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Schnelle Messung von pH-Werten im Ackerbau

15.12.2009
Neues Forschungsprojekt der Fachhochschule Osnabrück gestartet

Forschung für die Landwirtschaft: Wissenschaftler der Fachhochschule (FH) Osnabrück testen, ob und auf welche Weise die automatische Messung von unterschiedlichen pH-Werten auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sinnvoll einsetzbar ist. Das Forschungsprojekt mit dem Titel "Erfassung der räumlichen Variabilität der pH-Werte im Boden zur Optimierung acker- und pflanzenbaulicher Maßnahmen" wird gefördert vom Land Niedersachsen und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

"Bisher ist es üblich, dass für eine pH-Wert-Untersuchung von Ackerböden zunächst Bodenproben per Hand entnommen werden müssen, die anschließend in ein Labor geschickt und dort analysiert werden. Dieses aufwändige Verfahren erschwert es, teilflächenspezifisch Ackerflächen auf pH-Wert-Unterschiede im Boden zu untersuchen", erklärt Projektleiter Prof. Dr. Dieter Trautz den Hintergrund. "Eine genaue Kenntnis des pH-Wertes ist jedoch notwendig, um ein bestmögliches Pflanzenwachstum zu gewährleisten: Ist der Wert zu hoch oder zu niedrig, kann beispielsweise die Nährstoffaufnahme der angebauten Nutzpflanzen eingeschränkt sein" ergänzt Prof. Dr. Hans-Werner Olfs, der 2. Leiter des Forschungsvorhabens. Um optimale Erträge zu erzielen, muss der pH-Wert auf der gesamten Fläche optimal an die Ansprüche der Pflanzen angepasst sein.

Mit Hilfe eines speziellen Messgerätes - des "VERIS Mobile Sensor Platform" (VERIS MSP) - ist es möglich, zwischen fünf und zehn Hektar Ackerfläche in einer Stunde zu testen, indem das Gerät mit Hilfe eines Traktors über den Acker gezogen wird. Dabei werden bis zu fünfzig Bodenproben je Hektar in einer Tiefe von acht bis zehn Zentimetern auf ihren pH-Wert untersucht und diese Daten gespeichert. Eine spezielle Computersoftware zeigt mithilfe der mitgespeicherten GPS-Koordinaten an, wie sich die pH-Werte und somit der Kalkbedarf auf der Fläche verhalten.

Auf den Flächen des Versuchsbetriebes der Fakultät "Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur" der FH wird nun untersucht, wie zuverlässig diese automatische Methode ist und inwiefern hiesige Landwirte und Agrarunternehmen sie im Alltag einsetzen können. Zu diesem Zweck wird zudem ein Anwendungsleitfaden entwickelt. Kooperationspartner des Forschungsprojektes sind unter anderem die B&L Dienstleistungen Balgenort-Lingemann GbR aus Osnabrück, die landwirtschaftlichen Betriebe Westrup-Koch Acker GbR aus Bissendorf und Iburgshof aus Belm, die Amazonen-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG, die ppm Agrarberatung aus Verden sowie die Loges Kalk- und Kreidewerke aus Söhlde.

Miriam Riemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-osnabrueck.de

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