Unternehmensfinanzierungskonferenz von Bundesregierung und KfW Bankengruppe mit Schwerpunkt neue Bundesländer

Rund 200 Vertreter von Politik, Wirtschaft und Banken diskutierten bei der Konferenz über die Notwendigkeit günstiger Rahmenbedingung für Investitionen und Innovationen der Wirtschaft sowie über die Finanzierungssituation des Mittelstands und die Möglichkeiten der Förderpolitik.

Der Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsminister, Hartmut Schauerte, eröffnete die Konferenz. Schauerte: „Die Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten deutscher Mittelständler ist ein zentrales Ziel der Wirtschafts- und Finanzpolitik der Bundesregierung. Wir verbessern wichtige Rahmenbedingungen, wie etwa jetzt durch den Entwurf zum Wagniskapitalbeteiligungsgesetz.

Hiermit wollen wir insbesondere die Finanzierungsmöglichkeiten junger Wachstumsunternehmen stärken.“ Er betonte, dass die Unternehmensfinanzierung in erster Linie Sache der Kreditwirtschaft und der Unternehmen selber sei, dass der Staat aber über das Setzen von Rahmenbedingungen hinaus auch unmittelbar helfe, wenn am Markt nicht ausreichend Angebote zur Verfügung stünden.

Er setze dabei vor allem auf die bewährten Fördermittel des ERP-Sondervermögens und der KfW. Schauerte: „Die ERP-Wirtschaftsförderung ist auch nach der Neuordnung im bisherigen Umfang und bisheriger Qualität gesichert. Wie in der Vergangenheit entfällt auch in diesem Jahr ein deutlich überproportionaler Anteil auf die neuen Länder. Das ERP-Sondervermögen hat seit der Wiedervereinigung den Aufbau in den neuen Ländern mit einem Fördervolumen von rd. 42 Mrd. Euro unterstützt und wird weiterhin ein verlässlicher Partner der neuen Länder bleiben.“

„Die rund 600.000 in den neuen Ländern entstandenen Mittelständler haben einen wesentlichen Beitrag zum bisherigen Aufbau Ost geleistet und sie tragen maßgeblich zur aktuellen konjunkturellen Dynamik bei.

Für das laufende Jahr wird für die neuen Bundesländer (ohne Berlin) sogar mit einem höheren Wachstum als für die alten Länder gerechnet „, sagte Ingrid Matthäus-Maier, Sprecherin des Vorstands der KfW Bankengruppe. Diese wirtschaftlichen Erfolge würden jedoch noch immer von Problemen in Finanzierungsfragen überschattet, die sich nicht aus dem Standort, sondern hauptsächlich aus der Größenstruktur der Wirtschaft in den neuen Ländern ergäben. Zum Beispiel haben ostdeutsche Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes im Schnitt ein Drittel weniger Beschäftigte als ihre westdeutschen Pendants. „Unsere Untersuchungen zeigen: Je kleiner ein Mittelständler, desto schwerer hat er es in Finanzierungsfragen. Ostdeutsche Betriebe sind deshalb überdurchschnittlich oft von Finanzierungsschwierigkeiten betroffen und bedürfen – wie alle Kleinbetriebe – einer besonderen Förderung“, betonte Matthäus-Maier. „In unserer Initiative Kleiner Mittelstand haben wir uns deshalb vorgenommen, unser Förderinstrumentarium für diese Unternehmen auszubauen.

„In den neuen Ländern hat sich ein vorbildliches Beratungsunterstützungssystem für Existenzgründer und Unternehmen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten entwickelt. Dafür danke ich der KfW und den Vertretern der Banken und Kammern,“ sagte der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Bundesminister Wolfgang Tiefensee. So können Unternehmen in den neuen Ländern mit Finanzierungsproblemen über ihre jeweilige Kammer bis zu 10-tägige kostenlose Beratungsleistungen in Anspruch nehmen und hierbei auf rund 1.500 Berater zurückgreifen. Diese Beratungsberichte bilden die Grundlage für Runde-Tisch-Gespräche mit den Hausbanken unter Moderation der Kammern.

Seit dem Start der Aktion „Runder Tisch“ im März 1995 in Leipzig haben über 30.000 Unternehmen mit Schwerpunkt in den neuen Ländern dieses Unterstützungsangebot in Anspruch genommen.

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