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Sonnenlicht als Hauptlichtquelle

18.12.2003


Sieht aus wie eine ganz normale Büroleuchte, bringt aber Sonne pur: der "Sonnenfänger" bescheint Räume mit natürlichem Tageslicht und blendet nicht bei der Bildschirmarbeit.


Lass’ die Sonne rein: Durch ein kleines Südfenster werden die Sonnenstrahlen nach einem speziellen System in den Raum gelenkt und dort gleichmäßig verteilt.


System sammelt Tageslicht für Innenräume. Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) förderte mit rund 155.000 Euro.

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Graue Wolken, Nieselregen, kurze Tage: Es ist schwierig, in den Wintermonaten einen Sonnenstrahl zu erhaschen. Doch nicht nur in der dunklen Jahreszeit haben die wenigsten einen Platz an der Sonne. "Wir gehören zu der ersten Generation, die Dreiviertel ihres Lebens in künstlichem Licht verbringt, sei es zu Hause oder im Büro", sagt Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück. Dabei hätten zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt, wie wichtig Sonnenlicht für den menschlichen Biorhythmus und die Gesundheit ist. "Deshalb brauchen wir neue Beleuchtungstechnologien, die Licht für eine biologische Stimulation liefern, ohne mehr Energie zu verbrauchen als künstliche Lichtquellen", so Brickwedde. Die Freiburger Firma Spectral GmbH hat nun mit einer DBU-Unterstützung von rund 155.000 Euro einen "Sonnenfänger" entwickelt, der Büros statt mit Glühbirnen mit natürlichem Tageslicht beleuchten und noch dazu Energie sparen kann.

Sonnenlicht als Hauptlichtquelle im BüroGemeinsam mit den Firmen BSR Bomin Solar Research (Lörrach) und Jungbecker (Olpe) entwickelten die Freiburger zwei Varianten, die Sonne als Hauptlichtquelle in Räumen zu nutzen. "Das Prinzip des Sonnenfängers ist einfach, aber wirkungsvoll", sagt Paul Heinrich Neuhorst, Geschäftsführer der Spectral GmbH. "In die Südwand eines Gebäudes integrieren wir ein flaches Fenster, das nicht größer als ein Viertel Quadratmeter ist. Das Licht wird entweder auf ein Linsensystem oder auf eine so genannte Lichtleiterplatte konzentriert und gleichmäßig im Raum verteilt. Beide Varianten", erklärt Neuhorst, "sehen aus wie eine stilvolle, längliche Bürodeckenlampe."


Beleuchtung nach der Sonnenuhr

Dafür, dass zu jeder Tageszeit ausreichend Licht gespendet wird, sorgen Lamellen im Inneren des Systems. Sie werden über einen Sensor und einen kleinen Motor so gesteuert, dass sie sich im Laufe des Tages stets nach der Sonneneinstrahlung richten. Sollte das Tageslicht einmal nicht ausreichen, springt eine herkömmliche Leuchte ein, die in den Sonnenfänger integriert ist.

Bis zu 102 Kilowattstunden Strom jährlich sparen

Neuhorst sieht seinen Sonnenfänger klar im Vorteil gegenüber anderen Systemen, die Tageslicht für die Bürobeleuchtung abschöpfen. "Der Sonnenfänger braucht wenig Platz, ist wartungsfrei und langlebig, kann fest in die Fassade eingebaut werden und sieht dabei noch gut aus", sagt der Spectral-Chef. Ein weiterer Vorteil bestehe darin, dass natürliches Licht nicht bei der Bildschirmarbeit blende. Hinzu komme der Energiespareffekt: Im Vergleich zu Büro-Leuchtstoffröhren spare der Sonnenfänger bis zu 102 Kilowattstunden Strom jährlich, so Neuhorst - so viel, wie ein Kühlschrank in einem Jahr verbraucht.

Mit Sonne "chronisch unterversorgt"

Kaum zu überbieten sei der Wohlfühl-Faktor von Sonnenlicht. "Was das natürliche Tageslicht betrifft, sind wir chronisch unterversorgt", sagt Neuhorst, "sogar im Sommer." Gerade dann würden in Büros die Jalousien herabgelassen, um sich vor Hitze und blendender Sonne zu schützen, und stattdessen Leuchten angeknipst. Kunstlicht decke jedoch nur einen Bruchteil des Strahlenspektrums der Sonne ab. Der Sonnenfänger hingegen liefere das volle Spektrum, das eine angenehme Raumatmosphäre schaffe und vitalisierend wirke. Beides könne zur Verhinderung von Zivilisationskrankheiten beitragen.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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