Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni Kassel entwickelt Verfahren zur Analyse ökologischer und konventioneller Lebensmittel

23.01.2004

Neue wissenschaftliche Methoden können ökologische von konventionellen Lebensmitteln aus Anbauversuchen unterscheiden. Mit ihren Ergebnissen bot eine Gruppe von Forschern der Universität Kassel in Witzenhausen und von privaten Forschungseinrichtun-gen, der KWALIS Qualitätsforschung Fulda GmbH, Dipperz, und der EQC GmbH, Weidenbach, auf der europäischen Wissenschaftskonferenz "New Approaches in Food Quality Analysis" Mitte November 2003 in Berlin reichlich Diskussionsstoff. Bislang konnte die Produktqualität von Lebensmitteln der beiden Produktionsverfahren analytisch nicht unterschieden werden. Die vor-handenen Methoden waren nicht geeignet, neue und komplementäre Methoden hingegen nicht ausreichend überprüft.

In dem vorgestellten Projekt validierten die Forscher die neuen bildschaffenden, spektralanalytischen und elektrochemischen Methoden nach der Norm ISO 17025. Es gelang ihnen bei standardisierten ökologischen und konventionellen Weizen- sowie Möhrenproben aus Anbauversuchen des schweizerischen Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) signifikante Unterschiede der Anbausysteme zu belegen. Zentrale Rolle spielt dabei die Methode der Kupferchlorid-Kristallisation: In ökologischen und konventionellen Produktproben entstehen bei der Analyse signifikant unterschiedliche Kristallmuster. Diese wurden mit einem Computerprogramm ausgewertet.

Unter Anwesenheit von Staatssekretär Alexander Müller vom Bundesministerium für Verbrau-cherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) diskutierten rund 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der universitären, freien und der Ressortforschung acht europäischer Länder die Ergebnisse der neuen Methoden. Diese können durchaus als Meilenstein in der Qualitätsforschung bezeichnet werden, so Dr. Johannes Kahl, Mitarbeiter des in Witzenhausen ansässigen Fachgebiets Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur der Universität Kassel. Ziel ist, künftig ökologische und konventionelle Lebensmittel am Produkt zu unterscheiden. Damit würde das gegenwärtige Kontrollverfahren zur Sicherstellung der Prozesse ergänzt und die Verbrauchersicherheit sowie das Vertrauen in die Produktherkunft gestärkt.

Allerdings müssen die neuen Methoden noch verfeinert und überprüft werden, bis es möglich sein wird, generell ökologische und konventionelle Produkte auf analytischem Wege zu unterscheiden. Hier kann die Variation der Produktproben aufgrund der unterschiedlichen Wachstums- und Standortbedingungen eine Rolle spielen, so Kahl. Dieser Aufgabe stellen sich die Forscher nun in Zusammenarbeit mit Bundesforschungseinrichtungen. Die Versuche zu diesem Forschungsprojekt wurden im Jahr 2002 unter Koordination von Prof. Dr. Angelika Meier-Ploeger, Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur der Universität Kassel, mit Unterstützung des Instituts für ökologischen Landbau der FAL (OEL-FAL), Trenthorst, und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz begonnen. Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau hat diese Forschungen finanziell unterstützt.

Prof. Dr. Angelika Meier-Ploeger | Universität Kassel
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de
http://www.bmvel-forschung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Erstmals Studie zu Hai- und Rochenarten in deutschen Meeren
19.04.2017 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Wenn Städte immer mehr an Boden gewinnen: Wie gelingt Land- und Gartenbau südlich der Sahara?
11.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie