Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einsparungen im Pflanzenschutz möglich

12.08.2009
Zu geringe Dosierung erhöht aber wirtschaftliches Risiko

Im integrierten Pflanzenschutz erfolgt der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nach dem Schadschwellenprinzip: Es wird erst behandelt, wenn die Kosten der Behandlung geringer sind als der mögliche ökonomische Schaden durch Ertragsverluste.

Zuvor wird jedoch geprüft, ob mechanische, biologische oder andere nicht-chemische Maßnahmen anwendbar sind. Unter Umweltgesichtspunkten ist die Einsparung von Pflanzenschutzmitteln geboten, um Kosten zu sparen. Für jeden ökonomisch wirtschaftenden Betriebsleiter auch ein finanziell wichtiges Kriterium. Unsicherheit besteht jedoch darüber, in welcher Höhe Einsparungen sinnvoll sind und wann sie eventuell sogar zu Verlusten führen.

Im Jahr 1995 angelegte Langzeitversuche wurden nun vom Julius-Kühn-Institut (ehemals Biologische Bundesanstalt) in Braunschweig ausgewertet. Im Allgemeinen hatte eine Reduzierung des Pflanzenschutzmittelaufwandes um 25 Prozent auf den untersuchten Standorten keine gravierenden Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsverluste zur Folge, so die Wissenschaftler.

Zum Vergleich wurde eine auf den Prinzipien des integrierten Landbaus basierende Dosierung nach "guter fachlicher Praxis" (Basisstrategie) jeweils in einer typischen Marktfrucht- bzw. Futterbaufruchtfolge herangezogen. Eine Reduzierung des Pflanzenschutzmittelaufwandes um 50 Prozent erhöhte dagegen das Risiko von Verlusten bei Ertrag und Wirtschaftlichkeit.

In den Langzeitversuchen führte ein genereller Verzicht auf Pflanzenschutzmittel bei Getreide zu Ertragsverlusten von 20 bis 75 Prozent, im Maisanbau von 10 bis 30 Prozent und im Kartoffelbau von ca. 25 Prozent, wobei die Höhe der Verluste je nach Standort, Bodenbearbeitung, Art und Sorte variierte.

Langzeitversuche sind deshalb so wichtig, weil nur so das langfristig notwendige Maß an Pflanzenschutzmitteln abgeschätzt werden kann. So stellte sich beispielsweise beim Einsatz von Herbiziden heraus, dass deutliche Unterschiede zur Basisstrategie erst nach fünf bis sechs Jahren auftraten. Die ständige Anwendung halbierter Herbizid-Aufwandmengen habe langfristig das Auftreten von schwerer bekämpfbaren Unkräutern gefördert.

Die Besatzstärke von Kamille-Arten verdoppelte sich nach zwölf Jahren, Kornblumen traten fünfmal so viele auf. Routinemäßige oder schematische Reduzierungen stellten daher ein hohes Bekämpfungsrisiko dar. Längerfristig könne in Weizen und Gerste eine Reduzierung von Herbiziden nur situationsbezogen erfolgen.

Eine Reduzierung des Einsatzes von Fungiziden wirkte sich bei starkem Krankheitsbefall und anfälligen Getreidesorten negativ auf den Ertrag aus. Unter günstigen Bedingungen, also schwachem bis mittlerem Krankheitsbefall und trockenen Bedingungen wurden aber umgekehrt nur geringe oder keine Mehrerträge durch die Behandlung erzielt.

Friederike Eversheim | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://nap.jki.bund.de
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie