Cologne Fall Meeting 2004 – Homöostase und Hypothalamus

Im Mittelpunkt des „Cologne Fall Meetings 2004“ stehen die elementaren Regelprozesse, die notwendig sind um das innere Gleichgewicht aller Stoffwechselvorgänge (Homöostase) des menschlichen Organismus trotz wechselnder Umwelteinflüsse aufrechtzuerhalten. In diesem Zusammenhang wird insbesondere auf eine der kleinsten Regionen des Gehirns, den so genannten Hypothalamus Bezug genommen, der als übergeordnete Schaltzentrale an der Basis des Gehirns liegend ein wichtiges Integrationsorgan zur Regelung des inneren Milieus des Körpers ist.

So befinden sich im Hypothalamus die übergeordneten Zentren des vegetativen Nervensystems, die essentielle Regulationsvorgänge des Organismus kontrollieren und koordinieren, wie zum Beispiel die Wärmeregulation, den Wach- und Schlafrhythmus, Blutdruck- und Atmungsregulation, den Fettstoffwechsel, den Wasserhaushalt (Osmoregulation), die Sexualfunktion, die Schweißsekretion, die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts und – über das Hunger- und Sättigungszentrum – das Appetit- und Essverhalten.

Zudem konnte in den letzten Jahren eine große Familie von hypothalamischen Faktoren charakterisiert werden, welche eine stimulierende und inhibierende Wirkung auf die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) ausüben und auf diese Weise die Aktivität der hormonproduzierenden Drüsen des Körpers (u.a. Schilddrüse, Nebenniere, Gonaden, Bauchspeicheldrüse), das so genannte „endokrine System“, regulieren und untereinander abstimmen. Interessanterweise wirken viele der hypothalamischen Faktoren auch als Neurotransmitter oder Hormone, da sie in anderen Gehirnarealen und auch außerhalb des Gehirns identifiziert werden konnten.

Wie jedoch die genauen Regulationsmechanismen ablaufen, ist zur Zeit Gegenstand intensivster Forschung. Im Rahmen des „Cologne Fall Meetings“ werden die neuesten Erkenntnisse von den eingeladenen Wissenschaftlern, hochkarätige Spezialisten auf dem betreffenden Forschungsgebiet, präsentiert (siehe Programm).

So wird auch in Anbetracht der Bedeutung des Problems der Fettleibigkeit von Erwachsenen und in jüngster Zeit auch schon von Kindern und Jugendlichen die Regulation des Körpergewichts und die Pathologie der Fettleibigkeit u.a. Gegenstand der wissenschaftlichen Vorträge sein. Hierzu wird neben weiteren Gastrednern Professor Friedman (The Rockefeller University, New York, USA), der das wissenschaftliche Programm des „Cologne Fall Meetings“ organisiert hat, in der „Ernst-Klenk-Lecture“, am Montag, dem 22. November 2004, um 18.00 Uhr den Zusammenhang zwischen einem erst kürzlich entdeckten Hormon, dem so genannten Leptin und den der Fettleibigkeit zugrunde liegenden Mechanismen aufzeigen.

Das „Cologne Fall Meeting 2004“, das das Ernst-Klenk-Symposium integriert, wird in diesem Jahr vom Zentrum für Molekulare Medizin (ZMMK) und der Medizinischen Gesellschaft der Universität zu Köln gemeinsam mit der Ernst-Klenk-Foundation veranstaltet.

Seit Jahren findet dieses Symposium bei Wissenschaftlern der molekularen biomedizinischen Forschung und vor allem bei Nachwuchswissenschaftlern regional- und überregional großen Zuspruch. Die Tradition Kölner internationaler wissenschaftlicher Symposien wird durch diese Veranstaltung fortgesetzt.

Die Veranstaltung, die im großen Hörsaal der Institute für Biochemie und Physiologie (Gebäude 44b, MTI-Hörsaalgebäude, Joseph-Stelzmann Str. 52) der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln stattfindet, beginnt am Sonntag, dem 21. November, um 14.00 Uhr und wird am Dienstag, dem 23. November 2004, voraussichtlich gegen 13.00 Uhr enden.

Das Programm des Cologne Fall Meetings „Homeostasis and the Hypothalamus“ sowie weitere Informationen sind unter zu finden.

Media Contact

Eva Faresin idw

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