Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitales Bauen noch Zukunftsmusik

06.08.2015

Studie ermittelt Stand und Potenziale digitaler Planungs- und Fertigungsmethoden

Building Information Modeling (BIM) beschreibt die komplett digitale Planung von Gebäuden, vom Entwurf bis zur Inbetriebnahme. Diese Planungsmethode bietet die Chance, Bauprojekte präziser, effizienter, günstiger und nachhaltiger abzuwickeln. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer IAO zeigt, dass die Baubranche in der Praxis von der durchgängig digitalen Prozesskette aber noch weit entfernt ist.


Digitales Bauen ist noch Zukunftsmusik

© Fraunhofer IAO

Die Vorteile und Potenziale von »Building Information Modeling (BIM)« in der Wertschöpfungkette Bau liegen auf der Hand: Die am Bau beteiligten Akteure haben Zugriff auf die gleiche Datenbasis, können sich besser koordinieren, Ausführungsvarianten durchspielen und diskutieren sowie jederzeit Live-Daten zu Kosten, Mengen und Zeitabläufen abrufen.

Klingt in der Theorie gut, aber wie sieht es in der Praxis aus? Nutzen die Akteure im Bauwesen heute schon digitale Planungs- und Fertigungsmethoden? Welche Probleme bestehen in den Bauprozessabläufen und welche Chancen sehen die Beteiligten in der Methode des BIM?

BIM bisher vorwiegend in Großprojekten im Einsatz

Antworten auf diese Fragen hat das Fraunhofer IAO mittels einer Online-Umfrage unter knapp 400 Personen gesucht. Neben Planern und Fachplanern waren ausdrücklich Ausführende und Subunternehmer, die an Schnittstellen im Bauprozess agieren, zur Teilnahme eingeladen.

Die Kernaussagen der Studie in Kürze:

- Jeder fünfte Befragte kennt die Planungsmethode BIM nicht
- Jeder zweite befragte Planer (Generalplaner, Architekt, Fachplaner) arbeitet immer anhand von 2D-Zeichnungen, egal ob analog oder digital
- In 29 Prozent der Aufträge zur Fertigung von Bauteilen dienen 2D/3D-Planungsdaten immer oder häufig als Grundlage für ein eigenes Modell
- Jedes dritte Unternehmen mit Projektvolumen von über 25 Millionen € arbeitet bereits nach der BIM-Methode

Von der durchgängig digitalen Prozesskette ist die Baubranche in der Praxis also noch weit entfernt. Die meisten Büros sind mit 2D-Dateien und Papierplänen zufrieden und sehen auch keinen Anlass, sich mit anderen Planungsmethoden zu befassen – auch aufgrund der hohen Softwarekosten, die sich die überwiegend kleinstrukturierte Planerlandschaft nicht leisten kann.

Die Zukunft des Bauens ist digital

Doch in Zukunft führt kein Weg an BIM vorbei. Das sehen die Befragten auch selbst so und fürchten, dass es bei öffentlichen Aufträgen schon bald gesetzliche Vorschriften diesbezüglich geben könnte. Je eher sich die betroffenen Unternehmen also mit der Thematik befassen, desto besser. Denn nur wer die Planungsmethode richtig einführt und nutzt, kann auch das volle Potenzial der 4D- und 5D- Planung entfalten und verliert nicht den Anschluss an die digitale Prozesskette der Baubranche.

Unter folgendem Link kann die Studie kostenlos heruntergeladen werden: http://www.detail.de/fileadmin/uploads/BIM-Studie_CKH__150706.pdf

Ansprechpartner:

Steffen Braun
Urban Systems Engineering
Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart, Germany
Telefon +49 711 970-2022
E-Mail steffen.braun@iao.fraunhofer.de

Dr. Alexander Rieck
Urban Systems Engineering
Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart, Germany
Telefon +49 711 970-5478
E-Mail alexander.rieck@iao.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.fucon.eu - Informationen zum Innovationsnetzwerk FUCON 4.0
http://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/ueber-uns/presse-und-medien/1623-digitales-...

Juliane Segedi | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Doppelhaus mal anders - Elegantes Glas-Ensemble am Hang
02.05.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Bauübergabe der ALMA-Residencia
26.04.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten