Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Forschungsprojekt entwickelt Strategien für eine effiziente Flächennutzung - Stadtregionen als Planspielteilnehmer gesucht

24.05.2004


In Deutschland wird täglich eine Fläche von 105 Hektar für Siedlungszwecke umgewidmet. Das entspricht etwa der Größe von 150 Fußballfeldern. Welche Möglichkeiten gibt es, die Flächeninanspruchnahme zu stoppen und gleichzeitig die notwendige wirtschaftliche Dynamik nicht auszubremsen? Welche Lösungswege bieten sich für Stadtregionen an, um die Ziele der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zu erreichen?



Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, wird diese Problematik im Rahmen des dreijährigen Forschungsprojekts "Fläche im Kreis - Kreislaufwirtschaft in der städtischen/ stadtregionalen Flächennutzung" in Kooperation mit der Projektgruppe Stadt + Entwicklung, Leipzig, und der Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse (sofia), Darmstadt, untersuchen. Beauftragt wurde das Difu vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)/Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW). Anhand von Planspielen in fünf Stadtregionen sollen Akteure aus Verwaltung, Immobilienwirtschaft, Industrie, Gewerbe, Handel sowie anderer gesellschaftlicher Gruppen gemeinsam mit der Forschungsgruppe Strategien für die anzustrebende Flächenkreislaufwirtschaft entwickeln.



Es soll ein geeigneter Policy-Mix erarbeitet werden, der es erlaubt, unter verschiedenen Rahmenbedingungen und der Berücksichtigung rechtlicher, planerischer und fiskalischer Instrumente die Ziele der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zu erreichen: Reduzierung der Flächeninanspruchnahme auf 30 Hektar pro Tag sowie Vorrang für die Innenentwicklung. Dabei geht es um die Inanspruchnahme alter und neuer Flächen, im Sinne einer "Kreislaufwirtschaft", wobei das Flächenrecycling stärker als bisher zum Tragen kommt.

Vorgesehen sind drei Planspiel-Varianten:

- Status quo: mittelfristige Strategie der Flächenkreislaufwirtschaft unter aktuellen Rahmenbedingungen sowie absehbaren Änderungen - Zeithorizont 2010,

- Innovativer Instrumenteneinsatz zur Steuerung von Wachstumsprozessen: langfristige Strategie der Flächenkreislaufwirtschaft unter den Bedingungen eines akzentuierten Instrumentenwechsels, also die Erprobung neuer Instrumente unter veränderten Rahmenbedingungen (Zeithorizont 2020),

- Innovativer Instrumenteneinsatz zur Steuerung von Umbau- und Rückbauprozessen: langfristige Strategie der Flächenkreislaufwirtschaft unter den Voraussetzungen einer gewandelten Nutzungsphilosophie. Umsetzung eines geordneten Rückbaus (Zeithorizont 2020).

Die Planspiele werden auch durch die Erstellung ausgewählter Expertisen vorbereitet. Expertisen sind zu Flächenpotenzialen, zur Brachflächenthematik, zu internationalen Erfahrungen im Flächenrecycling sowie zu ökonomischen, rechtlichen und planerischen Instrumenten und entsprechenden Akteuren einer Flächenkreislaufwirtschaft vorgesehen. Sie sollen Wissen aus Fachdiskussion bündeln, um auf dieser Basis konkrete Fragestellungen für die Konzeption der verschiedenen Planspielvarianten ableiten zu können.

Die Auswahl der fünf Stadtregionen wird auf der Basis einer Ausschreibung erfolgen. Um die komplexen Anforderungen an eine stadtregionale Flächenkreislaufwirtschaft zu
berücksichtigen, werden hierbei die spezifischen Entwicklungsdynamiken (Wachstum, Rück- und Umbau), verschiedene Raumkategorien (Verdichtungsräume, Stadt-Umland-Bereiche, ländliche Räume) sowie Gemeindegrößen (Groß-, Mittel- und Kleinstädte) von Stadtregionen der alten und neuen Bundesländer berücksichtigt. Gesucht werden innovationsfreudige Gebietskörperschaften, die das strategische Ziel einer deutlichen Minderung der Flächeninanspruchnahme im Sinne einer Flächenkreislaufwirtschaft aktiv verfolgen. Interessenten für das Planspiel können sich mit dem Difu in Verbindung setzen, um weitere Informationen zu erhalten.

Die Ergebnisse dieses im Rahmen des "Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus" (ExWoSt) geförderten Vorhabens werden in verschiedenen Veröffentlichungen in bundesweiten Veranstaltungen und öffentlichen Workshops in den beteiligten Stadtregionen sowie auf den Webseiten des BBR und in einer eigenen Homepage der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen sowie der Ausschreibungstext zu dem bis Ende 2006 laufenden Projekt sind im Internet zu finden. Interessenbekundungen müssen bis zum 15. Juli 2004 an das Difu gerichtet werden, ausführliche Bewerbungen sind bis zum 13. August 2004 erbeten.

Kontakt:

Dr. Fabian Dosch, Telefon: 01888/4012-307, Fax: -260, E-Mail: Fabian.Dosch@bbr.bund.de
Dipl.-Ing. agr. Thomas Preuß, Telefon: 030/39001-265, Fax: -241, E-Mail: preuss@difu.de

Sybille Wenke-Thiem | idw
Weitere Informationen:
http://www.flaeche-im-kreis.de
http://www.difu.de

Weitere Berichte zu: Flächenkreislaufwirtschaft Flächennutzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Modernes, ökologisches Familienhaus für Naturverbundene
03.08.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Die Stadt wird zur Bühne und Häuser zu Leinwänden
03.08.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten