115 Millionen Euro für die Wissenschaft

Neu: Interdisziplinäre Gespanne und Innovationsforschung „Geistes- und Gesellschaftswissenschaften verlässlich fördern“

Exakt 114,7 Millionen Euro hat die VolkswagenStiftung im Jahr 2001 wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland zur Verfügung gestellt – gemäß ihrem Auftrag, Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre zu fördern. Dabei gingen die 62 Millionen Euro an Allgemeinen Fördermitteln zu gut 40 Prozent an die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, zu 30 Prozent an die Biowissenschaften einschließlich der Medizin und zu 23 Prozent an die Natur- und Ingenieurwissenschaften einschließlich der Mathematik (S. 142 ff)*. Der Rest entfiel auf Fachgebietskombinationen. Der satzungsgemäß an wissenschaftliche Einrichtungen in Niedersachsen zu vergebende Anteil, das Niedersächsische Vorab, belief sich 2001 auf 52,7 Millionen Euro (S. 119 ff.

Mit einem Kapital von mittlerweile zwei Milliarden Euro und einem – in der Rückschau des vergangenen Jahrzehnts – stabilen Fördervolumen von jährlich etwa 100 Millionen Euro ist die VolkswagenStiftung einer der größten privaten Wissenschaftsförderer in Europa. Auch bei der Bewirtschaftung ihres Vermögens ist sie wieder erfolgreich gewesen. „Wir sind froh, trotz der Turbulenzen an den Kapitalmärkten erneut auf ein gutes Jahr zurückblicken zu können“, erklärte Generalsekretär Dr. Wilhelm Krull anlässlich des Erscheinens des Jahresberichts 2001. Mit einem Ergebnis von 148,8 Millionen Euro sei ein nur geringer Rückgang der Erträge zu verbuchen gewesen. So sei es der Stiftung wiederum möglich gewesen, neue Aktivitäten in der Wissenschaftsförderung zu entfalten und Entwicklungen voranzutreiben.

Die 2001 neu eingerichteten Initiativen „Tandem-Programm zur Förderung der fachübergreifenden Zusammenarbeit von Postdoktoranden“ und „Innovationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft“ zeigen, dass es der Stiftung um eine weitere Profilierung ihres Förderangebots zu tun ist. Dabei setzt das Tandem-Programm, in dem interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Bedingung gemacht wird, die konsequente Nachwuchsförderung der Stiftung – wie sie auch in ihrem erfolgreichen Nachwuchsgruppen-Programm deutlich wird – mit einem besonderen Akzent fort. Mit ihrem neuen Förderschwerpunkt zur Komplexität von Innovationsprozessen reagiert sie auf die immer kürzeren Innovationszyklen, die das Denken und Handeln der modernen Informations- und Wissensgesellschaft bestimmen, ohne dass ihre Bedingungen und Auswirkungen ausreichend analysiert wären. Hier geht es der Stiftung darum, dass die Forschung fachübergreifend und in internationaler Kooperation durchgeführt wird.

Die unabhängige, in Hannover ansässige Institution – 1961 von der Bundesrepublik und dem Land Niedersachsen errichtet – hat sich auch im Jahr 2001 um die grenzüberschreitende Wissenschaftsförderung verdient gemacht. So wurden an ausländische Einrichtungen, an deutsche Einrichtungen im Ausland sowie zu Gunsten ausländischer Kooperationspartner im Rahmen von Inlandsbewilligungen für 178 Projekte 8,9 Millionen Euro vergeben. Auf das europäische Ausland entfielen 5,2 Millionen Euro, auf das außereuropäische 3,7 Millionen Euro (S.142 ff).

„Die Wissenschaftsförderung über staatliche wie kulturelle Grenzen hinweg hat vor dem Hintergrund der Ereignisse vom 11. September 2001 eine besondere Bedeutung gewonnen,“ betont Dr. Wilhelm Krull. Auch bei großer Affinität zur Grundlagenforschung könne nicht übersehen werden, dass sich Wissenschaft und damit auch Forschungsförderung zunehmend solcher Aufgaben annehmen müssten, die sich nicht aus der Wissenschaft selbst ergeben, sondern von außen an sie herangetragen werden. „Die Stiftung sieht es auch deshalb als Verpflichtung an, den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften ein verlässlicher Partner zu sein und ihnen die gebührende Unterstützung zu gewähren“, ergänzt der Generalsekretär.

Von Seiten der Forschung gab es auch im Jahr 2001 wieder eine große Nachfrage nach Fördermitteln. In Zahlen: 1 018 Anträge über eine Gesamtantragsumme von 257,5 Millionen Euro gingen bei der Stiftung ein. Bei den Allgemeinen Fördermitteln konnten im vergangenen Jahr 50,5 Prozent der eingereichten Anträge und 31,7 Prozent der insgesamt beantragten Summe bewilligt werden. Berücksichtigt man ferner, dass in einigen Förder-initiativen vor einer Antragstellung zunächst Skizzen eingereicht werden müssen, dann unterstreichen diese Zahlen, wie groß der Wettbewerbsdruck um die Mittel der VolkswagenStiftung mittlerweile geworden ist.

Zahlen und Fakten aus der Förderstatistik (Jahresbericht 2001)

  • Im Jahr 2001 wurden 114,7 Millionen Euro vom Kuratorium bewilligt:
    62 Millionen Euro für allgemeine Fördermittel und
    52,7 Millionen Euro für das Niedersächsische Vorab.
  • Allgemeine Fördermittel:
    25,1 Millionen Euro kamen den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften zugute (214 Vorhaben),
    18,6 Millionen Euro den Biowissenschaften einschließlich der Medizin (87 Vorhaben),
    9,9 Millionen Euro den Naturwissenschaften und der Mathematik (92 Vorhaben),
    4,4 Millionen Euro den Ingenieurwissenschaften (40 Vorhaben) und 4,0 Millionen Euro entfielen auf Fachgebietskombinationen (22 Vorhaben).
  • 1 018 Anträge über eine Gesamtantragsumme von 257,5 Millionen Euro gingen bei der Stiftung ein
  • Bewilligungen bei den Allgemeinen Fördermitteln im Jahr 2001: 50,5 Prozent der eingereichten Anträge und 31,7 Prozent der insgesamt beantragten Summe
  • Anzahl der bewilligten Vorhaben nach Empfängergruppen:
    322 erfolgreiche Anträge kamen von wissenschaftlichen Hochschulen, 96 von anderen wissenschaftlichen Einrichtungen – und 37 von wissenschaftlichen Einrichtungen im Ausland
  • Im Jahr 2001 insgesamt 8,9 Millionen Euro zu Gunsten wissenschaftlicher Einrichtungen im Ausland
  • Von 1962 bis 2001 wurden 26 669 wissenschaftliche Projekte mit rund 2,8 Milliarden Euro gefördert
  • Neu in die Förderung genommene Initiativen im Jahr 2001:
    das „Tandem-Programm zur Förderung der fachübergreifenden Zusammenarbeit von Postdoktoranden“ und der Schwerpunkt „Innovationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft“

Ansprechpartner für Medien

Dr. Christian Jung idw

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