Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitaler Blick auf Pflanzen und Landschaften

19.07.2004


Agrartechnik ist der Schwerpunkt des neuen ForschungsReports 1/2004


Sensoren, digitale Bildverarbeitung und moderne Softwarelösungen tragen dazu bei, dass auch Agrarflächen immer präziser und effizienter bewirtschaftet werden können. Wie das geht, darüber berichtet der ForschungsReport, das Wissenschaftsmagazin des Senats der Bundesforschungsanstalten, in seiner neuesten Ausgabe.


Sensoren, digitale Bildverarbeitung und moderne Softwarelösungen tragen dazu bei, dass auch Agrarflächen immer präziser und effizienter bewirtschaftet werden können.

Unkrautbekämpfungsmittel sollen dort hingelangen, wo Unkraut wächst und nicht in angrenzende Bäche. Heterogene Ackerflächen sollen genau die Düngermengen erhalten, die die Pflanzen aufgrund der kleinräumigen Boden- und Wasserverhältnisse benötigen. Und Erträge sollen möglichst schon im Frühjahr voraussagbar sein. Wie das geht, darüber berichtet der ForschungsReport, das Wissenschaftsmagazin des Senats der Bundesforschungsanstalten, in seiner neuesten Ausgabe. Wissenschaftler aus dem Forschungsbereich des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft lassen sich über die Schulter schauen und geben einen Einblick in aktuelle Forschungsprojekte.


Korrespondierend zum Jahr der Technik 2004 hat der aktuelle ForschungsReport das Thema Agrartechnik zum Schwerpunkt gemacht. Wer dabei an die Konstruktion neuer Trecker und Mähdrescher denkt, liegt nur bedingt richtig. Zukunftsweisende Schlüsseltechnologien wie Mikroelektronik, optische Technologien und Informationstechnologie haben Einzug in die Agrartechnik gehalten. Mit Hilfe digitaler Landschaftskarten und dem satellitengestützten Ortungssystem GPS wird es zum Beispiel möglich, Herbizidspritzungen durch den Bordcomputer eines Traktors so zu steuern, dass angrenzende Saumbiotope wie Bachläufe oder Hecken automatisch weniger belastet werden. Per Computer schalten sich Spritzdüsen am Rande des Feldes ab oder es wird auf spezielle abdriftmindernde Düsen, die am Spritzgestänge montiert sind, umgeschaltet. Experten der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) haben ein entsprechendes Verfahren entwickelt, das es dem Landwirt vor Ort erleichtert, Abstandsauflagen einzuhalten und gleichzeitig zu dokumentieren, dass er seine Pflanzenschutzmaßnahmen korrekt ausgeführt hat.

Computeranimierte Landschaften sind uns durch Videospiele und Kinofilme vertraut. Doch meist sieht man es den virtuellen Bildern an, dass sie aus der Retorte kommen. Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg gibt sich damit nicht zufrieden. Gemeinsam mit Partnern hat es ein 3D-System entwickelt, dass Landschaftsszenen in bisher unerreichter Qualität fotorealistisch aus Spaziergängersicht visualisieren kann. Ob ein Wald abgeholzt oder Flächen stillgelegt werden sollen, Bürger oder Behörden können jetzt direkt am Computer verfolgen, wie sich eine solche Entscheidung auf das Landschaftsbild auswirkt. Das System berechnet Pflanzenverteilungen, die anschließend mit Millionen von detailreichen 3D-Pflanzen auf heutigen PCs flüssig dargestellt werden können. Der Prototyp wird zurzeit im östlichen Niedersachsen im Rahmen des "Interaktiven Landschaftsplans Königslutter" eingesetzt.

Nicht nur der Mensch, auch Nutztiere müssen mit einer zunehmend technisierten Umwelt zurecht kommen. Am bekanntesten sind automatische Fütterungssysteme oder Melkroboter. Doch Automat und Tier müssen sich "verstehen". Das arteigene Verhalten der Tiere muss berücksichtigt werden, sonst gibt es Stress im Stall. Experten des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) in Dummerstorf bei Rostock haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie messen können, ob und in welchem Maße die Tiere durch Neuerungen in ihrer Umgebung gestresst werden. Eine andere am FBN entwickelte Technik dient ebenfalls dem Aufspüren von Stress und damit dem Tierschutz: Das System STREMODO ("Stress Monitor und Dokumentationssystem") kann Laute von Schweinen numerisch aufarbeiten und klassifizieren. Es unterscheidet Stresslaute von wohligem Grunzen, menschlichen Stimmen oder sonstigen Geräuschen. STREMODO dokumentiert Stressbelastungen und hilft dem Tierhalter, mögliche Auslöser zu finden.

Der 52 Seiten starke ForschungsReport 1/2004 mit dem Schwerpunktthema "Agrartechnik" ist kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle des Senats der Bundes-forschungsanstalten, Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig, Tel.: 0531/299-3396 oder 0531/596-1016, e-Mail: senat@bba.de

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.bba.de
http://www.bmvel-forschung.de

Weitere Berichte zu: Agrartechnik Nutztiere Softwarelösung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft
06.12.2016 | Steinbeis-Europa-Zentrum

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie