Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemüse: Gesünder durch richtigen Anbau

09.06.2000


Brokkoli im

Bestand


... mehr zu:
»Brokkoli »Gemüse »Glucosinolaten »IGZ »Lutein
Sortenwahl, Anbauzeit und Düngung entscheidend

Durch geeignete Anbaumaßnahmen lässt sich bei Gemüse der Gehalt an

bioaktiven Substanzen deutlich erhöhen. Das haben Untersuchungen am Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt e. V. (IGZ) in Großbeeren bei Berlin ergeben. Zu den bioaktiven Substanzen zählen unter anderem sekundäre Inhaltsstoffe wie Geruchs- und Geschmacksstoffe sowie Ballaststoffe. Regelmäßig verzehrt, können sie dazu beitragen, das Risiko von Herz-Kreislauf-, Krebs- und Infektionserkrankungen zu senken.

Die Wissenschaftlergruppe am IGZ untersuchte vor allem Brokkoli, der besonders reich an bioaktiven Substanzen ist. So enthält diese Kohlart zum Beispiel große Mengen so genannter Glucosinolate. Diese Stoffe sind einerseits für den typischen Kohlgeschmack verantwortlich, andererseits zeigen ihre Abbauprodukte eine krebshemmende Wirkung. Neben den Glucosinolaten wird die Anti-Krebs-Wirkung des Brokkolis noch verstärkt durch seine relativ hohen Gehalte an beta-Carotin, Lutein und Vitamin C. Auch verschiedene Phenolsäuren, Flavonoide und Chlorophylle unterstützen diesen Effekt.

Bei ihren Anbauversuchen fanden die Großbeerener Wissenschaftler deutliche Sortenunterschiede. So enthalten kräftig grüne Brokkolisorten wesentlich mehr Chlorophyll, Lutein und beta-Carotin als graugrüne oder violette Sorten. Auch bei den Glucosinolaten gibt es erhebliche Sortenunterschiede.

Ein weiterer Faktor, der den Inhaltsstoffgehalt beeinflusst, ist die Witterung im Anbauzeitraum. Brokkoli, der im Herbst bei kühlem Klima angebaut wird, ist besonders inhaltsstoffreich. Niedrige Tagesmitteltemperaturen über die gesamte Kulturzeit (12-16°C) führen zu hohen Carotinoidgehalten. Bei einem Anstieg der Tagesmitteltemperatur auf mehr als 16,5 °C reduzierten sich die Gehalte bei allen untersuchten Sorten um 30 bis 60 %. Gleiches scheint auch für den Gehalt an Glucosinolaten zu gelten.

Düngungsversuche zeigten, dass die Konzentration an Glucosinolaten mit zunehmender Schwefelversorgung ansteigt. Selbst durch die Bewässerung lässt sich der Gehalt an bioaktiven Substanzen im Brokkoli steuern.

Die Agrarforscherin Ilona Schonhof vom IGZ dazu: "Aus der Sicht der Inhaltsstoffe ist Brokkoli keinesfalls gleich Brokkoli." Das Forscherteam möchte seine Untersuchungen in Anbauempfehlungen umsetzen, die es den Gartenbaubetrieben ermöglichen, künftig Brokkoli mit einem noch höheren Gehalt an ’Gesundheitsstoffen’ zu produzieren.

Um Belegexemplar wird gebeten

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Michael Welling |

Weitere Berichte zu: Brokkoli Gemüse Glucosinolaten IGZ Lutein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie