Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keine deutsche Landwirtschaft ohne Precision Farming

16.01.2008
Leiter des größten deutschen Forschungsprojektes zum Thema "informationsgeleitete Präzisionslandwirtschaft" weist anlässlich der Grünen Woche darauf hin, dass Landwirtschaft heute ohne Hochtechnologien nicht mehr auskommt

"Bereits acht Prozent der bundesdeutschen Betriebe nutzen derzeit Precision Farming-Technolgien. Tendenz steigend", erklärt Dr. Armin Werner im Vorfeld der am Freitag beginnenden Grünen Woche in Berlin. Werner ist Projektleiter eines der größten Forschungsprojekte zum Thema Precision Farming weltweit.

"Die Weichen für ein neues Wirtschaften in Deutschland sind heute längst schon gestellt. Die Techniken des Precision Farming werden sich in die Anbauverfahren und die Betriebsabläufe der Landwirtschaft einfügen - ein Gewinn für Landwirte, Verbraucher sowie Natur und Umwelt."

Untersuchungen des Forschungsprojektes pre agro haben gezeigt, dass immer mehr Landwirte einzelne technische Bereiche des Precision Farming in ihrem Betrieb anwenden. "Und diejenigen, die diese Techniken einsetzen, äußern sich durchweg zufrieden", berichtet Dr. Armin Werner in einem ausführlichen Interview anlässlich der Eröffnung der Grünen Woche in Berlin. In Deutschland bewährt sich zunehmend die informationsgeleitete, gelegentlich hochtechnisierte Präzisionslandwirtschaft. "Heute kann man provozierend behaupten: keine deutsche Landwirtschaft ohne Precision Farming."

... mehr zu:
»Landwirt

Das Forschungsprojekt, an dem Experten aus Wissenschaft, Industrie, Praxis und Beratung über mehrere Jahre mitgearbeitet haben, hat belegen können, dass sich dank der Technologien des Precision Farming für jeden Betriebstyp und für jede Form der Landwirtschaft wichtige technische Ergänzungen ergeben. "Der Landwirt erhält Daten zu seinen Böden, seinen Ackerkulturen und allgemein seinen Betriebsabläufen in einem bisher noch nie möglich gewesenen Umfang und Qualität." Das neue Informationsmanagement im Betrieb erlaube somit allen Landwirten - auch Ökolandwirten - eine bessere Planung und Rückverfolgung ihrer Betriebsabläufe. Damit werde ein echtes Qualitätsmanagement möglich. "Landwirtschaft im 21. Jahrhundert heißt eben Elektronik, EDV, Satellitenortung, Spezialsoftware - also Hightech - sowie hoch komplexes Management und professionelles Unternehmertum", so Werner.

Was ist Precision Farming?

Precision Farming heißt so viel wie präziser Ackerbau. Präzise steht für Effizienz durch Genauigkeit. Hintergrund bilden die häufig recht unterschiedlichen Bedingungen auf den Feldern. Pflanzen und Böden benötigen zum Wachstum Nährstoffe in unterschiedlicher Menge und Qualität. Weiß der Landwirt dies - und stellt er seine Arbeit entsprechend darauf ein - kann er viel präziser wirtschaften als vorher. Die Techniken des Precision Farming - unter anderem Sensoren und Satelliten aus dem All, die große und kleine Landmaschinen steuern - können sich quadratmetergenau nach den wechselnden Bedingungen richten.

Was bringt Precision Farming?

Dank modernster Informationstechnologie, so zeigt das Projekt pre agro, ist es schon heute möglich, die pflanzliche Erzeugung besser zu planen, präziser durchzuführen und einfacher zu dokumentieren. "Ein Landwirt schont dabei auch Umwelt und Ressourcen. Gleichzeitig bedeutet die verbesserte Rückverfolgbarkeit landwirtschaftlicher Produkte einen wichtigen Schritt zu mehr Verbraucherschutz," legt Werner die Vorteile von Precision Farming dar. Seit 1999 arbeiten er und seine inzwischen fast 50 Partner aus dem Projekt pre agro an der Entwicklung und Verbreitung von Techniken zum Precision Farming.

Die Abschlusstagung des Projektes findet vom 20. - 22. Februar 2008 in Berlin statt.

Gefördert wird pre agro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Bonn.

Weitere Informationen zum Thema sowie das vollständige Interview mit
Dr. Werner finden Sie im Internet: http://www.preagro.de/presse/index.html
Kontakt
Kirstin Wulf
preagro-Pressestelle
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gGmbH
Potsdamer Straße 105
10785 Berlin
030-884 594-16
0176-26365512
kommunikation@ioew.de
Dr. Frank Dreger, Dr. Jürgen Schwarz
preagro-Projektkoordination
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.
Eberswalder Straße 84
15374 Müncheberg
033432-82257, -423
dreger@zalf.de
jschwarz@zalf.de

Kirstin Wulf | idw
Weitere Informationen:
http://www.preagro.de/
http://www.preagro.de/presse/index.html

Weitere Berichte zu: Landwirt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht „Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern
20.10.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Agritechnica: Silber für neue Technologie zur Blütenausdünnung im Obstbau
16.10.2017 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise