Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Wege zur Reparatur des Herzens

27.01.2005


Das Rostocker Institut für Regenerative Medizin und Stammzelltherapie (Irmed e.V.) und die in Bergisch-Gladbach und Teterow ansässige Firma Miltenyi Biotec GmbH entwickeln Verfahren zur Regeneration von zerstörtem Herzgewebe - zur Heilung von Patienten mit Herzinfarkten. Im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojektes arbeitet seit Januar eine Gruppe internationaler Wissenschaftler an Verfahren zur Anzüchtung von Herzgewebe durch die Stammzelltherapie. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt, gefördert wird es im Rahmen des Programms BiochancePlus des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es hat ein Gesamtvolumen von 2,4 Millionen Euro. Langfristig soll sich Rostock zum führenden Zentrum für kardiale Stammzelltherapie entwickeln.



Hat ein Infarkt das Herzgewebe angegriffen, bleibt es irreparabel zerstört. Dies wurde von Forschern und Medizinern lange akzeptiert. "Heute lässt sich diese Annahme aber nicht mehr halten", sagt Professor Dr. Gustav Steinhoff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie der Universität Rostock und Vorstand des Instituts für regenerative Medizin in Rostock. Die Stammzelltherapie brachte den Beweis, dass sich auch Herzgewebe regenerieren kann. "In einer klinischen Studie wurden 40 Infarkt-Patienten behandelt. Durchschnittlich konnte die Herzfunktion langfristig um fünf bis zehn Prozent verbessert werden."



Eine solche Behandlung wurde in Rostock weltweit erstmals durchgeführt. Bislang, so Professor Steinhoff, erzielten Wissenschaftler Erfolge mit der Behandlung nach akuten Herzinfarkten. "In Rostock gelang es zum ersten Mal, Stammzellen bei einer Bypassoperation direkt in den Herzmuskel zu injizieren." Die Behandlung verspreche nicht nur Hilfe für Patienten mit akutem, sondern erstmals auch denen mit chronischem Infarkt.

Für die Weiterentwicklung dieser Therapie gewann Steinhoff die in Bergisch-Gladbach und Teterow beheimatete Firma Miltenyi Biotec. Das Unternehmen ist Marktführer bei der Entwicklung von Verfahren zur Gewinnung von patienteneigenen Stammzellen, also der Isolation von adulten Stammzellen zumeist aus dem Knochenmark der betroffenen Patienten. Professor Steinhoff und Miltenyi Biotec arbeiten bereits seit 2001 zusammen.

Im Rahmen des Projekts wurden zehn Stellen geschaffen. Die der Arbeitsgruppe angehörenden Wissenschaftler stammen aus den USA, aus China, Indien und mehreren osteuropäischen Ländern. Im Januar nahmen sie ihre Arbeit an den Forschungslaboratorien für kardialen Gewebe- und Organersatz sowie am IRMED in Rostock auf. Langfristig sei geplant, so Professor Steinhoff, die Standorte Rostock und Teterow zu vernetzen und in Mecklenburg-Vorpommern eines der modernsten Zentren für kardiale Stammzelltherapien zu etablieren.

Kontakt:

Professor Gustav Steinhoff
Universität Rostock
Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie
Schillingallee 35
18055 Rostock
Tel.: 0381/4946100
Mail: gustav.steinhoff@med.uni-rostock.de

Dr. Heinrich Cuypers | idw
Weitere Informationen:
http://www.irmed.de/
http://www.miltenyibiotech.com/

Weitere Berichte zu: Herzgewebe Miltenyi Stammzelle Stammzelltherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise