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Ampfer - Schafbeweidung erfolgreich gegen Grünlandunkraut

07.06.2006
Ampfer (Rumex obtusifolius) ist eins der hartnäckigsten Grünlandunkräuter.

Vor allem auf ungepflegten Weiden oder begüllten Wirtschaftsgrünlandflächen breitet sich Ampfer gerne aus. Der Stumpfblättrige Ampfer vermehrt sich fast ausschließlich über Samen. Daher gilt es, ihn möglichst frühzeitig zu bekämpfen. Bereits eine Pflanze auf zwei Quadratmetern gilt als Grenze. Zu hohe Güllegaben, Fahrspuren und Geilstellen sind zu vermeiden, die Grasnarbe sollte möglichst dicht sein. Eine Bekämpfung mit Herbiziden ist zwar möglich, nach neueren Bestimmungen der Agrarumweltprogramme jedoch stark reglementiert.

Am Bildungs- und Wissenszentrum Aulendorf wurde in einem fünfjährigen Feldversuch geprüft, ob die Beweidung mit Schafen das Ampferproblem auf Grünland lösen kann. Schafe verbeißen jüngere Blätter besser als ausgewachsene. Daher wurde im Versuch geprüft, wie eine vorgezogene Beweidung gegenüber einem üblichen Weideauftrieb auf die Verdrängung von Ampfer wirkt. Sobald die Ampferpflanzen im Frühjahr etwa 10 cm hoch waren und eine Blattlänge von 10 bis 15 cm erreicht hatten, wurde an ein bis zwei halben Tagen beweidet. Danach folgte die Hauptbeweidung, wenn der Pflanzenbestand 10 bis 20 cm hoch war.

Am Ende der Weidesaison erfolgte eine Nachmahd. Auf der Kontrollfläche entfiel die Vorbeweidung. Die Besatzstärke betrug 243 Schafe pro Hektar an durchschnittlich 17 Weidetagen pro Jahr und 8,6 Stunden Weidezeit. Auf beiden Flächen ist die Zahl der Ampferpflanzen stark zurückgegangen, wobei mit Vorbeweidung ein noch schnellerer Erfolg erzielt wurde. Schafe sind bei der Futteraufnahme sehr wählerisch. Bei Ampfer führte offensichtlich das häufige Beweiden zur Schwächung der Pflanzen. Dabei kam es entscheidend auf das Wuchsstadium an. Die Wissenschaftler der Versuchsanstalt kommen in einem Bericht des "landinfo" der baden-württembergischen Landwirtschaftsverwaltung zu dem Schluss, dass vor allem das Weidemanagement entscheidend dafür ist, ob und wie bestimmte Pflanzen verbissen werden.

Harald Seitz | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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