Transport and Air Pollution – Verkehrsabgase: Ziel erreicht?

Der Wunsch nach Mobilität ist gross. Die Folgen sind bekannt: Der Verkehr wächst, die Luftverschmutzung nimmt zu. Gesucht sind Technologien und Massnahmen, die Gesundheit und Umwelt schützen, aber die Wirtschaft nicht behindern. Am internationalen Symposium «Transport and Air Pollution» am 18. und 19. Mai präsentieren Fachleute an der Empa den Stand der Forschung zu Verkehr und Luftverschmutzung und versuchen gemeinsam, praktikable Lösungen zu erarbeiten.

Manche Fahrzeuge sind heute so sauber, dass sie sogar die Luft reinigen. Damit befolgen sie schon jetzt Abgasvorschriften, die erst in den nächsten Jahren in Kraft treten werden. Diese erlauben dann nur noch Emissionen nahe der Nullgrenze. Ein Grund zum Aufatmen? Kaum, denn obwohl beispielsweise der Ausstoss an Kohlenmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoffen (HC) durch restriktive Vorschriften deutlich zurückgegangen ist, stagnieren andere durch den Verkehr verursachte Emissionen auf nach wie vor hohem Niveau.

Messungen an stark befahrenen Strassen, etwa an der Zürcher Westtangente, zeigen, dass vor allem der Ausstoss an Stickstoffdioxid (NO2) – mitverantwortlich für die Ozonbildung – leicht zunahm. Martin Weilenmann, Empa-Abgasmodellierungsspezialist und Organisator des Symposiums weiss warum: «Verantwortlich dafür sind Dieselkatalysatoren, die unter bestimmten Bedingungen NO in NO2 umwandeln.» Und auch so genannte Sekundärschadstoffe, die durch Sonneneinstrahlung, Abkühlung oder chemische Prozesse aus Verkehrsemissionen entstehen, verschmutzen immer noch unsere Atemluft.

Lösungen hören nicht an Landesgrenzen auf

Sei es, dass Fachpersonen in Zürich Schadstoffe messen, oder, dass Wissenschaftskreise in Los Angeles untersuchen, ob Lärmschutzwände oder Büsche an den Highways die Anwohnerschaft auch vor Feinstaub schützen, sei es, dass im schwedischen Lund Forschende klären, wie Reifen mit Spikes und Strassenbeläge optimiert werden können, um gesundheitsgefährdende Nanopartikel durch Abrieb zu verhindern: All diese lokal untersuchten Probleme treten in ähnlicher Form weltweit auf. Lösungen dürfen deshalb nicht an Landesgrenzen halt machen, sondern müssen international umgesetzt werden.

So profitieren alle Fachleute von den Antworten ihrer KollegInnen. Welche Erfahrungen etwa machten die Verantwortlichen in Kopenhagen mit dem Einrichten von Umweltzonen, in denen Fahrzeuge mit besonders hohen Schadstoffemissionen nicht mehr fahren dürfen? Wie hat sich die Luftqualität seither verändert? Und welche Messmethoden und Modellierungen eignen sich besonders zur Kontrolle?

Am Internationalen Symposium «Transport and Air Pollution» werden sich am 18. und 19. Mai mehr als 150 Wissenschaftler und Forscherinnen aus der ganzen Welt an der Empa treffen. Die Expertinnen und Experten zu den Themen Verkehrs- und Luftschadstoffe tauschen in rund 100 Referaten die neuesten Forschungsergebnisse aus und schaffen so die Grundlagen für Entscheidungsträger, die dann die geeigneten Massnahmen gegen die Luftverschmutzung durch den Verkehr einleiten können. Das Symposium findet seit 1986 jährlich an verschiedenen Orten statt, 2010 zum ersten Mal in der Schweiz.

Ansprechpartner für Medien

Rémy Nideröst idw

Weitere Informationen:

http://www.empa.ch/TAP2010

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