Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutlicher Rückgang bei Feldversuchen mit genetisch veränderten Nutzpflanzen in der EU

16.04.2003


Seit 1998 ist die Anzahl der Feldversuche mit genetisch veränderten Nutzpflanzen in der EU um etwa 80 Prozent zurückgegangen, wie eine neue Studie der Kommission ergab.



In der von Forschern des Fraunhofer-Instituts in Karlsruhe, des Instituts für Technologische Zukunftsforschung in Sevilla sowie der Hohenheim-Universität in Stuttgart durchgeführten Umfrage wurde geschlussfolgert, dass der Hauptgrund für den erheblichen Rückgang in der unklaren Rechtlage hinsichtlich der genetisch veränderten Produkte in Europa liege.



Etwa 22 Prozent der Befragten nannten Rechtunsicherheiten als Hauptgrund für die Aufgabe der Forschungsprojekte mit genetisch veränderten Nutzpflanzen. Ein Großteil dieser Unsicherheit beruhe auf dem EU-weiten Moratorium bezüglich neuer Genehmigungen für genetisch veränderte Produkte, das derzeit noch gültig sei, sagten die Verfasser der Studie.

Andere Gründe, die von Unternehmen und öffentlichen Forschungsstellen für die Aufschiebung von Projekten genannt wurden, waren eine allgemein geringe Akzeptanz genetisch veränderter Produkte in der europäischen Bevölkerung sowie ein ungewisser künftiger geregelter Markt für derartige Produkte.

Die Umfrageergebnisse zeigen außerdem, dass große und finanziell gesicherte multinationale Unternehmen in diesem Bereich am aktivsten sind und hinter 65 Prozent aller Feldversuche stehen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) machen lediglich sechs Prozent der gesamten Feldstudienaktivitäten aus, und der restliche Anteil wird von öffentlichen Forschungsstellen, Universitäten und sonstigen Institutionen ausgeführt.

Trotz des erheblich reduzierten Umfangs bei der Erforschung genetisch veränderter Nutzpflanzen während der letzten fünf Jahre stellten die Verfasser der Studie fest, dass eine große Anzahl genetisch veränderter Produkte derzeit in der Vorbereitung seien und auf Versuche warteten. Im Zuge der vor kurzem erfolgten Einführung neuer EU-Gesetze zur Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von genetisch veränderten Organismen (GVO) rechnen die Forscher mit einem plötzlichen Anstieg bei den Feldversuchen in der EU.

Bezüglich einer gesonderten EU-Gesetzgebung zu den GVO, welche deren beabsichtigte Freisetzung in die Umwelt abdeckt, wies die Europäische Kommission am 10. April 12 Mitgliedstaaten darauf hin, dass sie die Frist für die Umsetzung der Richtlinie in innerstaatliches Recht haben verstreichen lassen.

Frankreich, Luxemburg, Belgien, die Niederlande, Deutschland, Italien, Irland, Griechenland, Spanien, Portugal, Österreich und Finnland haben alle die vereinbarte Frist vom 17. Oktober 2002 für die Verabschiedung der neuen Maßnahmen verstreichen lassen, zu denen Leitlinien für die Umweltverträglichkeitsprüfung und die Verpflichtung zur Unterrichtung der Öffentlichkeit zählen.

Umweltkommissarin Margot Wallström sagte: "Ich fordere die Mitgliedstaaten dringend auf, ihre innerstaatlichen Rechtsvorschriften umgehend mit dem neuen vereinbarten EU-Rechtsrahmen zur Regelung der Freisetzung von GVO in die Umwelt in Einklang zu bringen."

Nähere Informationen zur Feldversuchsstudie mit genetisch veränderten Nutzpflanzen sind auf folgender Webadresse abrufbar:
http://www.jrc.es/gmoreview.pdf

| Cordis News
Weitere Informationen:
http://www.jrc.es/gmoreview.pdf

Weitere Berichte zu: Feldversuchen Forschungsstelle GVO Mitgliedstaat Nutzpflanze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Kleinbauern setzen verstärkt auf Monokulturen
10.11.2016 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie