Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Knapp eine Million Euro für bodenwissenschaftliche Forschung

28.11.2011
Das Befahren von Waldböden bewirkt Verdichtungen, die die Funktionsfähigkeit der Böden stark beeinträchtigen können.

Es wird geschätzt, dass allein in Niedersachsen bis zu vier Prozent der Landesfläche von diesem Problem betroffen sind. Um die Bodenfunktionen auf diesen Flächen, den sogenannten Rückegassen, nachhaltig zu sichern, werden Wissenschaftler der Hochschule Osnabrück und der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hildesheim/ Holzminden/Göttingen gemeinsam praktische und planerische Maßnahmen entwickeln – angefangen von der Schadensregeneration bis zur landschaftsplanerischen Bewertung.

Für diesen Forschungsschwerpunkt hat die VolkswagenStiftung soeben Mittel in Höhe von 925.000 Euro bewilligt. Das Projekt unter dem Kurztitel RÜWOLA läuft von 2012 bis 2016. Fünf Professoren der Hochschule Osnabrück forschen zusammen mit vier Kollegen der HAWK. Sprecher ist der Osnabrücker Bodenwissenschaftler Prof. Dr. Heinz-Christian Fründ, sein Stellvertreter ist der Göttinger Forstbodenkundler Prof. Dr. Thorsten Gaertig.

„RÜWOLA geht bei der Forschungsvernetzung zwischen niedersächsischen Fachhochschulen voran“, sagt der Osnabrücker Vizepräsident für Forschung, Prof. Dr. Peter Seifert. Die Hochschule Osnabrück erhalte Anschluss an die forstwirtschaftliche Kompetenz in der HAWK und bringe als eigene herausragende Kompetenzbereiche Bodenwissenschaften und Landschaftsentwicklung in den Forschungsschwerpunkt ein.

“Die systematische Entwicklung des natürlichen Potenzials der Rückegassen ist ein spannender und bisher vernachlässigter Aspekt der Bodennutzung im Wald. Ich freue mich, dass wir nun grünes Licht bekommen haben, dieses Thema zusammen mit unseren sehr interessierten Kooperationspartnern anzugehen“, sagt Fründ.

Die Osnabrücker Mitglieder des interdisziplinären Teams sind die Professoren Rainer Blohm (Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik) und Olaf Hemker, Henning Schacht und Hubertus von Dressler (alle Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur). Kooperationspartner aus Wirtschaft und Praxis sind unter anderem die Niedersächsischen Landesforsten, die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt, Forst-Dienstleistungsbetriebe und die Landkreise Northeim und Göttingen.

RÜWOLA wird im Rahmen der Schwerpunktbildung angewandter Forschung an niedersächsischen Fachhochschulen gefördert und schließt drei Graduiertenstipendien ein. Die Promotionen erfolgen in Kooperation mit den Universitäten Freiburg, Trier und Dresden.

Das Forschungsprojekt
Das Befahren von Waldböden bewirkt Bodenschäden, die die Standortqualität nachhaltig beeinträchtigen können. Da jedoch der Einsatz von fahrenden Forstmaschinen für eine rationelle Waldbewirtschaftung unvermeidlich ist, haben Forstverwaltungen dauerhafte Befahrungslinien („Rückegassen“) eingerichtet, die in Niedersachsen zwei bis vier Prozent der Landesfläche ausmachen. Die Rückegassen zählen zur produktiven Holzbodenfläche, allerdings mit erheblicher Einschränkung von Bodenfunktionen.

Hier setzt das Forschungsprojekt RÜWOLA an. Es integriert verschiedene Aspekte, insbesondere die Schadensregeneration und die landschaftsplanerische Bewertung, und verfolgt damit einen innovativen Ansatz zum Umgang mit dem Problem der forstwirtschaftlich unumgänglichen Befahrung von Waldböden.

Ziel ist, unter dem Aspekt Schadensvermeidung die Wirkung wurzelintensiver Pflanzen auf die Tragfähigkeit der Böden bei Belastung durch Forstmaschinen zu prüfen sowie das natürliche Regenerationspotenzial der Böden systematisch zu erfassen und standortangepasste Verfahren zur biotechnischen Unterstützung der Waldbodenregeneration zu entwickeln. Darüber hinaus wird die Möglichkeit einer zusätzlichen Wertschöpfung von sich regenerierenden Rückegassen geprüft. Ein wesentlicher Bestandteil des Vorhabens ist die Abstimmung der Maßnahmen mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Belangen.

In einem interdisziplinären Ansatz unter Beteiligung von Landschaftsplanern und Forstökonomen sollen aus den Ergebnissen der Teilprojekte planerische Gestaltungsspielräume identifiziert werden, um Verfahren für die Optimierung der Wald-Feinerschließung unter Beachtung des Bodenschutzes entwickeln zu können.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Heinz-Christian Fründ
Hochschule Osnabrück, Fakultät Agrarwissenschaften & Landschaftsarchitektur
Tel. 0541 969-5052

Dr. Viola Düwert | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-osnabrueck.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Arten verschwinden, Pflanzenfraß bleibt
07.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht DFG-Projekt: Biodiversität, Interaktion und Stickstoffkreislauf in Grünlandböden
31.01.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie