Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Moderne Rinderanlage zur Untersuchung des Kuhbedarfs von morgen

21.09.2012
Leibniz-Institut für Nutztierbiologie feiert Tag der Offenen Tür
mit Übergabe der neuen Experimentalanlage Rind durch Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus

Nach einjähriger Bauzeit wird am Sonnabend, 29. September 2012, um 10.00 Uhr am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Anwesenheit von Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern, die neue Experimentalanlage Rind feierlich übergeben. Die aus fünf Teilobjekten, einem Lauf-, einem Melk- und einem Abkalbestall, einem Testraum für Verhaltensuntersuchungen sowie einem Sozial- und Versorgungstrakt bestehende Anlage bietet für 70 Wissenschaftler künftig ideale Arbeits- und Forschungsbedingungen.


Foto (FBN): Nach nur einjähriger Bauzeit ist der Neubau bezugsfertig und kann am Tag der Offenen Tür besichtigt werden.


Foto (FBN): Die neuen Wiegetröge für Futter und Wasser ermöglichen eine tierindividuelle Futter- und Wasseraufnahme im Lauf- und Abkalbstall.

Die Forscher erhalten beispielsweise mittels Verhaltensbeobachtungen Einblick in die Emotionen und Stimmungen der Tiere und ermitteln, ob und wann sie sich wohlfühlen, um eine tiergerechte Haltung zu gewährleisten. Darüber hinaus ermöglicht es die gewählte Modulbauweise, verschiedene Szenarien des prognostizierten Klimawandels in Hinsicht auf verschiedene Anpassungsstrategien der Tiere bzw. auf die Minderung der kuhbezogenen Treibhausgasemission zu untersuchen. Die Gesamtinvestitionskosten des Neubaus belaufen sich auf insgesamt 2,9 Millionen Euro. Er wurde zu gleichen Teilen aus Mitteln von Bund und Land finanziert.

Die Eröffnung findet im Rahmen des „Tages der Offenen Tür“ statt, der mit einem unterhaltsamen Programm für die ganze Familie das Thema „Rind als Forschungsobjekt“ in den Mittelpunkt stellt. Die Vertreter der Medien und die Besucher des Tages der offenen Tür sind recht herzlich zur Eröffnung und Besichtigung der neuen Einrichtung eingeladen.

Das ausführliche Programm zum Tag der Offenen Tür steht online unter
https://idw-online.de/pages/de/news489889 zur Verfügung.

„Mit der neuen Versuchsanlage ergeben sich für uns nicht nur an einem attraktiven Standort wesentlich verbesserte Bedingungen, um signifikante Beiträge für die großen globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, der weltweiten Ernährungssicherung und des Klimaschutzes, zu leisten, sondern auch unsere international ausgerichteten Forschungsschwerpunkte an Rindern auf einem hohen Niveau fortzusetzen“, erläuterte Prof. Manfred Schwerin, Vorstand des Instituts.
„Mit dem Neubau des Tagungszentrums 2008, der Übergabe des Modelltierlaboratoriums im vergangenen Jahr und der Eröffnung der Experimentalanlage Rind ist es uns gelungen, das FBN im Vorfeld des 20-jährigen Jubiläums 2013 mit modernster Infrastruktur auf dem Weg zu einem Spitzenforschungsstandort in Europa auszustatten.“

Die Haltung der Tiere erfolgt in einem modernen Laufstall mit Tierstreuliegeboxen und Oberflurentmistung für 60 Milchkühe. Sie werden künftig ausschließlich über Wiegetröge für Futter und Wasser versorgt. Mit ihnen ist es möglich, eine tierindividuelle Futter- und Wasseraufnahme im Lauf- sowie Abkalbestall automatisch zu erfassen. Zur Bildung von

Versuchs-, Leistungs- oder Fütterungsgruppen ist eine Unterteilung der Haltungskapazität möglich.

Der Melkstall bietet Platz für einen mit 2 x 4 Melkplätzen besetzten Autotandem-Melkstand, einem Tierbehandlungsraum für Versuchseingriffe und Probeentnahmen. Weitere integrierte Bestandteile sind Klauenbäder, automatische Wiege- und Separationseinrichtungen im Rücktrieb sowie Tierbehandlungsstände.
Die Melktechnik entspricht dem neuesten Entwicklungsstand. So ist es möglich, dass im Melkprozess beispielsweise eine automatische Grunddatenerfassung zu den Hauptparametern Milchmenge, Leitfähigkeit und Blutbeimengungen erfolgen kann. Das Körpergewicht und die Aktivität der Kühe werden ebenfalls automatisch erfasst. Darüber hinaus erfolgt an den Melkplätzen eine Prozesskontrolle anhand von betriebsspezifischen Überwachungsparametern, wie die Erkennung der Euterkrankheit Mastitis über die Leitfähigkeit und Milchmenge.

Der Abkalbestall besteht aus eingestreuten Abkalbeboxen (4 x 3 Tierplätze) mit Wiegetrögen sowie weiteren 14 Tierplätzen für eine versuchsbedingt notwendige Anbindehaltung. Darüber hinaus steht erstmals für bioakustische und verhaltensphysiologische Untersuchungen ein schallisolierter Testraum zur Verfügung.
Im Sozial- und Versorgungstrakt befinden sich die Büros für die Mitarbeiter der Tierexperimentellen Anlagen.

Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie wurde 1993 als eine Stiftung öffentlichen Rechts gegründet und ist eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft. Zur ihr gehören zurzeit 86 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen etwa 16.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind ca. 7.100 Wissenschaftler, davon wiederum 2.800 Nachwuchswissenschaftler. Näheres unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.
Ansprechpartner
Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)
Wilhelm-Stahl-Allee 2, 18196 Dummerstorf
Tierexperimentelle Anlagen
Leiter: Dr. Bernd Stabenow
T +49 38208-68 912
E stabenow@fbn-dummerstorf.de
Wissenschaftsorganisation
Dr. Norbert K. Borowy
Wilhelm-Stahl-Allee 2, 18196 Dummerstorf
T +49 38208-68 605
E borowy@fbn-dummerstorf.de

Norbert K. Borowy | idw
Weitere Informationen:
http://www.fbn-dummerstorf.de
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften