"Schön, stark und für immer jung?" Hormone gegen das Altern – Möglichkeiten und Risiken

Welche Effekte können mit Hormonen im Alter wirklich erreicht werden? Welche Risiken gibt es? Welche langfristigen Folgen können so genannte Anti-Aging-Therapien mit Hormonen haben? Auf diese Fragen will die öffentliche Veranstaltung


„Schön, stark und für immer jung?“
Möglichkeiten und Risiken von Hormonen gegen das Altern

Mittwoch, 27. Februar 2002 – 18 Uhr
Zentrales Hörsaalgebäude Universität Göttingen (ZHG)
Hörsaal 09


eine Antwort geben. Referent ist Privatdozent Dr. Friedrich Jockenhövel von der Universität Köln. Die Veranstaltung findet im Rahmen des 46. Symposions der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie statt.

Altern ist verbunden mit einer fortschreitenden Leistungseinbuße zahlreicher Körperfunktionen. Hierzu gehören der Verlust von Muskel- und Knochenmasse, die Abnahme der Herzleistung sowie die reduzierte Zellerneuerung in fast allen Geweben. Altersbedingte Funktionseinbußen gibt es auch bei den Hormonproduzierenden Drüsen. So lässt zum Beispiel die Produktion von Wachstumshormonen im Alter erheblich nach. Etwa 20 Prozent der älteren Männer sind von einer reduzierten Testosteron-Sekretion betroffen. Unklar ist, ob die verminderten Hormonspiegel Ursache oder Folge von Alterungsvorgängen sind.

Zum Wachstumshormon liegen nur sehr wenige Studien vor. Dabei hat sich gezeigt, dass die Gabe von relativ hohen Dosen zu einer Abnahme des Fettgewebes und einer Zunahme der Muskelmasse führt. Jedoch gibt es keine Auswirkungen auf den Stoffwechsel oder die Muskelkraft. Effekte auf das Immunsystem, die Herz- und Lungenfunktion, psychische und geistige Leistungsfähigkeit oder die Potenz blieben aus. Die langfristigen Folgen einer Therapie mit Wachstumshormonen sind gänzlich unklar. Die wissenschaftliche Erforschung von Wachstumshormonen als „Altersbremse“ wird derzeit nicht weiter verfolgt, da außer den kosmetischen Effekten auf Fett- und Muskelmasse, die auch allein durch körperliches Training erreicht werden können, kein Nutzen nachweisbar war.

Weitere Informationen:

Universität Göttingen – Bereich Humanmedizin
Abt. Gastroenterologie und Endokrinologie
Schwerpunkt Endokrinologie
Dr. Heide Siggelkow
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel.: 0551/39 – 6323
E-Mail: hsiggel@med.uni-goettingen.de

Ansprechpartner für Medien

Rita Wilp idw

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