Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Baumsterben in den USA - ein Problem auch für Europa?

08.06.2005


Ein Pilz verursacht in Nordamerika seit Anfang der neunziger Jahre massive Schäden in Waldgebieten, besonders an der Kalifornischen Westküste. "Sudden oak death" (SOD) nennen die Amerikaner das durch Phythophthora ramorum verursachte Baumsterben, weil der Erreger zuerst auf absterbenden Eichen entdeckt wurde. In Europa wurde der schädliche Pilz erstmals 1993 an kranken Rhododendren und Schneeball (Viburnum) aus Baumschulen in Deutschland und den Niederlanden nachgewiesen. Seitdem stieg die Zahl der EU Länder, in denen der Schädling ebenfalls entdeckt wurde, stetig an. Wissenschaftler fanden ihn an verschiedenen Baumarten, Ziergehölzen und auch an einigen krautigen Pflanzenarten. Ab 9. Juni ist Phythophthora ramorum nun ein Thema auf der internationalen Tagung "Introduction and Spread of Invasive Species" in Berlin. Rund 160 Wissenschaftler aus 35 Nationen diskutieren drei Tage lang, wie sich diese und andere invasive Arten ausbreiten, ob von ihnen eine Bedrohung ausgeht und wie mögliche Schäden vermieden werden können.



Im Falle Phythophthora ramorum ergriffen die EU-Mitgliedsstaaten Notfallmaßnahmen, die eine Einschleppung und das Ausbreiten des Pilzes verhindern sollen. Der Import von verdächtigen Pflanzen und Holz aus den USA sowie der Handel mit anfälligen Pflanzen innerhalb der EU werden seitdem streng kontrolliert. Rhododendren, Schneeball und Kamelien dürfen nur noch mit Pflanzenpass gehandelt werden. Baumschulen, in denen ein Befall mit dem Pilz aufgetreten ist, müssen alle anfälligen Pflanzen im Umkreis von zwei Metern vernichten; Pflanzen im Umkreis von 10 Metern sowie alle zu der befallenen Partie gehörenden müssen für drei Monate in Quarantäne.



Der deutsche Pflanzenschutzdienst kontrolliert regelmäßig die Bestände in Baumschulen, Gartencentern, privaten Gärten, öffentlichem Grün und in den Wäldern. Bisher wurde der schädliche Pilz nur an Rhododendren und Schneeball gefunden, einmal auch an der japanischen Lavendelheide. An Bäumen wurde Phythophthora ramorum in der EU bisher nur in Großbritannien und den Niederlanden entdeckt, in Deutschland noch nicht. Warum der Pilz bei uns im Vergleich zu einigen anderen EU-Mitgliedstaaten so wenig zu finden ist, ist noch unklar. "Vielleicht sind die ökologischen Bedingungen hier zu schlecht", sagt Dr. Sabine Werres von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft. Viele Fragen zur Biologie und Epidemiologie des Pilzes sind noch ungeklärt und weitere Forschung ist notwendig.

Dr. Manuela Röver | idw
Weitere Informationen:
http://www.phytomedizin.org/Invasive_Symposium/index.htm
http://www.bba.de

Weitere Berichte zu: Baumschulen Baumsterben Phythophthora Rhododendren Schneeball

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive