»Location-as-a Service« unterstützt Sicherheit und Inklusion im Stadtverkehr

Für ein entspanntes Miteinander auf der Straße unterstützt Fraunhofer FOKUS mit seiner hochgenauen Lokalisierung zuverlässige Kollisionswarnungen.
(c) Philipp Plum / Fraunhofer FOKUS

Um Autofahrer vor einer Kollision mit einem Radfahrer zu warnen, eine E-Scooter-Fahrerin vor Straßenschäden, eine blinde Person ins richtige Behördenzimmer oder bis vor die Bustür zu leiten, immer ist eine hochgenaue Lokalisierung elementar wichtig.

Fraunhofer FOKUS stellt auf dem ITS Weltkongress in Hamburg vom 11.10. bis zum 15.10. 2021 seinen Dienst »Location-as-a-Service« auf dem Stand des Projekts »Reallabor Hamburg« in Halle B2 vor.

Der Verkehr in der Stadt ist vielfältig: Die Menschen sind mit dem Auto, öffentlichen Nahverkehr, Fahrrad, E-Scooter und zu Fuß unterwegs. Digital vernetzt sind demnächst mittels Vehicle-to-X-Kommunikation aber lediglich Autos und die Verkehrsinfrastruktur, wie Ampeln und Schilder. Ausgerechnet Personen mit einem erhöhten Verletzungsrisiko, »Vulnerable Road Users« (VRU), die zu Fuß, per Rad oder E-Scooter unterwegs sind, bleiben außen vor. Zur Vernetzung dieser Verkehrsteilnehmer trägt die hochgenaue Lokalisierung »Location-as-a-Service« (LaaS) von Fraunhofer FOKUS bei. Denn nur, wenn die exakte Position eines VRU bekannt ist, kann der Autofahrer zuverlässig vor einer drohenden Kollision gewarnt werden und umgekehrt.

Dabei ist die Lokalisierung einer Person auf dem Rad besonders herausfordernd: Das Smartphone mit den benötigten Sensordaten ist mal am Lenkrad befestigt, das häufig die Richtung wechselt, mal befindet es sich in der Jackentasche oder Rucksack. Bei Autos ist es zudem meist sicher, dass sie sich auf der Straße befinden. Radfahrer sind neben dem Radweg oder der Straße auch mal auf dem Fußgängerweg unterwegs.

Um das GPS-Signal zu präzisieren, nutzt das Fraunhofer FOKUS-Team die Sensordaten des Autos, z. B. der Videokamera oder bei automatisierten Autos auch den Lidar, sowie die Sensordaten der Smartphones der VRU. Zudem werden die GPS-Daten der sich in der Nähe befindlichen Personen mit einer digitalen Karte verglichen. Dadurch können nicht plausible Ergebnisse, z. B. Radfahrer fährt durch eine Hauswand, korrigiert und entsprechend auch die Positionen der anderen präzisiert werden, da der aktuelle GPS-Fehler in einem Umkreis von mehreren Hundert Metern nahezu identisch ist. So gelingt eine Genauigkeit von unter einem Meter. Für den Datenschutz werden in LaaS die Nutzerdaten anonymisiert.

Dr. Ilja Radusch, Leiter des Geschäftsbereichs Smart Mobility am Fraunhofer FOKUS, erklärt: »Wir möchten mit LaaS die Sicherheit von VRU erhöhen, so mehr Lust auf Radfahren oder Spazierengehen in der Stadt machen und dadurch zu einem klimafreundlicheren Stadtverkehr beitragen. Wir verstehen uns bei der Digitalisierung der Straße als technologischer Enabler. Unsere hochgenaue Lokalisierung in Form eines Software Development Kits können Entwicklerinnen und Entwickler aus der Mobilitätsindustrie intuitiv in ihre App integrieren.«

Im Projekt »Reallabor Hamburg« arbeitet Fraunhofer FOKUS gemeinsam mit Industriepartnern an Lösungen für VRU, wie einer Kollisionswarnung, und entwickelt dafür LaaS weiter.

Das Forscherteam von Fraunhofer FOKUS besitzt bereits langjährige Erfahrung mit hochgenauer Lokalisierung, dabei liegt ein Schwerpunkt auch auf Inklusion: Die Smartphone-gestützte Indoor Navigation everGuide von Fraunhofer FOKUS leitet so präzise in Gebäuden, dass sich sogar blinde Personen darauf verlassen können. Das System ist bereits im Haus der Gesundheit und Familie in Berlin sowie im Ausländeramt Köln im Einsatz.

Im Projekt Ride4All unterstützt die hochgenaue Lokalisierung von Fraunhofer FOKUS sehbehinderte Menschen beim Einstieg in einen automatisierten Bus. Die Lokalisierung ist in eine ÖPNV-App eingebunden, mit der sich eine sehbehinderte Person unabhängig von der Hilfe anderer direkt zur Bustür navigieren lassen kann.

Weitere Informationen

auf dem ITS Weltkongress:
• Besuchen Sie den Stand des »Reallabor Hamburg«-Projekts in Halle B2
• Diskutieren Sie mit unserem Smart Mobility-Experten Dr. Ilja Radusch auf dem ITS Weltkongress in der Session »SIS 3 Integration of VRU services into C-ITS: experiences from cities«:
Montag, der 11. Oktober 2021 von 9:00 Uhr bis 10:30 Uhr in Halle B4, Raum 3
• Besuchen Sie am 14. oder 15. Oktober das Projekt Ride4All auf dem Stand des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Halle B4.

im Internet:
• Video Location-as-a-Service: https://www.youtube.com/watch?v=KzalTVkMyUc
• Video Indoor-Navigation: https://youtu.be/RqqQtSKDH40
• Reallabor-Hamburg-Webseite: https://reallab-hamburg.de/projekte/vernetzte-vulnerable-road-users/

Bildmaterial steht Ihnen hier in Druckqualität zur Verfügung: https://owncloud.fokus.fraunhofer.de/index.php/s/3HrJp0umfGYy0vG

Bitte geben Sie als Bildquelle: Philipp Plum/ Fraunhofer FOKUS an.
BU: Für ein entspanntes Miteinander auf der Straße unterstützt Fraunhofer FOKUS mit seiner hochgenauen Lokalisierung zuverlässige Kollisionswarnungen.

Pressekontakt:
Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS
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Mitra Motakef-Tratar
Telefon: +49 30 3463-7517
mitra.motakef-tratar@fokus.fraunhofer.de
https://www.fokus.fraunhofer.de/

Fraunhofer FOKUS erforscht die Digitale Vernetzung und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie. Seit 1988 unterstützt es Wirtschaftsunternehmen und öffentliche Verwaltung in der Gestaltung und Umsetzung des digitalen Wandels. Dazu bietet Fraunhofer FOKUS Forschungsleistungen von der Anforderungsanalyse über Beratung, Machbarkeitsstudien, Technologieentwicklung bis hin zu Prototypen und Piloten in den Geschäftsbereichen Digital Public Services, Future Applications and Media, Quality Engineering, Smart Mobility, Software-based Networks, Vernetzte Sicherheit, Visual Computing und Analytics an. Mit rund 460 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Berlin und einem jährlichen Budget von 32,9 Millionen Euro gehört Fraunhofer FOKUS zu den größten IKT-Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft. Es erwirtschaftet rund 80 Prozent seines Budgets aus Aufträgen der Industrie und der öffentlichen Hand.

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