Start des BMBF-Forschungsprojektes "Virtual Human"

Via Internet mühelos Geldgeschäfte termingerecht tätigen, Behördengänge fernab von Öffnungszeiten effektiv erledigen oder aktuelles Wissen – in Beruf und Freizeit – spielerisch an eignen. Diese und ähnliche Szenarien können künftig zum Alltag jedes Einzelnen gehören. Doch die enorme Vielfalt an Informationen, Produkten und Serviceangeboten lässt sich künftig nur erfolgreich nutzen, wenn der Anwender im weltweiten Netz nicht auf komplizierte Programm-Menüs, sondern auf natürliche Interaktions- und Kommunikationsmechanismen trifft.

Bereits heute bringen uns digitale Figuren wie „Robert T-Online“ oder „Lara Croft“ das World Wide Web, interaktive Spiele oder Werbespots näher. Doch den quirligen virtuellen Charakteren sind zumeist noch enge Grenzen gesetzt: So ist häufig nur eine reduzierte, einfach Kommunikation – per Tastatureingabe – möglich. Oder die Interaktion mit dem animierten Gegenüber stößt auf zeitraubende Verzögerung. Zudem hängt laut Experten eine erfolgreiche Kommunikation mit einem sogenannten Avatar davon ab, wie realistisch dieser dargestellt ist.

Neue Lösungen für einen effizienten Dialog zwischen Mensch und virtuellen Charakter zu entwickeln, diese Aufgabe stellt sich das zukunftsweisende Projekt „Virtual Human“. In dem Verbundvorhaben arbeiten Experten aus Forschung und Entwicklung an neuartigen, multimodalen Agentensystemen, die eine intuitive und damit gezielte Benutzerführung des Anwenders ermöglichen. Von zentraler Bedeutung ist die detailgetreue, anthropomorphe Gestaltung eines Avatars mit glaubwürdigem emotionalen Dialogverhalten – etwa per Sprache, Mimik oder Gestik – sowie die exakte Bewegungssimulation in Echtzeit. Der virtuelle Gesprächspartner soll sinnvoll auf Situation und Thematik reagieren, individuelle Sprach- oder Verhaltensmerkmale seines realen Gegenüber spontan erkennen und sich sensibel auf dessen Wünsche oder Wissensstand einstellen.

Diese personifizierte, interaktive Dialogführung eröffnet ein enormes didaktisches Potenzial: So können etwa im Bereich Aus- und Weiterbildung oder eGovernment vielfältige Lern- und Wissensinhalte effektiver vermittelt werden. Oder der Kunde eines virtuellen Kaufhauses erhält – zuhause oder per mobilem Endgerät – bedarfsgerechte, individuelle Beratung und wird interaktiv durch vielseitige Marktplätze geführt.

Der Kick-off des mit 7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsvorhabens findet statt im Rahmen der

Pressekonferenz „Virtual Human“
Zeit: Mittwoch, 29. Januar 2003, 11 Uhr – ca. 13.00 Uhr
Ort: Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Fraunhoferstraße 5, 64283 Darmstadt

Herr Ministerialdirigent Dr. Wolf-Dieter Lukas vom BMBF informiert über die Bedeutung des Projektes innerhalb der aktuellen deutschen Forschungslandschaft. Den aktuellen Stand der Forschung sowie die zukunftsweisenden Ziele der interdisziplinären Zusammenarbeit, der am Projekt „Virtual Human“ beteiligten Partner, stellen der Gesamtprojektleiter Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Prof. Dr. José L. Encarnaçao, Leiter des Fraunhofer IGD und Prof. Dr. Martin Reiser, Leiter des Fraunhofer IMK, vor.

Ferner zeigen ausgewählte Demonstrationen, welche komplexen Technologien der Virtuellen und Erweiterten Realität (VR/AR), der Mensch-Technik-Interaktion sowie der multimodalen Benutzerschnittstellen in dem innovativen Projekt zusammenfließen.

Unter der Konsortialleitung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) in Saarbrücken besteht das interdisziplinäre Projektteam von „Virtual Human“ aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD und dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV), aus Darmstadt, dem Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation (IMK), Sankt Augustin, sowie den Industriepartnern OTLO VR Systeme, Rostock, Charamel GmbH, Köln und [rmh] – new media GmbH, Köln.

Die Laufzeit des Projektes ist auf vier Jahre angelegt. Erste innovative Forschungsansätze werden innerhalb des VR-Szenarios „Virtueller Unterricht“ realisiert. Hier soll ein digitaler Charakter in einer anregenden Simulationsumgebung – etwa einem virtuellen Planetarium – den Schülerinnen und Schülern komplexe, physikalische Zusammenhänge auf neue, spannende Art verdeutlichen, wie sie im realen Klassenraum nicht möglich wären.

Weitere Informationen zum Projekt sowie den Demonstrationen des Kick-off, finden Sie ab dem 24. Januar 2003 unter der

URL: http://www.virtual-human.org

Zur Pressekonferenz laden wir alle Medienvertreter herzlichst ein. Bitte melden Sie sich vorab per Telefon (06151/155-146) per Fax (06151/155-446) oder per E-Mail (Bernad.Lukacin@igd.fraunhofer.de) an.

Wir freuen uns, Sie in Darmstadt begrüßen zu können.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Bernad Lukacin

Ansprechpartner für Medien

Bernad Lukacin idw

Weitere Informationen:

http://www.virtual-human.org

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