Erste Weltkonferenz zur Vorbereitung der Weltraum-Missionen "DARWIN" und "Terrestrial Planet Finder"

Zwei extrem anspruchsvolle Weltraum-Missionen, „DARWIN“ (ESA) und „Terrestrial Planet Finder“ (NASA), sollen zur Suche nach extrasolaren Planeten im Jahr 2014 starten. Dazu findet vom 22. bis 25. April 2003 in Heidelberg die erste internationale Vorbereitungskonferenz statt.

Prominente Wissenschaftler und Raumfahrtexperten werden daran teilnehmen, darunter Prof. Steven Beckwith (Baltimore), Direktor des Space Telescope Science Institute, Prof. Michel Mayor (Genf), Entdecker des ersten extrasolaren Planeten, und Prof. Jill Tarter (Mountain View, USA), Direktorin des SETI Research Institute.

Der erste Planet, der einen anderen Stern als die Sonne umkreist, wurde 1995 entdeckt. Dieser sensationelle Fund entzog die uralten Frage nach der kosmischen Einmaligkeit unserer belebten Erde erstmals der puren Spekulation und stellte sie auf eine empirische Basis. Schnell bildeten sich Arbeitsgruppen von Astronomen in aller Welt, um nach weiteren Planeten zu suchen und die neu gewonnenen Daten zu interpretieren. Heute sind mehr als einhundert extrasolare Planeten bekannt. Durchweg handelt es sich um „Riesenplaneten“, ähnlich unserem Jupiter, oder noch größer, die ihre Zentralsterne auf sehr engen Bahnen umkreisen. Beide Merkmale erleichtern ihre Entdeckung. Doch es ist kaum vorstellbar, dass sich auf so großen und ihren Zentralsternen so nahen Planeten Leben entwickeln kann. Hingegen ist die Entdeckung erdähnlicher Planeten erheblich schwieriger, und bis heute ist noch kein solcher Planet außerhalb unseres Sonnensystems bekannt.

Der Nachweis erdähnlicher extrasolarer Planeten und das eingehende Studium der auf ihnen herrschenden (lebensfreundlichen?) Bedingungen erfordert noch vielfältige technologische Durchbrüche. Sowohl die amerikanische Weltraumbehörde NASA als auch die europäische ESA haben diese Herausforderung angenommen und mit der Vorbereitung von zwei höchst anspruchsvollen internationalen Weltraum-Missionen begonnen: „DARWIN“ (ESA) und „Terrestrial Planet Finder“ (NASA). Der Start beider Missionen ist etwa für das Jahr 2014 vorgesehen.

Zahlreiche Wissenschaftler und Ingenieure der verschiedensten Fachgebieten sind an der Vorbereitung beider Missionen beteiligt. Sie arbeiten in internationalen Konsortien zusammen. Zur Koordination ihrer Projekte ist eine Serie multidisziplinärer Konferenzen geplant. Die erste Tagung dieser Art veranstaltet das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg.

Dauer der Konferenz: 22. – 25. April 2003
Thema: Toward other Earths. DARWIN, TPF and the Search for Extrasolar Terrestrial Planets
Ort: Heidelberger Stadthalle

Themengebiete:

  • Methoden der Suche nach Extrasolaren Planeten
  • Vorläufer-Projekte zu DARWIN und TPF
  • Entstehung und Entwicklung von Planeten
  • Astrobiologie
  • Technologische Entwicklung für DARWIN und TPF

Prominente Wissenschaftler, Experten für Raumfahrtechnik, Vertreter der Raumfahrtbehörden und der Industrie haben bereits aus aller Welt ihre Teilnahme zugesagt, darunter:

Prof. Steven Beckwith (Space Telescope Science Institute, Baltimore)
Prof. Charles Beichman (NASA Jet Propulsion Laboratory, Pasadena)
Prof. Pascale Ehrenfreund (Leiden)
Prof. Martin Harwit (Washington)
Prof. Alain Léger (Paris)
Prof. Michel Mayor (Genf)

In einer Pressekonferenz am Mittwoch, dem 23. April 2003, von 10:00 – 11:00 Uhr im Konferenzzentrum der Heidelberger Stadthalle werden über die Themen und Ergebnisse der Tagung informieren:

Prof. Thomas Henning (Heidelberg), Geschäftsführender Direktor des MPI für Astronomie
Prof. Michel Mayor (Genf), Entdecker des ersten extrasolaren Planeten
Prof. Malcolm Friedlund (ESA), Projektwissenschaftler für DARWIN
Prof. Charles Beichman (Pasadena, USA), Projektwissenschaftler für TPF
Prof. Jill Tarter (Mountain View, USA), Direktorin des SETI Research Institute
Frau Prof. Jill Tarter, Direktorin des SETI Research Institute (SETI = Search for Extraterrestrial Intelligence), hält am Mittwoch, dem 23. April, 20:00 Uhr einen öffentlichen Vortrag in englischer Sprache. Thema: „SETI: Science Fact, Not Fiction“.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Dr. Jakob Staude
(zugleich Chefredakteur der Zeitschrift „Sterne und Weltraum“)
Tel.: 06221 – 528-229
E-Mail: staude@mpia-hd.mpg.de

Media Contact

Dr. Jakob Staude Max-Planck-Gesellschaft

Weitere Informationen:

http://www.mpia.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Was die Körnchen im Kern zusammenhält

Gerüst von Proteinflecken im Zellkern nach 100 Jahren identifiziert. Nuclear Speckles sind winzige Zusammenballungen von Proteinen im Kern der Zelle, die an der Verarbeitung genetischer Information beteiligt sind. Berliner Forschende…

Immunologie – Damit Viren nicht unter die Haut gehen

Ein Team um den LMU-Forscher Veit Hornung hat einen Mechanismus entschlüsselt, mit dem Hautzellen Viren erkennen und Entzündungen in Gang setzen. Entscheidend für die Erkennung ist eine typische Struktur der…

Kleine Moleküle steuern bakterielle Resistenz gegen Antibiotika

Sie haben die Medizin revolutioniert: Antibiotika. Durch ihren Einsatz können Infektionskrankheiten, wie Cholera, besser behandelt werden. Doch entwickeln die krankmachenden Erreger zunehmend Resistenzen gegen die angewandten Mittel. Nun sind Wissenschaftlerinnen…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close