Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fadenwurmbekämpfung an Gemüse im Deutsch-Niederländischen Grenzraum

20.08.2013
Vorstellung der Ergebnisse des deutsch-niederländischen INTERREG Projektes „ProGemüse“ auf Feldtag am 21.8. in 5816 AJ Vredepeel (NL)auf dem Versuchsbetrieb der Universität Wageningen (PPO), Vredeweg 1
Zeit: 12:30 - 17:00 Uhr

In der deutsch-niederländischen Grenzregion (Niederrhein – Limburg) stellt der Anbau von Gemüse einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor dar. Der intensive Anbau begünstigt, dass im Boden lebende Fadenwürmer (Nematoden) Möhren, Zwiebeln, Sellerie und andere dort angebaute Gemüsearten parasitieren und zunehmend schädigen können.

Drei Jahre lang setzten sich deutsche und niederländische Experten im Rahmen des europäischen Projektes „ProGemüse“ mit den pflanzenparasitären Nematoden im Gemüsebau auseinander. Die Resultate sollen den Gemüse verarbeitenden Unternehmen der Region helfen, ihre Produktivität zu steigern, die Gemüsequalität zu verbessern und damit den Standort für den Gemüseanbau langfristig zu sichern.

„Mit den Ergebnissen des Projektes können wir vor allem den Anbauern von Möhren in beiden Ländern ein neues einheitliches und besseres Entscheidungshilfesystem zur Verfügung stellen“, so der Projektleiter, Dr. Johannes Hallmann, vom Julius Kühn-Institut. „Dieses System stellen wir neben vielen anderen Programmpunkten auf dem Feldtag am 21. August 2013 in Vredepeel (NL) vor.“

Dr. Hallmann (JKI) freut sich, dass es durch das INTERREG Projekt möglich war, dass Praktiker, Verarbeiter, Berater und Wissenschaftler beider Länder ihr Wissen zusammentragen und ihre Erfahrungen austauschen konnten. Eines der gemeinsamen Ziele war es, Verfahren zu entwickeln, um die Nematodenschäden in beiden Ländern einheitlich erfassen zu können.

Daraus folgte die Optimierung bestehender Bekämpfungsverfahren bzw. die Entwicklung innovativer Strategien zur Bekämpfung der Nematoden für die gesamte Region. Das grenzüberschreitende Netzwerk soll auch künftig gemeinsame Lösungen ermöglichen. Die konzertierten Aktivitäten führen letztlich für alle Beteiligten zu einer Win-Win-Situation.

Der Schwerpunkt des Projektes lag bei Nematodenproblemen im Anbau von Möhren. Als Hauptschaderreger konnten auf niederländischer Seite die Nematoden Meloidogyne chitwoodi und Pratylenchus penetrans identifiziert werden. Auf deutscher Seite waren es neben P. penetrans vor allem Meloidogyne hapla und Paratylenchus spp.. In beiden Anbauregionen wurden Feldversuche mit verschiedenen Zwischenfrüchten wie Ölrettich, Sareptasenf, Tagetes, Phacelia, Sandhafer und Grünroggen angelegt mit dem Ziel, die Nematoden umweltfreundlich zu bekämpfen. Im Folgejahr wurden auf diesen Flächen Möhren angebaut und deren Ertrag erfasst.

Für die Hauptschaderreger M. chitwoodi und P. penetrans ermittelten die Wissenschaftler für die Praxis Schadschwellen. Ebenso testeten die Forscher, ob derzeit angebaute Möhrensorten gegen M. hapla resistent sind bzw. inwieweit diese Nematodenart von den Pflanzen toleriert wird.

Bisher weitgehend unbekannt als Schaderreger ist Paratylenchus bukowinensis. Für diesen Nematoden wurden das Spektrum der empfindlichen Wirtspflanzen ermittelt und das Schadpotenzial an Möhren erfasst.

Die (Fach)Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen, Feldbegehungen und Präsentationen der Projektpartner. Zu allen Kulturen wurden Faltblätter in deutscher und holländischer Sprache erstellt, die auch im Internet online zur Verfügung stehen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Details zum Projekt:
Bei dem Projekt ProGemüse handelt es sich um eine Initiative von drei Partnern aus der Industrie und drei Partnern aus dem Bereich Wissenschaft/Beratung. Das Projektvolumen von 909.990 EUR wurde durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung im Rahmen des INTERREG IV A-Programms Deutschland-Nederland finanziert, d. h. 50 % der Finanzierung kam von der EU. Jeweils 15 % übernahm das Land Nordrhein-Westfalen (Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie) bzw. die Provinz Limburg und 20 % trugen die Projektpartner als Eigenanteil bei.
Koordinator:
Dr. Johannes Hallmann
Julius Kühn-Institut (JKI) – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Fachinstitut für Epidemiologie und Pathogendiagnostik
johannes.hallmann@jki.bund.de
Weitere Informationen:
http://www.progemuese.eu
- Website Projekt ProGemuese
http://www.deutschland-nederland.eu
- INTERREG-Aktivitäten Deutschland-Niederlande

Dr. Gerlinde Nachtigall | idw
Weitere Informationen:
http://www.jki.bund.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften