Naturverträgliche Entwicklung von Flussauen

Naturverträgliche Entwicklung von Flussauen: nachhaltige Nutzungskonzepte erforderlich

● BfN-Präsidentin: „naturverträgliche Landwirtschaft in Auen fördern“
● Fachtagung des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn
 

Das Thema „Naturverträgliche Landwirtschaft in Auen“ steht am 14. und 15. Juni im Mittelpunkt einer Fachtagung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Denn mehr als zwei Drittel der rezenten Flussauen werden landwirtschaftlich genutzt. Vor diesem Hintergrund greift die Tagung drei Themenkomplexe auf: Rahmenbedingungen einer naturverträglichen Nutzung, Bereitstellung von zusammenhängenden Tauschflächen und dauerhafte Nutzungsänderung.

„Intakte Flussauen haben für den Naturschutz und die biologische Vielfalt, aber auch für die Wasserwirtschaft in Deutschland eine herausragende Bedeutung. Deshalb müssen nicht nur die Anstrengungen zur Renaturierung, sondern auch zur naturverträglichen Nutzung von Auen in den nächsten Jahren weiter vorangetrieben werden“, erklärt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel anlässlich der Tagung.

Wünschenswert sei beispielsweise eine Umsteuerung zur extensiven Grünlandnutzung. Um Flächeneigentümern und -bewirtschaftern ökonomisch tragfähige Angebote für eine standortangepasste Nutzung in Auen bieten zu können, seien entsprechende Konzepte erforderlich.

Bei der Tagung berichten Akteure aus Naturschutz, Landwirtschaft, Bodenordnung, Wissenschaft und weiteren Fachrichtungen über ihre Erfahrungen zur naturverträglichen Landwirtschaft in Auen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Rolle von Flurbereinigung, Landgesellschaften und Flä-chenagenturen, die dazu beitragen können, den Flüssen in Zukunft wieder mehr Raum für ihre naturnahe Entwicklung zu geben. Zudem machen sich die Teilnehmenden vor Ort ein Bild von der Landnutzung an der Ahr.

Auenflächen werden intensiv durch den Menschen genutzt. Der Auenzustandsbericht von BfN und BMUB aus dem Jahr 2009 zeigt, dass rund zwei Drittel der ursprünglichen Überschwemmungsflä-chen der Flüsse verloren gegangen sind. Die verbleibenden Auenflächen weisen häufig keinen Auencharakter mehr auf. Etwa ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten rezenten Auenfläche ist Ackerland.

Naturverträglicher als die ackerbauliche Bewirtschaftung von Auen ist ihre Nutzung als extensives Grünland. So können Nährstoffausträge in Grund- und Oberflächengewässer und die Bodenerosion verringert werden. Eine naturverträgliche Nutzung von Auenflächen dient nicht zuletzt dem Erhalt der biologischen Vielfalt.

Weitere Informationen:

• zur Veranstaltung: http://www.bfn.de/0324_tagungen.html
• zum Hochwasser- und Auenschutz: http://www.bfn.de/0324_gewaesser_u_auen.html
• zu Landwirtschaft und naturverträglicher Bewirtschaftung: http://www.bfn.de/0313_naturvertraeglich.html
Kartendienst „Flussauen in Deutschland“
http://www.geodienste.bfn.de/flussauen/
BfN-Eckpunktepapier zum vorsorgenden Hochwasserschutz
http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/wasser/2013-08-05-hochwassersch…
Grünland-Report des BfN
http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/presse/2014/PK_Gruenlandpapier_30.06.2…

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Ruth Schedlbauer idw - Informationsdienst Wissenschaft

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