Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Milchmärkte in Mittel- und Osteuropa heute und morgen

22.11.2010
Wissenschaftler diskutierten bei IAMO-Veranstaltung auf der EuroTier 2010

Der Abbau staatlicher Preisregulierungen, die Konsolidierung großbetrieblicher Strukturen und strengere Qualitätskontrollen könnten dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der mittel- und osteuropäischen Milchmärkte zu steigern.

Das ist eines der Ergebnisse der Vortragsveranstaltung „Konkurrenz oder Absatzmarkt? Entwicklung der Milchwirtschaft in Mittel- und Osteuropa“ des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa auf der EuroTier in Hannover, der weltgrößten Messe für professionelle Tierhalter.

Dort wurden Zustand und Entwicklungsperspektiven mit einem besonderen Fokus auf Belarus und die Ukraine in den Blick genommen und mit einem interessierten Publikum diskutiert. Vortragende waren die beiden IAMO-Wissenschaftler Dr. Oleksandr Perekhozhuk und Maryna Mykhaylenko sowie Dr. Mikhail Ramanovich, der als Leiter des Dairy Sector Analysis Team am IFCN Dairy Research Center tätig ist.

Die transformationsbedingte Privatisierung der staatlichen Milchbetriebe hatte in vielen mittel- und osteuropäischen Ländern eine Schwächung der Milchwirtschaft zur Folge. Ein erheblicher Anteil der Rohmilch wurde und wird von kleinen und Kleinstproduzenten hergestellt. Ein eindrückliches Beispiel hierfür ist die Ukraine, wo heute 82 Prozent der Rohmilch aus sogenannten Semi-Subsistenzbetrieben mit durchschnittlich 1,5 Kühen stammen – d.h. aus Haushalten, die einen Teil ihrer Milch für den eigenen Bedarf verbrauchen.

Diese Situation führt u.a. dazu, dass Milchverarbeitungsunternehmen häufig mit Lieferunsicherheiten und qualitativ minderwertiger Milch konfrontiert sind. Beispielsweise durch zusätzliche Preisanreize, Finanzierungs- und Weiterbildungsangebote versuchen dort die Unternehmen, diesen Problemen zu begegnen und die Zusammenarbeit mit den Produzenten zu verbessern. In der Ukraine ist die Milchproduktion für viele Bewohner ländlicher Gebiete als Einkommensquelle alternativlos.

Ein Hemmnis der Weiterentwicklung der mittel- und osteuropäischen Milchmärkte sind die niedrigen Milchpreise, die den Produzenten vielerorts trotz Nachfrageüberhang von den Molkereien gezahlt werden. Sie sind häufig die Folge einer staatlichen Politik, die versucht den Nahrungsmittelbedarf einkommensschwacher Bevölkerungsschichten zu sichern, dabei aber gleichzeitig verhindert, dass im Milchsektor kostendeckend produziert werden kann.

In einigen Punkten unterscheiden sich die mittel- und osteuropäischen Milchmärkte stark. Während beispielsweise in der Ukraine immer noch Probleme bestehen, die Milchnachfrage im eigenen Land aus heimischer Produktion zu befriedigen, ist in Belarus heute Milch das wichtigste Exportprodukt des Agrarhandels. Während zur Zeit noch 80 Produzent der exportierten Milch nach Russland geliefert werden, ist in Zukunft eine Diversifizierung der Exportländer und eine Produktionssteigerung zu erwarten. Wenn entsprechende politische Rahmenbedingungen geschaffen würden, sei das Potenzial für ausländische Investitionen in die Milchwirtschaft des Landes groß, so die Einschätzung Dr. Mikhail Ramanovichs.

Rebekka Honeit | idw
Weitere Informationen:
http://www.eurotier.de
http://www.iamo.de –

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Erstmals Studie zu Hai- und Rochenarten in deutschen Meeren
19.04.2017 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Wenn Städte immer mehr an Boden gewinnen: Wie gelingt Land- und Gartenbau südlich der Sahara?
11.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung