Handel baut Eigenmarken weiter aus

„Der Eigenmarkenanteil bei Rewe liegt derzeit bei rund 25 Prozent“, erklärt Marcus Haus (REWE) gegenüber EUROFORUM. Rewe hat Ende vergangenen Jahres die Eigenmarkenstrategie mit der Premium-Linie Feine Welt ergänzt und derzeit über 100 Artikel in den Regalen.

Die Premium-Linie setzt gezielt auf eine eigene Geschmacks- und Erlebniswelt und orientiert sich nicht an bisherigen Marken. „Profilierung bedeutet auch, ausgetretene Pfade zu verlassen. Es ist nicht in Stein gemeißelt, wie ein Schokobrotaufstrich zu schmecken hat“, so Haus. Weitere Details zum Retail Branding von REWE stellt der Markenexperte auf dem 2. Deutschen Handelsmarkenkongress (28./29. September 2010, Köln) vor.

Nur Marken schaffen Innovationen
„Nur Innovationen ändern Verbraucherverhalten und schaffen Werte“, sagt Franz-Olaf Kallerhoff, Geschäftsführer bei Procter & Gamble. Warum Märkte ohne starke Marken nicht wachsen können und wie Industrie und Handel davon profitieren, skizziert Kallerhoff in seinem Vortrag auf dem Branchentreff. Marken, die nur Show und Dekoration sind, werden aussterben, ist sich Klaus-Dieter Koch (Brand:Trust) sicher. Der Branding-Experte berichtet, was mit Markenartikel geschieht, wenn Handelsmarken die Regale erobern und erörtert, warum Marken sich nicht auf den Preiskampf mit Eigenmarken einlassen sollten.

Industrie und Handel
Der Preis ist ein klassischer Konflikt zwischen Handel und Industrie. Dabei bietet Pricing großes Profitpotenzial für beide Seiten. Wie das genutzt werden kann, zeigt Dr. Andreas von der Gathen (Simon-Kucher & Partners). Inwieweit Hersteller sowohl Produzenten von Markenartikeln und Eigenmarken sein können, berichtet Paul van der Raad (Vital Petfood Group) aus seiner über 15-jährigen Erfahrung im Private-Label-Geschäft. Agenor verhandelt als eine der größten Einkaufskooperationen europäischer Einzelhandelsketten die Konditionen für zahlreiche Handelsmarken. Welche Do‘s and Don‘ts in sourcing and selling entscheidend sind, berichtet der Vorstandsvorsitzende Arjan Both (Ageonor) auf dem Branchentreff. „Die Zusammenarbeit zwischen Handel und Industrie an der EDEKA-Basis ist optimal. Dafür sorgen die stetigen Verbesserungen bei der Ausstattung und Qualität unserer Produkte im Gut & Günstig-Segment. Ebenso positiv sehe ich die Spannenentwicklung im Gesamtmarkt trotz steigender Anteile bei Gut & Günstig“, erklärt Berthold Schraml, Aufsichtsrat der EDEKA Nordbayern, im Vorfeld des Handelsmarkenkongresses. Hier spricht der Kaufmann ausführlich über den Erfolg der einstigen Nischenmarke.

Das ausführliche Programm ist abrufbar unter: www.euroforum.de/handelsmarkenkongress

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Julia Batzing
Pressereferentin
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