Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Eschenpopulationen im Blick

08.08.2006
Ab sofort sind wissenschaftlich fundierte und bei der Forstverwaltung hilfreiche Richtlinien zur Auswahl nachhaltiger Samenquellen für die europäischen Eschenarten verfügbar.

Die Aufforstung und Verwaltung von Waldgebieten als Natur- und Umweltschutzmaßnahme wirft verschiedene Fragen über die Wahl der Samenquelle auf. Zur Verdichtung und Wiederherstellung vorhandener Wälder mittels der natürlichen Regenerationskraft sind Bäume mit einer guten Fortpflanzungsfähigkeit, der Fähigkeit zum Wettbewerb mit anderen Pflanzen und Anpassungsfähigkeit an künftige Umweltbedingungen erforderlich. Die lokalen Genotypen gelten bereits als gut an die örtlichen Bedingungen angepasst. Daher sind nur geringe wissenschaftliche Erkenntnisse über die Auswahl ortsfremden Pflanzmaterials vorhanden, das genetisch für den Erhalt der Artenvielfalt und die Nachhaltigkeit geeignet ist.

Das FRAXIGEN-Projekt galt den wichtigsten europäischen Eschenpopulationen und diente zur Erstellung mehrerer wissenschaftlich fundierter Richtlinien zur Auswahl von nachhaltigen Eschen-Genquellen. Zu diesem Zweck untersuchten Forscher der Universität Oxford die genetische Vielfalt in autochthonen Eschenpopulationen sowie die Kräfte, die eine solche Vielfalt bewirken. Zu diesen Untersuchungen gehörten Bereiche der Reproduktionsbiologie, das Paarungssystem sowie der Genfluss bei Eschen.

Für die Schätzung der genetischen Vielfalt innerhalb der Populationen und des Ausmaßes der Unterschiede ergänzte eine Genstudie im Labor eine Serie von Feldversuchen in einem halbnatürlichen Waldgebiet. Phänologische Untersuchungen und kontrollierte Bestäubungsexperimente lieferten Einblicke in das Potenzial jeder einzelnen Art zur Selbstbefruchtung und auch in das Potenzial der verschiedenen Geschlechter als Pollen- und Sameneltern. Die Ergebnisse wurden zu wissenschaftlichen Empfehlungen zur Wahl der Samenquellen für die drei untersuchten Eschenarten (F. excelsior, F. angustifolia, F. ornus) verarbeitet.

... mehr zu:
»Eschenpopulationen »Samen

Die Samengewinnung erfordert eine breite genetische Basis, damit die Bäume zur kurzfristigen Samenbildung fähig sind und sich an verändernde zukünftige Umgebungen anpassen können. Zu den wichtigsten Aspekten, die für eine maximale genetische Vielfalt bestimmt wurden, gehören die Anzahl der Bäume, von denen gesammelt wurde, der Abstand zwischen ihnen und die Anzahl der gesammelten Samen. Hohe Grade von Genfluss und eine starke Anpassungsfähigkeit innerhalb der europäischen Eschenarten bestätigten eine breit gefächerte Samenquelle und die vergrößerten Abstände zwischen den Samen liefernden Bäumen, von denen gesammelt wurde.

Die Schlussfolgerungen für einen langfristigen Schutz dieser Arten in Europa sollen Regierungen, dem privaten Sektor und öffentlichen Interessengruppen einen Leitfaden für die Forstverwaltung liefern.

David Boshier | ctm
Weitere Informationen:
http://www.plants.ox.ac.uk

Weitere Berichte zu: Eschenpopulationen Samen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften