Biometrische- und elektronische Signaturen – BIOSIG 2003

Ausländische Besucher, die im nächsten Jahr in die USA einreisen wollen, benötigen ein Visum mit Fingerabdruck. Die Vereinigten Staaten fordern zudem, dass Pässe von EU-Bürgern, die keinem Visumzwang unterliegen, ab Herbst 2004 biometrische Merkmale enthalten.

Ob Fingerabdruck, Iris- oder Gesichtserkennung, über das mögliche Verfahren müssen sich EU und USA in naher Zukunft einigen. Dieses Beispiel zeigt, dass der Abstimmungsbedarf zu solchen Sicherheitssystemen auf internationaler Ebene weiterhin hoch ist. „Zwar besteht inzwischen in Deutschland ein rechtlicher Rahmen, doch noch fehlen weltweit verbindliche Festlegungen zu technischen Standards“, erläutert Dr. Christoph Busch, Leiter der Abteilung Sicherheitstechnologien für Graphik- und Kommunikationssysteme am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD. Erst wenn Systeme und Komponenten vollständig kompatibel seien, würden zuverlässige, sichere und datenschutzfreundliche Anwendungen entstehen, die unabhängige Institute auch testen bzw. evaluieren könnten. Das gilt für biometrische Verfahren ebenso wie für die elektronische Signatur.

Das Signaturbündnis, zu dem sich Behörden, Unternehmen und Banken zusammengeschlossen haben, könnte den langersehnten Durchbruch bei der digitalen Unterschrift bringen und damit E-Government wie auch E-Commerce wichtige Impulse geben. Denn Bankkarten und Mitarbeiterausweise mit Chip sollen künftig nicht nur dem Online-Banking und der Arbeitszeiterfassung dienen, sondern auch beispielsweise den Einkauf im Web und die Abgabe der Steuerklärung via Internet ermöglichen. Allerdings sind Verwaltung, Wirtschaft und Fachverbände noch uneins, ob eine Stufe der elektronischen Signatur die Norm vorgeben soll und wenn ja, welche – die mittlere fortgeschrittene oder die höchste qualifizierte Form mit Akkreditierung.

Der kontrovers geführten Debatte um digitale Unterschrift und Biometrie, der Präsentation neuer innovativer Verfahren, insbesondere aber den drängenden Fragen zur internationalen Standardisierung und Evaluation der Sicherheitssysteme
widmet sich der

BIOSIG-Workshop 2003 „Biometrics and Electronic Signatures“
Zeit: Donnerstag, 24. Juli 2003, 10:00 – 17:00 Uhr
Ort: Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Fraunhoferstraße 5, Darmstadt

Die Veranstaltung wird ausgerichtet vom Competence Center for Appplied Security Technology (CAST), einem Forum des Zentrums für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) und der Fachgruppe BIOSIG der Gesellschaft für Informatik (GI). Die Vorträge werden in deutsch oder englisch gehalten.

Die Teilnehmer des Workshops können nach dem einführenden Beitrag zwischen zwei parallelen Vortragsreihen wählen: „Track Testing and Standardization“ und „Track Authentication“. Am späteren Nachmittag folgen zwei Beiträge, die sich wieder an alle Besucher richten. Für die Vorträge konnten die Veranstalter renommierte Fachleute aus Forschungsinstitutionen, staatlichen Institutionen sowie Unternehmen gewinnen. Sie berichten u.a. über Erfahrungen in aktuellen Forschungsprojekten wie BioFace und BioFinger oder beleuchten nationale und internationale Standardisierungsaktivitäten – beispielsweise auf Regierungsebene wie auch im Bankensektor. Andere Referenten stellen die technischen und algorithmischen Grundlagen sowie die Einsatzmöglichkeiten der unterschiedlichen biometrischen Verfahren und elektronische Signaturen dar. Ein Beitrag, der sich unter anderem mit dem Persönlichkeitsschutz beim Einsatz solcher Systeme auseinandersetzt, rundet die Veranstaltung ab.

Kurzprofil INI-GraphicsNet:

Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt. Weitere Institutionen des Netzwerkes sind das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Computergraphik in Chemie und Pharmazie (AGC) in Frankfurt, das Fraunhofer Center for Research in Computer Graphics (CRCG) in Providence, Rhode Island (USA), das Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur, das Centro de Computaç“o Gráfica (CCG) in Guimar“es (Portugal), das Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), das Institute for New Media Technology (NEMETech) in Seoul (Süd-Korea) und das Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GRAPHITech) in Trento (Italien).

Innerhalb des Netzverbundes sind an den neun Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie rund 560 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Bei einem Haushalt von über 41 Millionen Euro bildet das INI-GraphicsNet weltweit den größten Forschungsverbund auf dem Gebiet der Graphischen Datenverarbeitung.

Ansprechpartner für Medien

Bernad Lukacin idw

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