Schmerz bewegt: Schmerzkongress 2012 in Mannheim

Schmerz bewegt emotional, führt zum Rückzug. Schmerztherapie muss wieder in Bewegung bringen, körperlich, aber auch seelisch. Und es bewegt sich viel an den Rahmenbedingungen für eine gute Schmerztherapie: Ermutigende Entscheidungen der Politik sorgen für Bewegung in der Schmerzszene. Mehr als 2.000 Ärzte, Psychologen, Pflegende und Physiotherapeuten treffen sich beim Kongress in Mannheim, um aktuelle Ergebnisse aus der Schmerzforschung und die politische Entwicklung zu diskutieren.

Zum Kongress, den die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) veranstalten, lade ich Sie schon jetzt herzlich ein.

Aktuelle Informationen, Anmeldung und Programm unter http://www.schmerzkongress2012.de

Forschung: Überraschende Erkenntnisse und erstmals verlässliche Daten

Kann Ausdauersport vorbeugend gegen Migräneattacken wirken? Diese Frage bearbeiteten Kieler Forscher mit Unterstützung der DMKG und präsentieren ihre Erkenntnisse in Mannheim. Die Forschung des vergangenen Jahres wartet zudem mit einigen Überraschungen auf: So muss die Rolle der Angst vor Bewegung bei der Entstehung von chronischen Rückenschmerzen neu überdacht werden; bewährte Erklärungsmodelle kommen auf den Prüfstand. Einblicke ins Gehirn von Patienten nach Amputationen brachten neue Erkenntnisse über die Veränderungen und geben Hinweise darauf, dass das Sehsystem ein Schlüssel zur Vermeidung von Phantomschmerz sein kann. Neue Ansätze gegen schmerzhafte Nebenwirkungen der Chemotherapie hat die Grundlagenforschung erbracht. Erstmals verlässliche und umfassende Daten zum Thema Schmerz verspricht das von der Deutschen Schmerzgesellschaft initiierte Projekt Kedoq-Schmerz (KErnDOkumentation in der Schmerztherapie), das bundesweit Daten aus Schmerzzentrum über ambulante, teilstationäre und stationäre Schmerzbehandlungen sammelt.
Ermutigende Neuigkeiten aus der Politik

Viel Bewegung bringen die jüngsten politischen Entscheidungen in Sachen Schmerzmedizin: Nach vielen Jahren des hartnäckigen Engagements wird die Schmerzmedizin als neuer Querschnittsbereich 14 endlich Pflichtinhalt im Medizinstudium. Experten erwarten davon langfristig große Verbesserungen für Schmerzpatienten, die heute oft eine jahrelange Odyssee durchleiden, bis sie qualifizierte Hilfe finden, oder nur deshalb chronische Schmerzen haben, weil ein akuter Schmerz aufgrund fehlender Kenntnisse von Ärzten unzureichend behandelt worden ist. Eine weitere gute Neuigkeit: Durch die Berücksichtigung des chronischen Schmerzes im Risikostrukturausgleich (sogenannter Morbi-RSA) stehen die Zeichen günstig für eine adäquate Vergütung schmerztherapeutischer Leistungen, die oft mit hohem Aufwand einhergehen. Nicht zuletzt tritt die Deutsche Schmerzgesellschaft erstmals unter ihrem neuen Namen und mit neu fokussierten Zielen beim Schmerzkongress auf.

Programm und Teilnehmer

Mit rund 60 wissenschaftlichen Symposien, darunter Pflegesymposien, sowie 36 Refresherkursen, Praktiker-Seminaren und Workshops, deckt der Schmerzkongress das gesamte Themenspektrum der Schmerzdiagnostik und -therapie ab. Mehr als 2.000 Teilnehmer – Mediziner verschiedener Fachgebiete, Psychologen, Pflegende, Physiotherapeuten und andere – werden erwartet. Einer der Schwerpunkte wird auch in diesem Jahr die Nachwuchsförderung sein: Neben dem Studententag, an dem Studierende die Grundlagen der Schmerzdiagnostik und -therapie erlernen können (Samstag, 20.10.), finden Nachwuchssymposien statt. Zudem werden beim Kongress die Förderpreise für Schmerzforschung und die DGSS-Nachwuchsstipendien verliehen (Donnerstag, 18.10.).
Termine:
• Vorab-Pressetermin in Mannheim: Ende September, weitere Infos und Einladung folgen
• Eröffnungs-Pressekonferenz: 17.10.2012, 10 Uhr, Congress Center Rosengarten, Einladung folgt
• Eröffnungsvortrag von Richard David Precht zum Thema „Medizin in der Verantwortung“, 18.10.2012, ab 10.30 Uhr, Congress Center Rosengarten
• Patiententag. Patienten fragen – Experten antworten: 20.10.2012, 10 Uhr, Bürgersaal, Stadthaus, N1, weitere Infos folgen

Das komplette Kongressprogramm und weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.schmerzkongress2012.de

Media Contact

Meike Drießen idw

Weitere Informationen:

http://www.schmerzkongress2012.de

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