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Optimale Hopfenbewässerung: Den Durst des Durstlöschers löschen

12.05.2011
Beim Hopfenanbau Zeit, Energie und Wasser sparen – DBU stiftet rund 318.000 Euro

Die frühsommerlichen Temperaturen locken in diesen Tagen viele Menschen in die Biergärten, um eine kühle „Hopfenkaltschale“ zu genießen. Was viele nicht wissen: Deutschland ist der weltweit größte Hopfenproduzent. Auf rund 18.500 Hektar wird die wichtige Grundzutat für Bier angebaut.

„Um Ertrags- und Qualitätsschwankungen abzufedern, werden Bewässerungssysteme oft nach Gefühl betrieben. Das führt zu überhöhtem Grundwasserverbrauch. Zudem werden Nährstoffe aus dem Boden ausgespült, wo sie eigentlich benötigt werden – und gelangen ins Grundwasser, wo man sie nicht haben will“, erläuterte heute Prof. Dr. Sebastian Peisl von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) in Freising das Problem. Deshalb fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) nun ein Projekt zur Verbesserung des Bewässerungsmanagements an der HSWT mit rund 318.000 Euro.

„Zur Bewässerungssteuerung bei Hopfen gibt es bisher kaum wissenschaftlichen Untersuchungen, obwohl es zunehmend bewässerte Flächen gibt. Verläuft das Projekt erfolgreich, kann mit geringem Arbeitsaufwand die Wassermenge zu jedem Entwicklungszeitpunkt des Hopfens optimal dosiert werden. Das spart Wasser, Energie und Zeit – und entlastet die Umwelt deutlich“, erklärte DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde. Da die zu erwartenden Verbesserungsvorschläge für alle Systeme gelten würden, könnten 100 Prozent aller Anbaubetriebe erreicht werden.

„Hopfen wächst bis zu sieben Meter hoch und bildet ein sehr spezielles Wurzelsystem. Das erfordert andere Bewässerungsverfahren als bei den meisten anderen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen“, erklärte Peisl die Herausforderung des Projektes. „Wir wollen den genauen Wasserbedarf der Pflanze und die optimale Tropfsystemanordnung ermitteln, um die Erträge zu sichern und zeitgleich die Umwelt zu schonen.“ Aus den gewonnenen Erkenntnissen werde man ein Computerprogramm für eine Pilotanlage entwickeln und sie unter Praxisbedingungen testen.

Die HSWT und die daran angegliederte Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan, die einen Forschungsschwerpunkt für Bewässerungstechnik und -steuerung hat bearbeitet das Projekt zusammen mit dem Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung - Arbeitsbereich Hopfen - der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising. Die LFL kooperiert wiederum mit der privaten „Gesellschaft für Hopfenforschung“ – deren Mitglieder Brauereien, Hopfenhändler und Hopfenpflanzer sind.

So sei die Verbreitung der Forschungsergebnisse gesichert, betonte Peisl. Nach Projektende soll das neue Verfahren vom Projektpartner ATEF Euringer & Friedl aus Oberhartheim möglichst zur kommerziellen Marktreife gebracht werden. Zudem würden die für die Praxis relevanten Ergebnisse in einem „Bewässerungsleitfaden“ zusammengefasst und allen Hopfenbetrieben zur Verfügung gestellt.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/123artikel31599_335.html

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