Was tun, wenn die Erde brennt?

Giftige Dämpfe, klaffende Erdspalten, schwelende Feuer – weltweit vernichten brennende Kohleflöze wertvolle Ressourcen, schaden Mensch und Natur. Wie es dazu kommt und wie sich die schier unstillbaren Feuer löschen lassen, darüber diskutieren Experten auf der Second International Conference on Coal Fire Research (ICCFR2) vom 19. bis 21. Mai 2010 in Berlin.

Organisiert wird die Konferenz von der „Sino-German Coal Fire Research Initiative“, einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technik geförderten Kooperationsprojekt, das seit 2003 Kohlebrände im Norden Chinas untersucht.

Dabei gilt es, brennende Kohleflöze aufzuspüren, sie datentechnisch zu erfassen und zu analysieren, um adäquate Löschmethoden zu entwickeln. Eine Herausforderung, denn bisher sind Brände in Kohleflözen kaum in den Griff zu bekommen: Oft entzündet sich Kohle spontan, schwelt vor sich hin und frisst sich unbemerkt durch die Erde – und das teils über Jahrzehnte hinweg!

Selbst wenn man es geschafft hat, den Feuern Einhalt zu gebieten, können sie plötzlich wieder ausbrechen.

Schätzungen zufolge fallen allein in Nordchina pro Jahr etwa 10-20 Millionen Tonnen Kohle den Flammen zum Opfer. Kohlebrände zerstören aber nicht nur wertvolle Ressourcen, sie sind vor allem Quellen teils erheblicher Treibhausemissionen – zweifelsohne ein Problem von internationalem Interesse! Im Projekt werden zurzeit Verfahren zur Abschätzung eben dieser Treibhausgase entwickelt.

Ein wesentliches Ziel ist die Etablierung einer durch die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) anerkannte Methode, um zukünftig Löschaktivitäten im Rahmen des Kyoto-Protokolls oder nachfolgender internationaler Regelwerke durchzuführen. Aktueller Forschungsarbeiten rund um das Thema Erkundung, Bekämpfung und Überwachung von Kohlebränden werden auf der internationalen Konferenz von Wissenschaftlern aller betroffener Länder vorgestellt.

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Geoffrey Schöning presseportal

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