Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leben an der Seidenstraße

27.06.2005


Rekonstruktion von Agrar- und Bautechniken in China

... mehr zu:
»China »Seidenstraße

Die Eurasienabteilung des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin (DAI) führte im April 2005 zusammen mit chinesischen Archäologen eine interdisziplinä-re Feldforschung in China durch, um die Holzhäuser in einer heute waldarmen Region zu dokumentieren. Sie soll Aufschluss geben über Zusammenhänge von Material und Bautechniken, Baustruktur, Siedlung und Wohnen in diesen trocke-nen Gebieten. Teil der Forschergruppe war auch die Technikethnologin Dr. Mareile Flitsch von der TU Berlin.

Zwei Brüder, so eine jahrhundertealte Sage, kamen mit Erde, Wasser und einem Koran im Gepäck auf einem weißen Kamel aus Mittelasien nach China. In Xunhua, nahe der Provinzhauptstadt von Qinghai, wurde es an einer Quelle zu Stein, die Brüder ließen sich dort nieder und gründeten das Volk der Salar. Der weiße Stein ragt noch immer aus der Quelle neben der Moschee, doch Wissenschaftler stellten fest, dass die Salar von Turkmenen abstammten, die nach 1368 entlang der Seidenstraße nach Qinghai kamen.


Neben den rund 90 000 sunnitischen Salar siedeln in diesem Gebiet sechs weitere Völker in verschiedenen Regionen entlang des Ufers des Gelben Flusses und seiner Ausläufer als Bauern und Viehzüchter. Mittelpunkt des Dorfes ist das hohe Minarett der Moschee. Die Salar gelten als die strengsten Muslims Chinas. Sie bauen flache Häuser aus Lehm. Nur in einer Region mit ehemals bewaldeten Bergen findet man zweistöckige Holzhäuser mit Wänden aus mit Lehm verstrichenen Weidenzweigen.

Die Wissenschaftler vermaßen und zeichneten die Bauten, bestimmten und datierten ihre Holzteile. Über Interviews mit Gehöftbewohnern dokumentierte Mareile Flitsch die Wohngeschichte der Gehöfte, Innensichten auf Bautechnik und Alltag der Salar, darunter auch die sozial-technische Raumnutzung. Die Publikation der ersten Ergebnisse der Geländebegehung ist für Sommer 2005 geplant.

PD Dr. Mareile Flitsch forscht derzeit an der TU Berlin im VW-Projekt "Alltagstechniken Chinas" und übernimmt ab Juli 2005 in Vertretung von Dr. Welf Schnell die Arbeitsstelle Geschichte und Philosophie der chinesischen Wissenschaft und Technik der TU Berlin. Sie ist Mitglied im "steering committee" von EARTH (Early Agricultural Emnants and Technical Heritage), ein multidisziplinäres Projekt, das kürzlich von der European Science Foundation (ESF) bewilligt wurde. Bereits seit den 80er-Jahren arbeiten Natur-, Technik- und Geisteswissenschaftler in dem Projekt zur präindustriellen Agrargeschichte. Sie erforschen Fragen der Rekonstruktion der Landwirtschaft, des Gebrauchs und der Bedeutung von Artefakten, der Flurformen oder bestimmter Agrartechniken.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dr. Mareile Flitsch, Technische Universität Berlin, Institut für Philosophie, Wissenschaftstheorie, Wissenschafts- und Technikgeschichte, VW-Projekt Alltagstechniken Chinas, Tel.: 314-22680, E-Mail: Mareile.Flitsch@tu-berlin.de

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2005/pi151.htm
http://www.tu-berlin.de/~alltag-china/
http://www.earth.arts.gla.ac.uk

Weitere Berichte zu: China Seidenstraße

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Schaltbare Flüssigkeiten verbessern Energieeffizienz von Gebäuden
16.01.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Mit mikroskopischen Luftblasen dämmen
15.01.2018 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie