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Mehr Qualität für Holzlacke

09.09.2004


Holz im Außenbau und seine Beschichtungsstoffe sind der steten Unbill des Wetters ausgesetzt. Um zu häufiger Renovierung vorzubeugen, sollten nicht nur Architekten und Fassadenbauer auf Haltbarkeitssiegel achten. Die grundlegende Euronorm wird derzeit überarbeitet.


© Fraunhofer WKI - Bevor ein neues Beschichtungsmittel zum umfangreichen Prüfprozedere antreten darf, muss es auf Holzproben gesprüht werden. Besteht es die Tests, erhält das Produkt das EN-Siegel.




So urig eine wettergegerbte Almhütte auch aussehen mag - irgendwann zerstören Hitze, Kälte, Regen und Sonne selbst das besonders witterungsbeständige Lärchenholz. Farben und Lacke sollen Abbauprozesse an den meisten Hölzern im Außenbereich möglichst wirksam verzögern und natürlich selbst dem Wetter lange trotzen. Blättern die Holzbeschichtungen nach Meinung des Hausbesitzers zu früh ab, sitzt er im Extremfall dem Lackproduzenten vor Gericht gegenüber. Auch Lackierunternehmer, Produzenten von Gartenmöbeln oder Architekten wollen am Ende nicht den Schwarzen Peter in der Hand halten. Daher lohnt es sich bereits bei der Auswahl eines Produkts, auf Haltbarkeitssiegel zu achten. Ein solches vergibt das Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI seit zweieinhalb Jahren. Es basiert auf der verbindlichen, aber nicht zwingend einzuhaltenden europäischen Norm DIN EN 927 (Beschichtungsstoffe und Beschichtungssysteme für Holz im Außenbereich). Alle fünf Jahre - und in diesem Monat - wird sie überarbeitet.

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"Ein wesentlicher Wunsch der Produzenten von Beschichtungsprodukten ist eine Norm mit mehr Praxisnähe", betont der Ausschussvorsitzende und Leiter der WKI-Abteilung für Oberflächentechnologie Guido Hora. "Es werden also insbesondere die Probengeometrien und Materialcharakteristiken in den Teilen 3 und 5 der Norm neu definiert werden müssen." Teil 5 beschreibt, auf welche Weise im Labor der Feuchteschutz an beschichteten Hölzern ermittelt und bewertet wird. Teil 3 - vor kurzem eingeflossen in ISO 16053 - gibt vor, wie die Versuchsbedingungen im Freiland unter realen Wetterbedingungen durchzuführen sind. Ein weiteres Beispiel, womit sich die Mitglieder des Ausschusses bei ihrer Revision auseinandersetzen müssen: Wie von Gartenmöbeln leidlich bekannt, neigen Lacke und Farben dazu, ihren Geist von den Holzkanten her aufzugeben. "Zwar dürften im Außenbereich überhaupt keine schärferen Kanten auftreten, doch wird dies oft einfach missachtet", erzählt Hora aus seiner Praxis. "Um für diese Kantenflucht in Streitfällen nicht in die Pflicht genommen werden zu können, müssen wir nun einen minimal zulässigen Kantenradius definieren. Er wird schließlich wohl bei zwei bis drei Millimetern liegen."

Will ein Hersteller auf seinem neuen Holzaußenanstrich das Gütesiegel prangen sehen, muss sein Produkt die verschiedenen Tests bestehen. Dafür kann er seine eigene FuE-Abteilung bemühen, die oft genau nur dies tut: prüfen - bei ständig umfangreicher werdenden Anforderungen. Ebenso kann er jedoch die Dienstleistungen eines unabhängigen und zertifizierten Prüfinstituts wie dem WKI in Anspruch nehmen.

Ansprechpartner:

Dr. Guido Hora
Telefon: 05 31 / 21 55-3 73
Fax: 05 31 / 21 55-9 02
guido.hora@wki.fraunhofer.de

Sandra Hennecke
Telefon: 05 31 / 21 55-3 15
sandra.hennecke@wki.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut, WKI
Bienroder Weg 54 E
38108 Braunschweig

Beate Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.wki.fraunhofer.de

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