Sprache mit Zahlen erforschen

Junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sind während der Arbeit an Forschungsprojekten immer öfter mit der Aufgabe konfrontiert, statistische Erhebungen durchzuführen. Durch Messungen, Beobachtungen und Befragungen erhalten sie wichtige Ergebnisse für ihre wissenschaftliche Arbeit. Nicht selten jedoch ergeben sich dabei grundlegende Probleme, für die das vorangegangene Studium kaum Antworten parat hielt: Wie erstelle ich einen Fragebogen? Wie werte ich eine Statistik aus? Kurz: Welche Methoden existieren in der empirischen Forschung?

Diese Kenntnisse zu schulen und zu erweitern, ist das Ziel der Nachwuchstagung „Empirische Methoden in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache“ vom 24. bis zum 25. Februar an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Immer häufiger wird deutlich, dass der Umgang mit empirischen Methoden einerseits wünschenswert, andererseits aber nicht immer Teil der universitären Ausbildung ist“, sagt die Mitorganisatorin Manja Gerlach vom Institut für Auslandsgermanistik/Deutsch als Fremd- und Zweitsprache der Uni Jena. „Dabei sind umfangreiche Kenntnisse in den Methoden der empirischen Forschung zur Planung und Durchführung eines zielgerichteten Forschungsvorhabens bei entsprechenden Themenstellungen dringend erforderlich“, ergänzt die wissenschaftliche Geschäftsführerin der Arbeitsstelle für Lehrwerkforschung und Materialentwicklung der Uni Jena.

Die Teilnehmerzahl bestätigt das große Interesse: 70 Promovierende und Habilitierende aus Deutschland und Österreich, die wissenschaftlich im Bereich Spracherwerbsforschung tätig sind, nehmen an der Nachwuchstagung teil. Das sind weit mehr als das Organisationsteam aus den Fachgebieten Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und Slawistik erwartet haben.

Workshops zu qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden sowie zur Lehrwerk- und Schulbuchforschung bilden einen Teil der Tagung. Dr. Julia Ricart Brede, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Jena, wird in diesem Zusammenhang zeigen, wie man Daten mittels einer Videografie erheben, aufbereiten und analysieren kann. Darüber hinaus gibt der Leiter des Methodenzentrums der Graduierten-Akademie der Uni Jena, Dr. Friedrich Funke, einen Überblick zu multivariaten Analyseverfahren. Milicia Sabo, Mitarbeiterin am Institut für Slawistik, betont dazu: „Es ist von großer Bedeutung, mit empirischen Studien sprachenübergreifend zu arbeiten, denn einzelne Forschungsergebnisse lassen sich oft problemlos von einer Sprache auf eine andere übertragen. Daher bezieht die Nachwuchstagung diesen Aspekt ganz bewusst mit ein und bewegt sich im Bereich der angewandten Sprachwissenschaft.“

Besonders freut sich das Organisationsteam über zwei besonders renommierte Referenten. Prof. Dr. Jürgen Kurtz von der Universität Gießen setzt sich in seinem Vortrag mit der Analyse, Gestaltung und Produktion von Lehrwerken auseinander. Außerdem ist Prof. Michael Long von der University of Maryland aus den USA zu hören, der sich im Rahmen der Zweitsprachenerwerbsforschung mit dem Lerner und seinen Erwerbsprozessen beschäftigt.

Neben den Referenten und Referentinnen sollen aber vor allem die Nachwuchskräfte zu Wort kommen, eigene Forschungsvorhaben vorstellen und darüber gemeinsam diskutieren. „Wir hoffen, dass die Teilnehmer und Teilnehmerinnen untereinander ins Gespräch kommen und vielleicht sogar über die Tagung hinaus zusammenarbeiten“, sagt Gerlach.

Die Tagung beginnt am 24. Februar um 8 Uhr im Hörsaal 6 des Universitätsgebäudes Carl-Zeiß-Straße 3. Nähere Informationen sind zu finden unter https://daf-daz.uni-jena.de/index.php/institut/tagungen/emmeth

Kontakt:
Manja Gerlach / Milica Sabo
Institut für Auslandsgermanistik/Deutsch als Fremd-und Zweitsprache / Institut für Slawistik
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 8
07743 Jena
Tel.: 03641 / 944351
E-Mail: manja.gerlach[at]uni-jena.de / milica.sabo[at]uni-jena.de

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Sebastian Hollstein idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-jena.de/

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