Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Empfehlungen für eine erfolgreiche Entwicklung ländlicher Räume

22.08.2007
Wissenschaftler stellen Ergebnisse der Begleitforschung zum Modellprojekt "Regionen aktiv" vor

Rahmenbedingungen und Faktoren für eine erfolgreiche integrierte Entwicklung ländlicher Räume haben jetzt Wissenschaftler der Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Hagen, Wien (Österreich) und Darmstadt vorgestellt: Sie präsentieren die Ergebnisse ihrer zweijährigen Begleitforschung zu dem vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbrauchschutz geförderten Modellprojekt "Regionen aktiv - Land gestaltet Zukunft".

So fordern die Experten unter anderem, Regionen nicht allein auf Basis starrer Bevölkerungs- und Flächendaten zu fördern, sondern die Förderung stärker an kulturellen, naturräumlichen und wirtschaftlichen Identitätsmerkmalen auszurichten. Der Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen für die Politik ist im Universitätsverlag Göttingen erschienen.

Für das im Jahr 2001 gestartete Projekt "Regionen aktiv" hat das Ministerium 18 Modellregionen ausgewählt. Dort wurden mehr als 350 Maßnahmen mit dem Ziel initiiert, ländliche Räume durch neue Ansätze einer natur- und umweltverträglichen Landbewirtschaftung, einer stärkeren Verbraucherorientierung und der Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen sowie durch funktionierende Stadt-Land-Beziehungen zu stärken. Die Effekte des Förderprogramms haben die Experten von 2004 bis 2006 aus ökonomischer, politikwissenschaftlicher und raumplanerischer Sicht untersucht. An der Begleitforschung beteiligt waren neben den Göttinger Wissenschaftlern unter der Leitung von Prof. Dr. Max Krott auch Fachleute der FernUniversität Hagen, der ÖAR-Regionalberatungsgesellschaft (Wien) und des Forschungs- und Beratungsunternehmens SPRINT (Darmstadt).

Wie die Autoren in ihrem Abschlussbericht betonen, hat sich die Steuerung ländlicher Entwicklungsprozesse durch die Festlegung konkreter, aber flexibler Ziele bewährt. Notwendig sei jedoch eine längerfristig angelegte Entwicklungsplanung mit strategischen Leitlinien für einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren. Die Forscher schlagen außerdem vor, als neues Finanzierungsinstrument regionale Entwicklungsfonds einzurichten. Von großer Bedeutung sei zudem der Einsatz ehrenamtlicher Akteure. Ihr Engagement soll durch ein Anreizsystem gefördert werden. Die Experten fordern zugleich, Netzwerke ländlicher Entwicklung langfristig zu sichern, "um bedenkliche Wissens- und Erfahrungsverluste durch programmbedingte Einschnitte zu vermeiden".

Das Göttinger Team mit dem Politikwissenschaftler Michael Böcher und dem Geographen Sebastian Tränkner hat im Rahmen der Forschungsarbeiten am Institut für Forstpolitik, Forstgeschichte und Naturschutz unter anderem eine Methode zur Selbstevaluierung ländlicher Entwicklungsgruppen weiterentwickelt. Dafür standen Fördermittel in Höhe von rund 170.000 Euro zur Verfügung. Informationen zum Abschlussbericht "Begleitforschung ,Regionen aktiv'. Synthesebericht und Handlungsempfehlungen" können unter http://www.univerlag.uni-goettingen.de (Publikationen) im Internet abgerufen werden. Weitere Ergebnisse sind unter http://www.regionenaktiv.de abrufbar.

Kontaktadresse:
Michael Böcher, Universität Göttingen, Institut für Forstpolitik und Naturschutz,

Büsgenweg 3, 37077 Göttingen, Telefon (0551) 39-19393, e-mail: mboeche@uni-goettingen.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.regionenaktiv.de
http://www.univerlag.uni-goettingen.de

Weitere Berichte zu: Begleitforschung Entwicklung Modellprojekt Naturschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Acht europäische Länder im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer
06.01.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Kleinbauern in Afrika: Clevere Milchkühlung – dank Solar auch ohne Stromanschluss
02.01.2017 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ein neuer Index zur Diagnose einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Cockpit für Kühlgeräte

20.01.2017 | Energie und Elektrotechnik