In der Realität lautet das Motto hingegen oft: Erst bauen, dann planen.

Wer eine zusätzliche Halle bauen lässt, überlegt oft erst hinterher, wie er die neu zur Verfügung stehende Fläche am besten nutzt. »Dann merken viele, dass beispielsweise eine kürzere, aber dafür breitere Halle besser gewesen wäre«, erläutert Dr. Klaus Erlach, Gruppenleiter am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart.

Einen Leitfaden, der Abhilfe schaffen soll, hat jetzt eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Erlach verfasst, gemeinsam mit Vertretern von namhaften Planungsbüros für Architektur und Fabrikplanung sowie den wichtigsten einschlägigen Forschungsinstituten. Das Werk beschreibt erstmals die einzelnen Schritte bei einer Fabrikplanung und erleichtert die Koordination zwischen Architekten und Produktionsplanern. »Das vermeidet zum Beispiel, dass das Rastermaß der Stützen zu eng geplant wird und die in der Halle gefertigten Maschinen vor ihrer Auslieferung wieder auseinander gebaut werden müssen«, berichtet Erlach über ein nicht nachahmenswertes Beispiel.

»Wir haben Ziele und Ergebnisse der einzelnen Aufgaben transparent gemacht und auch eine Begriffsklärung vorgenommen«, erläutert Erlach. Das erleichtert es auch, die Leistungsangebote verschiedener Planer miteinander zu vergleichen. Der Leitfaden ist als Richtlinie des Vereins deutscher Ingenieure (VDI) unter dem Namen »VDI 5200: Fabrikplanung – Planungsvorgehen« erschienen. Er richtet sich an alle, die Fabriken bauen oder umbauen wollen.

Denn auch bei der Erweiterung einer bestehenden Fabrik gelten die gleichen Regeln wie bei einem Neubau: Ganz wichtig ist die Idealplanung zu Beginn. Dabei blendet man die schon stehenden Gebäude vollkommen aus und betrachtet nur die neu zu bauende Halle. Erst hinterher wird überprüft, wie sich die neue Produktionsstätte am besten in den vorhandenen Gebäudekomplex integrieren läßt. »Wer sich von Restriktionen löst, kommt auf ganz andere Ideen«, begründet Erlach das Vorgehen.

Die Richtlinie gliedert sich in Meilensteine, die im Laufe einer Fabrikplanung erreicht werden sollen – von der Zielsetzung der Fabrik bis hin zu der Phase, in der die Produktion bereits wie geplant läuft. Der VDI hat das Werk mit dem Qualitätsmerkmal »Richtlinie des Monats« ausgezeichnet.

Dr. Klaus Erlach | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht BAUFRITZ-Musterhaus - Tradition im hier und jetzt: Heimat 4.0
07.05.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Gute Raumakustik in Arbeitsumgebungen: Konzentrierter arbeiten im Büro
02.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics