Nicht Wald sondern Weitsicht: Offene Landschaften im Fokus der Forschung

Heidegebiete, Grasland, Küstenlandschaften, Äcker, Moore – wie kann in solchen „offenen Landschaften“ Natur geschützt werden und wie laufen ökologische Prozesse ab? Wer ist für die Pflege dieser Landschaftstypen verantwortlich und welches Management ist geeignet?

Damit befassen sich rund 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 25 Ländern auf der internationalen Tagung „Open Landscapes 2013 – Ecology, Management and Nature Conservation“ an der Universität Hildesheim.

In Hildesheim leitet Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras zwei Juniorforschergruppen, die sich mit Offenlandschaften – einem Feuchtgebiet in Madagaskar und beweideten mediterranen Ökosystemen in Sardinien – befassen.

Was die Forscher untersuchen – Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras nennt Beispiele: „Wir befassen uns etwa mit der Entstehung von Offenlandschaften, welche Rolle große Weidetiere dabei spielen und wie invasive Arten Lebensräume gefährden oder welche Auswirkungen durch den Klimawandel zu erwarten sind. Dabei geht es nicht nur Lebensräume in Deutschland oder Europa gehen, sondern auch um Ökosysteme in den Tropen und Subtropen“ Die Juniorprofessorin für Ökologie und Umweltbildung der Universität Hildesheim leitet die Konferenz. Sie fordert den Erhalt von Offenlandschaften und ein angepasstes Management-Konzept für die unterschiedlichen Habitattypen.

Im Mittelpunkt der Tagung stehen alle offenen Landschaftstypen wie etwa Küstenökosysteme, Heidegebiete oder Trockenrasen. Die 250 Wissenschaftler aus über 25 Ländern befassen sich mit Herausforderungen in den Bereichen der Ökologie und angewandtem Naturschutz. Die Konferenz wird in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ), dem Naturschutzbund (NABU) Niedersachsen, der European Dry Grassland Group (EDGG) und der Society for Ecological Restoration (SER)- European Chapter organisiert.

An der Universität Hildesheim leitet Jasmin Mantilla-Contreras zwei Juniorforschergruppen mit sechs Doktoranden, die sich mit Offenlandschaften – einem Feuchtgebiet in Madagaskar und beweideten mediterranen Ökosystemen in Sardinien – befassen. Die Juniorforscher reisen zum Forschungsaufenthalt regelmäßig nach Madagaskar – eine der Forschergruppen entwickelt am Alaotra-See bis 2015 mit der Bevölkerung vor Ort Strategien zum Erhalt der biologischen Vielfalt an dem größten Süßwassersee Madagaskars. Das Feuchtgebiet wird durch Bevölkerungszunahme, eingeschleppte Arten und Übernutzung der natürlichen Ressourcen stark bedroht. Neben ökologischen Untersuchungen und nachhaltigen Nutzungskonzepten soll die Umweltbildung vor Ort gestärkt werden. Studierende aus dem Master „Umweltwissenschaft und Naturschutz“ und Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim wirken mit Masterarbeit in dem Forschungsprojekt mit und nehmen an einem Feldaufenthalt teil.

Erstmals stellen die Forscher Ergebnisse aus den beiden Juniorforschergruppen auf der Tagung vor. „Der Alaotra-See in Madagaskar ist inzwischen stark degradiert und die endemischen Arten des Gebietes sind stark gefährdet. In einem Nationalpark auf Sardinien ist die Biodiversität durch Überweidung von ausgewilderten Nutztieren gefährdet. Dennoch konnten die Juniorforscher in den ersten Monaten der Projekte erste Lösungsstrategien entwickeln“, sagt Mantilla-Contreras. Auf der Konferenz stellen auch Studierende des Studienganges „Umweltwissenschaft und Naturschutz“ ihre Forschungsfragen hinsichtlich Management und Schutz von Offenlandschaften vor. Zum Studium gehört auch ein Freilandpraktikum auf der Wernershöhe, einem unter Naturschutz stehenden Trockenrasen nahe Hildesheim.

Die Wissenschaftler tagen vom 29. September bis 03. Oktober erstmals an der Universität Hildesheim. Die Tagung ist kostenpflichtig, eine Anmeldung kann auch vor Ort erfolgen. Mitarbeiter und Studierende der Uni Hildesheim zahlen einen reduzierten Beitrag.

Abstracts online unter:
http://www.open-landscapes2013.de/program-abstract-book/
Kontakt zu den Forschern:
Pressestelle, Isa Lange, 0177.8605905, presse@uni-hildesheim.de
Weitere Informationen:
http://www.open-landscapes2013.de/program-abstract-book/
– Abstracts zur Konferenz „Open Landscapes 2013 – Ecology, Management and Nature Conservation“ an der Uni Hildesheim
http://www.uni-hildesheim.de/archiv/artikel/junior-forschergruppe-in-madagaskar/

– Juniorforschergruppe Madagaskar

Media Contact

Isa Lange idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-hildesheim.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Neue Produktionstechnologie für schwere Nutzfahrzeuge

Das EU-Klimaziel, den CO2-Ausstoß von neuen Pkw bis 2030 um 37,5 Prozent zu senken, soll bereits in fünf Jahren auch auf schwere Nutzfahrzeuge ausgedehnt werden. Weitere Verschärfungen der Ziele werden…

Neues Modell zur Genregulation bei höheren Organismen

Gene können je nach Bedarf an- und ausgeschaltet werden, um sich an Umweltveränderungen anzupassen. Aber wie genau interagieren die verschiedenen beteiligten Moleküle miteinander? Wissenschaftler des Institute of Science and Technology…

Infektionsrisiko COVID-19: Simulation von Aerosolbelastung in Räumen

Im Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Hochschule RheinMain (HSRM) wurde ein Simulationsmodell erstellt, mit dem die Aerosolausbreitung in Räumen berechnet, bewertet und untersucht werden kann. Das Simulationsmodell ist in der Lage, unterschiedliche…

Partner & Sponsoren

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close