Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bodenbakterien sollen Stickstoffdünger ersetzen

10.05.2000


Botaniker der Universität Würzburg arbeiten daran, die Vitalität und die Erträge von Kulturpflanzen zu erhöhen und gleichzeitig den Einsatz von Düngemitteln zu reduzieren. Dieses Ziel wollen sie durch die Optimierung eines Systems erreichen, das sich im Lauf von Jahrmillionen entwickelt hat und bei dem Bodenbakterien die Pflanzen mit Stickstoff versorgen.

Stickstoff ist ein Nährelement, das alle Pflanzen in relativ großen Mengen benötigen. In der Luft ist dieses Element reichlich vorhanden, und zwar zu rund 80 Prozent - allerdings liegt es dort in einer Form vor, welche die Pflanzen nicht direkt nutzen können. Im Boden leben aber Bakterien, die den atmosphärischen Stickstoff in eine für Pflanzen verwertbare Form überführen können. Einige dieser Bakterien kommen in enger Verbindung mit den Wurzeln nahezu aller Pflanzen vor.

Im Lauf der Evolution haben sich diese Kleinstlebewesen mit den Pflanzen zu einem Team zusammengefunden: Die Bakterien profitieren von den Photosyntheseprodukten der Pflanze und begünstigen im Gegenzug deren Wachstum. Laut Dr. Dirk Becker vom Julius-von-Sachs-Institut für Biowissenschaften der Universität Würzburg ist das unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass die Bakterien die Versorgung der Pflanze mit Stickstoff verbessern.

Form und Ausmaß der Stickstoffversorgung seien derzeit noch weitgehend ungeklärt. Man müsse diesen Prozess jedoch genau kennen, um zum Beispiel die Düngemitteldosierung an die Bedürfnisse von Kulturpflanzen anpassen zu können. Deshalb will Dr. Becker mit Hilfe molekularphysiologischer Methoden die Wechselwirkungen zwischen stickstoffbindenden Bakterien und Kulturpflanzen aufklären. Sein Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen mit rund 350.000 Mark gefördert. Es sollen Methoden entwickelt werden, mit deren Hilfe letzen Endes die fossilen Energievorräte geschont werden - die industrielle Produktion von Stickstoffdünger ist sehr energieaufwendig - und mit denen der Eintrag von Nitrat ins Grundwasser verringert werden kann.

Weitere Informationen: Dr. Dirk Becker, T (0931) 888-6108, Fax (0931) 888-6157, E-Mail: dbecker@botanik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich |

Weitere Berichte zu: Bakterien Bodenbakterien Kulturpflanze Stickstoff Stickstoffdünger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Acht europäische Länder im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer
06.01.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Kleinbauern in Afrika: Clevere Milchkühlung – dank Solar auch ohne Stromanschluss
02.01.2017 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie

Kieler Forscher koordiniert millionenschweres Verbundprojekt in der Entzündungsforschung

19.01.2017 | Förderungen Preise

Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen

19.01.2017 | Biowissenschaften Chemie