Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tunnel und Trassen ökologisch bauen: Neue Technik schützt Klima und Natur

25.06.2004


Niedersächsisches Unternehmen will innovatives Verfahren entwickeln - Beitrag zum Hochwasserschutz - DBU fördert mit 205.000 Euro

Der Bau von Tunneln und Straßen- oder Bahn-Trassen ist kompliziert: Hunderte von Kubikmetern Erde müssen bewegt, der Grundwasserspiegel abgesenkt, die Baugrube mit Beton und Stützwänden abgesichert werden. Mithilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) will die Tief- und Baugeräte Gesellschaft Wallenhorst (Niedersachsen) nun eine Bauweise entwickeln, die ohne diese eigentlich überflüssigen Hilfsbauwerke auskommt und die Umwelt schont. "Bei erfolgreicher Entwicklung könnten Entsorgung und Transporte von ausgehobenem Erdreich sowie der Betonbedarf um fast die Hälfte verringert werden", so DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde heute beim offiziellen Projektstart. Gelinge das neue Verfahren, leiste es einen wesentlichen Beitrag zum Natur-, Klima-, Lärm- und Hochwasserschutz. Die DBU fördert das Vorhaben mit 205.000 Euro.

Tunnel, die offen gebaut werden, müssen bislang mit massiven Stützwänden abgesichert werden, die bis zu 20 Meter in die Tiefe reichen. Das Grundwasser wird in der Baugrube abgesenkt, der Boden ausgehoben und eine meterdicke Sohle aus Unterwasserbeton eingezogen. In diese Art Hülle wird dann der eigentliche Tunnel gebaut. Ist die Arbeit erledigt, müssen die Stützwände und der Unterwasserbeton allerdings im Erdreich bleiben, obwohl sie für den Tunnel keine Funktion haben. Mit Folgen für den Natur- und Hochwasserschutz, denn solche Bauten beeinflussen die Grundwasserströmungen massiv.

Ziel der Wallenhorster Firma ist, künftig zur Baugrubensicherung eine mobile Wand ohne spezielle Grundwasserabdichtung aufzustellen, die je nach Baufortschritt versetzt werden kann und Grundwasserabsenkung und den Einsatz von Unterwasserbeton überflüssig macht. Eine spezielle Maschine stellt segmentweise die jeweiligen Blöcke des Bauwerks her, senkt sie in der Baugrube auf die erforderliche Tiefe ab und fixiert sie durch Flüssigbeton, den sie unter die Tunnelsegmente presst. Brickwedde: "Bei dem neuen Verfahren können bei einer lichten Tunnelöffnung von elf Metern je Meter Tunnellänge 90 Kubikmeter Beton und 22,5 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das sind mit Blick auf das Treibhausgas, das zur Erderwärmung beiträgt, mehr als zwei Drittel der Menge, die ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt in Deutschland pro Jahr verursacht." Beim Bau eines Straßentrogs und eines Trogbauwerks an einer Bahntrasse soll das neue Verfahren seine Praxistauglichkeit unter Beweis stellen.

Die Technologie eröffne gegenüber der herkömmlichen Bauweise erhebliche Möglichkeiten zur Verminderung der Umweltbelastungen. Es handele sich um einen vorbeugenden Ansatz, der den Umweltschutz und eine verminderte Beeinträchtigung der Natur in die neuartige Bauweise integriere. Brickwedde: "Trogbauwerke an sich sind wichtige Elemente einer ökologieverträglicheren Verkehrsgestaltung. Da sie häufig in einem sensiblen Umfeld errichtet werden, kommt sowohl den Grundwasserfragen als auch der Halbierung der baulichen Gründungs- und Transportleistungen ein erheblicher ökologischer Stellenwert zu."

Dr. Wolfgang Thomas | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: Hochwasserschutz Trassen Tunnel Unterwasserbeton

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Neueinschätzung der Erdbebengefährdung Deutschlands
13.06.2018 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

nachricht Im Herzen der Stadt
06.06.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rätselhaftes IceCube-Ereignis könnte von Tau-Neutrino stammen

19.06.2018 | Physik Astronomie

Automatisierung und Produktionstechnik – Wandlungsfähig – Präzise – Digital

19.06.2018 | Messenachrichten

Überdosis Calcium

19.06.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics