Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wald - immer besser - Waldstrategie 2020 veröffentlicht

28.09.2011
Nach einem längeren Abstimmungsprozess hat die Bundesregierung nun die "Waldstrategie 2020" veröffentlicht und damit die Ziele der nächsten Dekade für den Wald in Deutschland abgesteckt. Der Strategie liegen die drei Hauptsäulen der Nachhaltigkeit zugrunde: Wirtschaftliche Nutzung, soziale Entwicklung und ökologische Stabilität.

Die Zielsetzung für den deutschen Wald ist dabei ambitioniert. Er soll nicht nur Holz, sondern auch alle anderen Leistungen nachhaltig bereitstellen.

Klimaschutz und Trinkwassergewinnung, Artenvielfalt und Hochwasserschutz, als Arbeitsplatz und als Rohstofflieferant: Die unterschiedlichsten Ansprüche werden an den Wald gestellt und die sind nicht immer konfliktfrei.

Daher müssen möglichst sinnvolle Lösungen gefunden werden, um die vielfältigen Aufgaben optimal zu erfüllen. Und das bei zusätzlichen Risiken durch den Klimawandel, gerade auch für die Fichte als unserem wichtigsten Nutzholzbaum.

Dabei ist der Wald gleichzeitig einer der wichtigsten Helfer im Klimaschutz: Er entlastet die Atmosphäre um 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.

Der Bereich der Ökologie umfasst daher neben Biodiversität und Naturschutz auch die Fragen der Stabilität des Ökosystems Wald. Dazu gehört der Waldbau als aktive Entwicklung stabiler Wälder und die Jagd zum Schutz der nächsten Waldgeneration vor Verbissschäden. Auch der Schutz des Bodens gehört dazu, nicht zuletzt auch gegen die noch immer wirksamen Säureeinträge aus der Luft, und damit auch der Schutz des Grundwassers, denn Wald ist Filter und wichtige Quelle unseres Trinkwassers.

Die Ansprüche der Gesellschaft beziehen sich aber auch auf den Wald als Ort der Erholung wie auch der ökologischen Bildung. Gleichzeitig ist der Wald eine außerordentlich wichtige Rohstoffquelle mit einem jährlichen Zuwachs von weit über 100 Millionen Kubikmeter Holz. Wald und Holz sind damit für viele Waldbesitzer und Beschäftigte sowohl Arbeitsplatz als auch Ansatzpunkt einer naturbezogenen Wertschöpfung über mehrere Verarbeitungsebenen. 1,2 Millionen Arbeitsplätze und ein Jahresumsatz von 168 Milliarden Euro im Bereich des Clusters Forst und Holz zeigen die Bedeutung für die Volkswirtschaft.

Hier zeichnen sich aber auch Probleme ab. Denn vor allem die Nachfrage nach Nadelholz wird durch die Wälder in Deutschland langfristig nicht mehr voll gedeckt werden können. Nadelholz spielt aber gerade in der Bauwirtschaft eine wichtige Rolle. Die zukünftige Aufgabenstellung wird daher besonders in der Effizienzsteigerung sowohl bei Nutzung von Holz zur Energieerzeugung als auch bei der stofflichen Nutzung von Holz liegen. Gleichzeitig soll die Menge des Holzeinschlages im Rahmen der Nachhaltigkeit erhöht werden, das heißt bis zum Niveau des jährlichen Holzzuwachses.

Bei der Erhaltung der Biodiversität hat der Wald ebenfalls eine zentrale Rolle. Diese Aufgabe erfüllt der Wald schon heute besser als die meisten anderen Flächennutzungen. Das Ziel liegt hier in der weiteren Optimierung der Erhaltung der Artenvielfalt und der Entwicklung wichtiger Lebensräume.

Die gemeinsame Entwicklung von Schutz und Nutzung entspricht dem dynamischen Potenzial des Ökosystems Wald. Besondere Herausforderung wird dabei die erhöhte Nachfrage nach Holz bei weiter zunehmenden Anforderungen an die Naturschutzleistungen des Waldes sein.

Rainer Schretzmann | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de
http://www.bmelv.de/waldstrategie2020

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft
06.12.2016 | Steinbeis-Europa-Zentrum

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie