Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Thermoskanne für das Haus

01.04.2003


Autos und Häuser haben eines gemeinsam: Sie verbrauchen Energie in Form von Öl oder Gas. Beim Pkw soll durch Leichtbauweise und verbesserte Motorentechnik Sprit eingespart werden und auch Häuslebauer müssen in Zukunft ihr Heim umweltschonender gestalten: Vergangenes Jahr ist in Deutschland die Energie-Einsparverordnung EnEV in Kraft getreten, die bei Neubauten Niedrigenergiestandards zur Regel macht. Bei Altbauten soll der Heizbedarf ebenso gesenkt werden. Neben einer genügsamen Heizanlage spielt die Wärmedämmung die größte Rolle. Der Dämmstoff der Zukunft könnte das Vakuumisolationspaneel (VIP) werden.


Hier wird ein Fußboden mit VIPs isoliert. Bei gleicher Wirkung sind die Vakuumplatten deutlich dünner als herkömmliche Dämmstoffe.
© ZZWancor, Schweiz



Solche Platten kommen bisher vorwiegend in Kühlgeräten zum Einsatz. Im Hausbau werden sie vermehrt dazu verwendet, um Flachdächer zu isolieren. VIPs funktionieren nach dem Prinzip der Thermoskanne: Wird die Luft aus dem Hohlraum des doppelwandigen Gefäßes abgepumpt, lassen Wärmeleitung und Konvektion drastisch nach. Eine Verspiegelung reduziert die abgestrahlte Wärme. Die ebenfalls silbrigen VIPs sind in Kunststofffolie vakuumverpackte Dämmstoffe wie gepresste Kieselsäure. »Ihr Vorteil liegt im Raumgewinn«, erklärt Dr. Klaus Noller vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising. »Denn Paneele mit zwei Zentimetern Stärke dämmen so gut wie 20 Zentimeter Mineralfasern.« Gemeinsam mit drei weiteren Fraunhofer-Instituten und der Porextherm Dämmstoffe GmbH in Kempten will der Manager des IVV-Geschäftsfelds »Funktionsfolien« die Paneele fit für den Einsatz im gesamten Baubereich machen.

... mehr zu:
»Dämmstoffe »IVV


Das derzeit größte Problem ist die Lebensdauer. Dringt durch die Folie langsam Luft ein, lässt die isolierende Wirkung nach. »In Kühlschränken hält die Wirkung etwa 15 Jahre an. Im Hausbau hingegen benötigt man Folien, die mindestens 50 Jahre sicher dichthalten«, betont Noller. Dazu werden mehrlagige polymere Ultrabarriereschichten weiterentwickelt, die außerdem mechanisch fest sein müssen. »Aber selbst wenn die Folie beschädigt wird, isolieren die in VIPs verwendeten Dämmstoffe immer noch besser als herkömmliche Materialien«, verspricht Hannes Reisacher, Geschäftsführer von Porextherm.

Neben ihren VIPs stellen die Wissenschaftler vom IVV stellvertretend für den Fraunhofer-Verbund Polymere Oberflächen POLO weitere Projekte vom 8. bis 10 April in Nürnberg vor: Auf der EUROPEAN COATINGS SHOW in Halle 1 am Gemeinschaftsstand 151.

Ansprechpartner:
Dr. Klaus Noller
Telefon 0 81 61 / 4 91-5 15
Fax 0 81 61 / 4 91-5 55

Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV
Giggenhauser Straße 35
85354 Freising

Dr. Joh. Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ivv.fraunhofer.de/index_d.html
http://www.ivv.fraunhofer.de/load.html?/mainframes/germany/business/gf2_index.html
http://www.porextherm.com/

Weitere Berichte zu: Dämmstoffe IVV

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Additive Fertigung: Bauteile völlig neu denken
02.12.2016 | Hochschule Landshut

nachricht Kombination von Isolierung und thermischer Masse
01.12.2016 | Fraunhofer Institute for Chemical Technology ICT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie