8. Darmstädter XML-Kongress

Die Potenziale des flexiblen Datenstandards XML scheinen unerschöpflich: In die neue Technologie der Web-Services integriert, bietet XML (eXtensible Markup Language) den Unternehmen die Möglichkeit, ihre Geschäftsprozesse effektiver und kundenorientierter zu gestalten

Kundenmanagement-, Logistik- oder Workflow-Systeme sind nicht länger eine geschlossene, lokale Anwendung, sondern erhalten eine universelle Schnittstelle zu anderen Applikationen und zum World-Wide-Web. So können etwa Außendienstmitarbeiter oder Kunden multimediale Informationen weltweit via Internet abfragen. Das Marktvolumen für Integrationsdienste wie die Web-Services liegt nach Schätzungen von Experten zwischen 10 und 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Neben dem vielfältigen Einsatz im Business-to-Business von Unter- nehmen bietet XML auch für den E-Commerce neuartige Einsatzchancen: Hier kann beispielsweise der Betreiber eines Internet-Portals die Zahlungssysteme verschiedener Online-Shops anbinden, das ermöglicht seinen Kunden im World-Wide-Web unkompliziert einzukaufen. Neue Maßstäbe setzt XML auch im Informations- und Wissensmanagement. Dank der integrativen Fähigkeiten der eXtensible Markup Language können selbst heterogene Inhalte wie Texte, Bilder, Video oder Ton in nur einer Datenbank als XML-Objekte gespeichert und verwaltet werden und sind daher bei Bedarf schnell abrufbar. Somit lässt sich aus gewaltigen und komplexen Datenbeständen verwertbares Wissen gewinnen, das auf die spezifischen Anforderungen eines Nutzers zugeschnitten ist. Dieses effiziente „Data Mining“ ist nicht nur ein wichtiges Werkzeug für die Unternehmen sondern wird zunehmend in der Forschungsarbeit oder etwa für Bibliotheken und Museen unverzichtbar.

Damit sich Entwickler in Industrie und Forschung über die vielseitigen Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten weiter informieren und austauschen können, führt das Zentrum für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt e.V. (ZGDV) die erfolgreiche Reihe der Darmstädter XML-Kongresse fort. Welche weitreichenden Möglichkeiten bieten die neuen Web-Services für den Einsatz in den Unternehmen? Wie lassen sich umfassende Datenbestände erfolgreich verwalten oder etwa wichtige Informationen aus komplexen Datenbanken bedarfsgerecht filtern? Diese und andere Fragen erörtern Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft auf dem dreitägigen „8. Darmstädter XML-Kongress“.

von Mittwoch, 13. November bis Freitag, 15. November 2002
im Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Fraunhoferstr. 5, 64283 Darmstadt

Der 8. XML-Kongress widmet sich dem aktuellen Stand der Technologien im Umfeld von XML. Experten stellen Anwendungsszenarien u. a. aus den Bereichen Informations- und Wissensmanagement, E-Business oder E-Government vor. Insgesamt 20 renommierte Fachleute aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen erläutern, welche Voraussetzungen nötig sind, um XML-Applikationen erfolgreich umzusetzen.

In seinem Vortrag „Benchmarking von XML-Datenbanksystemen“ gibt Dr. Erhard Rahm von der Universität Leipzig einen Überblick über den aktuellen Leistungsstand von Benchmarking-Systemen zur Speicherung und Verarbeitung von XML-Daten. Das innovative Feld der Web Services beleuchtet Dr. Torsten Schmale vom Vorstand der inbuit AG. Er zeigt unter dem Titel „Web Services zwischen Anspruch und Wirklichkeit – ein Überblick“ unter anderem auf, wie Geschäftsprozesse durch die Verwendung der Internet-Standards wie SOAP oder WSDL optimiert werden. Dem Thema Web Services widmet sich auch Prof. Klaus Turowski von der Universität Augsburg, der u. a. anhand konkreter Fallbeispiele die tech- nische Umsetzung der neuen Integrationsdienste erläutert. Der Titel seines Vortrages lautet „Web Services als Technik zur Evolution überbetrieblicher Geschäftsprozesse“. Die Bedeutung von XML für die Umsetzung von digitalen, multimedialen Produktionen auf CD, im Internet oder Intranet erläutert Dipl. Inform. S. Pekrul von der EP-Service GmbH in seinem Vortrag „Vorstellung eines XML-basierten workflows zur „Knopfdruckproduktion“ von Publikationen“. Erik Meißner vom ZGDV Darmstadt hingegen erläutert unter dem Titel „Dokumentportale mit XML“ den Aufbau eines Web-Portals für redaktionell erstellte Inhalte und geht u. a. der Frage nach, wie solche Informationen mit Hilfe von XML-TopicMaps effektiv verknüpft werden können.

Ausführliche Informationen zu den Beiträgen und den Referenten finden Sie unter der URL:
http://www.zgdv.de/zgdv/Seminar/awf/Aktuell/XML8

Die Teilnahmegebühr beträgt 1.150,- EURO für drei Kongresstage (13. – 15.11.2002).

Teilnehmer der vergangenen XML-Kongresse des ZGDV profitieren von Ermäßigungen, ebenso Studierende, Mitarbeiter von Forschungseinrichtungen und Hochschulen.

Wir möchten Sie außerdem auf weitere Veranstaltungen hinweisen, die das ZGDV im Rahmen der Reihe Darmstädter Kongresse ausrichtet:

Workshop „Informationsvisualisierung“ (Stand, Kritik und Perspektiven) am 23. Oktober 2002.

Workshop „All Business is local … based services?“Chancen für Geo-Informationssysteme im breitbandigen Mobilfunk, am 28. November 2002.

Kontakt
Hugo Kopanitsak
Alexandra Ohly
Zentrum für Graphische Datenverarbeitung
Aus-, Weiter- und Fortbildung
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt
Tel: 06151/155-160/161/163
Fax: 06151/155-440
E-Mail: awf@zgdv.de

Kurzprofil INI-GraphicsNet:
Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt. Weitere Institutionen des Netzwerkes sind das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Computergraphik in Chemie und Pharmazie (AGC) in Frankfurt, das Fraunhofer Center for Research in Computer Graphics (CRCG) in Providence, Rhode Island (USA), das Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur, das Centro de Computaç“o Gráfica (CCG) in Guimar“es (Portugal), das Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), das Institute for New Media Technology (NEMETech) in Seoul (Süd-Korea) und das Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GRAPHITech) in Trento (Italien).

Innerhalb des Netzverbundes sind an den neun Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie rund 560 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Bei einem Haushalt von über 41 Millionen Euro bildet das INI-GraphicsNet weltweit den größten Forschungsverbund auf dem Gebiet der Graphischen Datenverarbeitung.

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