Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleiner Wurm- grosse Wirkung

16.11.2001

Regenwuermer vermindern Erosionen

Die Aktivitaet von Regenwuermern vermindert die Erosionsanfaelligkeit von Boeden. Sie sind die wichtigste Tiergruppe, die das Bodengefuege positiv beeinflusst. Auf Ackerflaechen haengt die Besatzdichte der Regenwuermer stark von der Bodenbearbeitung ab. Die Regenwuermer wiederum bestimmen die Bodenbeschaffenheit. Untersuchungen hierzu wurden vom Fachbereich Bodenkultur und Pflanzenbau der Saechsischen Landesanstalt fuer Landwirtschaft durchgefuehrt. Bei konventioneller Bodenbearbeitung trat in Beregnungsexperimenten schon kurz nach Beregnungsbeginn starker Oberflaechenabfluss auf. Bei dieser Bodenbearbeitungsvariante war die Besatzdichte an Regenwuermern im Vergleich zu den pfluglosen Varianten stark reduziert. Beim Direktsaatverfahren, das die Tiere nur wenig schaedigt, versickerte hingegen mit 87 Prozent mehr als die doppelte Menge an Wasser in den Boden.

Bei Regenwuermern wird zwischen Flach- und Tiefgraebern unterschieden. Flachgraeber leben im Oberboden bis zu einer Tiefe von etwa 60 Zentimentern. Kennzeichnend sind fuer Flachgraeber die horizontalen, staendig neu gegrabenen Roehren, welche durch Losung verfuellt werden. Tiefgraeber graben und leben in permanenten, senkrecht verlaufenden Roehren. Diese reichen von der Bodenoberflaeche bis tief in den Unterboden. Die beiden Gruppen haben durch ihre Lebensweise unterschiedliche Wirkung auf die Bodeneigenschaften. Alle Regenwuermer ernaehren sich von mikrobiell vorzersetzten Pflanzenresten an der Bodenoberflaeche, die von ihnen eingesammelt und in die Roehren gezogen werden. Im Darm der Regenwuermer werden humoses Material und Mineralboden intensiv vermischt, wodurch Ton-Humus-Komplexe entstehen. Diese sind sehr stabil, so dass die Losung, die auf der Bodenoberflaeche abgelegt wird, die Struktur des Bodens verbessert. Hierdurch verschlaemmt der Boden weniger schnell und es erhoeht sich die Regenverdaulichkeit des Bodens. Wenn bei starken Regenfaellen die normale Aufnahmefaehigkeit des Bodens erschoepft ist, kann oberflaechlich abfliessendes Wasser ueber die von den Tiefgraebern geschaffenen Roehren bis in den Unterboden abfliessen. Bei wendender Bodenbearbeitung werden die Gaenge der Regenwuermer weitestgehend zerstoert. Ausserdem wird die organische Substanz von der Bodenoberflaeche untergepfluegt und so den Regenwuermern ihre Nahrungsgrundlage geraubt. Die konservierende Bodenbearbeitung und insbesondere die Direktsaat ist daher "regenwurmfreundlicher" und kommt so auch der Bodenqualitaet zugute.

Dr. Marion Morgner | aid-PresseInfo

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Arten verschwinden, Pflanzenfraß bleibt
07.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht DFG-Projekt: Biodiversität, Interaktion und Stickstoffkreislauf in Grünlandböden
31.01.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung