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Benchmarking der EU-Geflügelindustrie

13.04.2005


Die EU-Geflügelindustrie sucht kontinuierlich nach Mitteln und Methoden zur Verbesserung des Produktionssystems für Mastbruthennen und der Qualität der daraus resultierenden Produkte. Das BBP-Projekt (Broiler Breeder Production - Mastbrutgeflügelerzeugung) liefert wertvolle Tools in diese Richtung.



Die hohe Produktqualität sowie die gute Gesundheit und das Wohlbefinden von Bruthennen stehen in der Geflügelindustrie an oberster Stelle. Es werden spezielle Reproduktionsschemata, Fütterungspläne, genetische Verfahren oder deren Kombination angewandt, um das hohe Qualitätsziel zu erfüllen. Obwohl eine Rationierung die Gesundheit des Geflügels und dessen Reproduktionssystem verbessern könnte, könnte sie jedoch auch zu unangemessenem Hunger führen. Ein Verständnis für die Beziehung zwischen Produktqualität und Genetik und der Ernährung von Mastgeflügel kann Licht in die potenziellen Möglichkeiten zur Qualitätssteigerung bringen.



Das BBP-Projekt richtete sich auf die Verbesserung der Produktion in einem bestehenden konventionellen Zuchtsystem, indem die Wechselwirkungen zwischen Reproduktion, Fütterungsbeschränkung und verschiedenen Genotypen von Mastbrutgeflügel untersucht wurden. Um die Kükenqualität bestimmen zu können, wurde eine Bewertungsmethode entwickelt und angewandt, um die Qualität von tagealten Küken unter verschiedenen wichtigen genetischen und ökologischen Bedingungen einschätzen zu können.

Die physikalischen Kriterien für tagealte Küken umfassen: Aktivität, Daunenbeschaffenheit, Vorhandensein von Dotter am Unterleib, Zustand von Augen, Beinen, Nabel, Haut und verbleibendem Dotter. Jedem Parameter wird gemäß seiner Wichtigkeit eine Punktzahl verliehen, der maximale Gesamtwert beläuft sich dabei auf 100. Die maximale Punktzahl von 100 bedeutet eine anomaliefreie hohe Kükenqualität, wohingegen eine Punktzahl von weniger als 100 auf eine mäßige oder schwache Qualität hindeutet.

Die Ergebnisse aus diesem Punktesystem zeigen, dass es eine Verbindung zwischen der Kükenqualität und den embrionalen physiologischen Parametern wie Wärmeproduktion gibt. Im Allgemeinen schlüpfen Küken geringer Qualität aus Eiern, die eine längere Brutzeit durchlaufen haben. Eine bessere Kükenqualität führte zu einer erhöhten Lebenskraft und zu einem schnelleren Wachstum des Mastgeflügels, wohingegen Küken geringer Qualität ein niedrigeres relatives Wachstum in der ersten Woche nach dem Schlüpfen aufweisen.

Die Punktemethode kann in jedem Brutbetrieb angewandt werden, um die potenzielle Qualität der geschlüpften Küken zu beurteilen. Ihre Anwendung liefert eine Verbesserung der Qualität in der Geflügelindustrie sowohl hinsichtlich der Einstellung der Inkubatoren und Prozesse als auch in Bezug auf die Einschätzung von Lebenskraft und Wachstumspotenzial der Küken. Jetzt werden Inkubatorenunternehmen, Brutbetriebe und Züchter genetischer Selektionen aufgefordert, die Gelegenheit zur weiteren Entwicklung und Nutzung zu ergreifen.

Prof. Eddy Decuypere | ctm
Weitere Informationen:
http://www.kuleuven.ac.be/english/

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