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Artenschutz in bewirtschafteten Wäldern - Internationale Zusammenarbeit

08.02.2011
Das Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) wird Malaysia dabei unterstützen, die Artenvielfalt (Biodiversität) in den bewirtschafteten Regenwaldgebieten von Sabah (Malaysia) zu erfassen.

Vertreter der Landesregierung von Sabah, repräsentiert durch die Forstverwaltung Sabah (SFD), und des IZW unterzeichneten dazu am 7. Februar 2011 ein Memorandum of Understanding (MoU).

Artenschutz über die Grenzen von Naturparks oder anderen geschützten Gebieten hinaus ist essentiell für einen wirksamen und umfassenden Schutz der biologischen Vielfalt in Sabah. Mehr als die Hälfte der Fläche von Sabah ist von Wäldern bedeckt, sie bilden somit einen Schlüssel-Lebensraum.

Da die meisten Waldgebiete kommerziell für die Holzproduktion verwendet werden, ist eine nachhaltige Bewirtschaftung von größter Bedeutung. Nur auf diese Weise lässt sich ein langfristiger Erhalt hoch bedrohter Wildtierarten, wie beispielsweise dem seltenen Sunda-Nebelparder (Neofelis diardi), sicherstellen.

Während der Unterzeichnung wies Datuk Sam Mannan, Direktor der Forstverwaltung Sabah, darauf hin, dass die Zusammenarbeit mit dem IZW sich in den letzten Jahren als erfolgreich und eindrucksvoll gezeigt habe und er sich sehr darüber freue, diese Zusammenarbeit nun weiter ausbauen zu können.

Bisherige Forschungsergebnisse des IZW aus den bewirtschafteten Waldgebieten waren wegweisend. Dazu gehören die weltweit ersten Filmaufnahmen eines Sunda-Nebelparders, erschienen im Frühjahr 2010, oder die Wiederentdeckung des Langhaarnasenotters (Lutra sumatrana), der seit mehr als 100 Jahren als ausgestorben galt.

"Die Forschung des IZW hat dazu beigetragen nachzuweisen, welche Artenvielfalt einige unserer bewirtschafteten Waldgebiete besitzen" erläuterte Datuk Sam Mannan während der Unterzeichnung des MoU. "Wir wissen, dass Orang-Utans (Pongo pygmaeus) oder Elefanten (Elephas maximus borneensis) in unseren Wäldern leben, aber unser Wissen über andere, stark bedrohte Tierarten, wie beispielsweise die gefährdete Otterzivette (Cynogale bennettii) sind sehr begrenzt.

Die Forschung des IZW hat uns gezeigt, dass diese Arten in unseren Wäldern vorkommen, und wie diese zu finden sind." Frühere Studien des IZW konzentrierten sich hauptsächlich auf die Region des Deramakot Waldreservates und die benachbarten bewirtschafteten Waldgebiete. Die neue Vereinbarung ebnet den Weg, um die Untersuchungsgebiete in den kommenden Jahren zu erweitern.

Prof. Heribert Hofer, Direktor des IZW, fügte hinzu: "Der biologische Reichtum der Wälder Sabahs ist ein großer Schatz und ein Erbe von weltweiter Bedeutung. Es ist daher eine wichtige Aufgabe, diese Wälder in nachhaltiger Art und Weise zu verwalten. Dabei sind aktuellste wissenschaftliche Forschung und wissenschaftlich basierte Wildtiererfassung von grundlegender Bedeutung, um die Bedürfnisse der bedrohten Arten zu verstehen. Das Kennen und Schätzen der Vielfalt der Wälder wird dazu beitragen, ihren Reichtum zum Wohle aller zu schützen."

Im November 2010 unterzeichnete das IZW bereits ein MoU mit dem Sabah Wildlife Department (SWD). Man verständigte sich auf eine enge Zusammenarbeit in Forschung und wissenschaftlichem Naturschutz zur Erhaltung der Tierwelt Sabahs, insbesondere des stark bedrohten Sabah-Nashorns (Dicerorhinus sumatrensis harrisoni). Das MoU mit der Forstverwaltung Sabah erweitert jetzt die Forschung des IZW auf bewirtschaftete Forstgebiete. "Über die Ökologie der Wildtiere in den Wäldern Sabahs ist nur sehr wenig bekannt, und die Auswirkungen des Holzeinschlags sind unerforscht. Diese Forschung hat einen sehr hohen praktischen Wert, da ein entsprechendes Wildtiermanagement und der Schutz bedrohter Wildtierarten dieses Wissen erfordern" so Heribert Hofer.

Die Forstverwaltung Sabah hat sich bis 2014 das Ziel gesetzt, alle bewirtschafteten Waldgebiete mit dem Siegel der nachhaltigen Nutzung zu zertifizieren. Erfassung von Wildtierpopulationen und der Erhalt der biologischen Vielfalt des Waldes sind dabei Hauptkomponenten der Nachhaltigkeit. Die Forstverwaltung Sabah ist optimistisch, dass die Zusammenarbeit mit dem IZW sie bei ihren Bemühungen unterstützen wird, dieses Ziel zu erreichen.

Kontakt:

Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) im Forschungsverbund Berlin e.V.

Alfred-Kowalke-Straße 17
10315 Berlin
GERMANY
www.izw-berlin.de
Andreas Wilting: 0049 (0)30 51 68 619;
wilting@izw-berlin.de
Steven Seet: 0049 (0)30 51 68 108; seet@izw-berlin.de

Christine Vollgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.izw-berlin.de

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