Internationale Experten referieren über aktuelle Erkenntnisse zu Muskelschmerzen

Wenn die Muskeln oder Sehnen Schmerzen verursachen, sind die üblichen Medikamente oft machtlos: Muskelschmerz hat andere Eigenschaften und Ausbreitungswege als der länger bekannte und besser erforschte Hautschmerz, bei dem die meisten Schmerzmittel wirksam sind. Neueste Erkenntnisse und Behandlungsmethoden zum Muskelschmerz sind Thema des Symposiums „Besonderer Schmerz erfordert besondere Maßnahmen“ am 21. und 22. Februar in Heidelberg.

Wenn die Muskeln oder Sehnen Schmerzen verursachen, sind die üblichen Medikamente oft machtlos: Muskelschmerz hat andere Eigenschaften und Ausbreitungswege als der länger bekannte und besser erforschte Hautschmerz, bei dem die meisten Schmerzmittel wirksam sind. Da es erst seit wenigen Jahren Forschungsergebnisse über das Phänomen Muskelschmerz gibt, herrscht in der Fachwelt noch ein Defizit an Kenntnissen darüber. Dem begegnet das Symposium Muskelschmerz 2003 (21.-22. Februar in Heidelberg). Es legt die neuesten Erkenntnisse zum Muskelschmerz dar und soll die Behandlung von betroffenen Patienten erleichtern. Veranstalter ist die Deutsche Schmerzstiftung, eine Stiftung der DGSS, gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Arbeitskreis Muskel und Schmerz.

Muskelschmerz überträgt sich im Zentralnervensystem

Schmerzen des Bewegungsapparats sind die häufigsten Beschwerden in der Allgemeinpraxis, und ihre Behandlung kostet jedes Jahr Milliarden. Die Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass Muskelschmerz ein ganz besonderer Schmerz ist, der eigene Entstehungsmechanismen und Ausbreitungswege im Zentralnervensystem besitzt. So kann er sich z. B. in Gebiete übertragen, die primär gar nicht von der Schmerzursache betroffen waren. Die meisten Kenntnisse über Schmerzvorgänge stammen jedoch aus Untersuchungen des Hautschmerzes. Oft werden die Mechanismen von Haut- und Muskelschmerz fälschlicherweise als gleich angesehen und auch mit denselben Medikamenten behandelt.

Eigene Medikamente und neue Therapien

Die neuen Erkenntnisse über die eigenständige Natur des Muskelschmerzes machen ein Umdenken erforderlich. Ein besonderes Problem stellt die Therapie von chronischen Muskelschmerzen dar. Dazu gehören etwa Schmerzen, die von sog. Triggerpunkten ausgehen – d.h. Muskelpartien, die sich durch Überlastung oder traumatische Überdehnung nicht mehr entspannen können, schlecht durchblutet werden und daher schmerzen – und die weitverbreitete Fibromyalgie. Solche Erkrankungen müssen mit Medikamenten behandelt werden, die eigens für diese Schmerzform entwickelt worden sind. Die ersten Ansätze in dieser Richtung sind bereits gemacht und u. a. Thema des Symposiums. Die Veranstaltung soll nicht nur das Verständnis über die Entstehungsmechanismen von chronischem Muskelschmerz verbessern, sondern auch den Therapeuten den neuesten Stand der Behandlung vermitteln. Deshalb nimmt die Therapie einen großen Teil des Symposiumsprogramms ein.

Internationale Experten

Das Symposium ist eine Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und verwandte Berufe, die sich mit der Behandlung von Schmerzpatienten befassen. National und international ausgewiesene Experten werden den neuesten Erkenntnisstand darstellen; die Experten kommen aus Deutschland, Dänemark, den USA und der Schweiz.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Siegfried Mense
Institut für Anatomie u. Zellbiologie III
Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 307, 69120 Heidelberg
Tel.: 06221 – 544193, Fax: 06221 – 546071
E-Mail: mense@urz.uni-heidelberg.de

Prof. Dr. Michael Zenz
Präsident der Deutschen Gesellschaft
zum Studium des Schmerzes e. V. (DGSS)
Universitätsklinik für Anästhesiologie
Intensivmedizin und Schmerztherapie
Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer
In der Schornau 23-25, 44892 Bochum
Tel 0234 – 2993000, Fax 0234 – 2993009
E-Mail: Zenz@anaesthesia.de

Media Contact

Meike Drießen idw

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