Der Bildungsdebatte eine Richtung geben: Strategien für die Praxis

„Bildung durch Wissenschaft“
Internationaler Kongress der Leibniz-Gemeinschaft
Termin: 21./22. Februar 2002
Ort: Deutsches Museum München
In Bildung investieren – Wissenschaftler schalten sich ein

Ist dem deutschen Bildungssystem noch zu helfen? Oder müssen wir auch zukünftig mit viel Geld für Marketingmaßnahmen qualifizierte Wissenschaftler und Facharbeiter aus dem Ausland anwerben? Mit einem hochrangig besetzten internationalen Kongress greift jetzt die Leibniz-Gemeinschaft in die aktuelle Diskussion ein und sucht nach Strategien für ein bessere Bildungszukunft.

Schon vor der Veröffentlichung der ernüchternden Ergebnisse der Pisa-Studie vor einigen Monaten ahnten es Viele: Deutsche Schüler und Studierende stehen im internationalen Wettbewerb längst nicht so gut da, wie bislang angenommen. Der Blick ins europäische Ausland, insbesondere nach Skandinavien, stellt die deutsche Bildungspolitik in Frage. Deutsche Schüler drücken zwar in der Regel ein Jahr länger die Schulbank als ihre europäischen Nachbarn. Aber das wirkt sich nicht positiv auf ihren Bildungsgrad aus. Das gilt in ganz besonderer Weise für die naturwissenschaftlichen Fächer wie Physik, Chemie und Biologie.

Was also läuft verkehrt in den deutschen Schulen? Die Bildungspolitiker debattieren heftig. Anhänger unterschiedlicher Schultypen treten gegeneinander an und die Betroffenen suchen die Schuld beim jeweils anderen: Eltern und Schüler hinterfragen die Fähigkeiten der Pädagogen, die wiederum den Lernwillen der Schüler anzweifeln oder die notwendige Unterstützung aus dem Elternhaus vermissen.

Die Wissenschaftler aus den Instituten der Leibniz-Gemeinschaft wollen die Grabenkämpfe beenden und ihnen konstruktive Strategien entgegensetzen. Das Problem ist festgestellt – jetzt richtet sich der Blick auf die Lösung. Unter dem Motto „Bildung durch Wissenschaft“ veranstaltet die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz am 21. und 22. Februar 2002 einen internationalen Kongress. Symbolträchtiger Veranstaltungsort ist das Deutsche Museum in München, wo seit fast einhundert Jahren die enge Verknüpfung zwischen Wissenschaft und Forschung auf der einen sowie Bildung auf der anderen Seite in ganz besonderer Weise gepflegt wird. Erstmalig wird nun im Rahmen einer Großveranstaltung danach gefragt werden, wie die beiden Systeme von Wissenschaft und Bildung zukünftig enger zusammenwirken können. Rund 120 Vertreter aus Forschungseinrichtungen, Schulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen werden in München erwartet.

In Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Workshops sollen die Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft und Bildung hinterfragt, analysiert und auf ihre Zukunftsfähigkeit hin abgeklopft werden. Die Liste der Referenten ist hochrangig besetzt. Der bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Hans Zehetmair, wird über Wissenschaft und Forschungspolitik „als Elemente eines fruchtbaren Dialogs“ sprechen. Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Hans-Olaf Henkel, wird zur Bedeutung von „Wissenschaft und Forschung als Motoren gesellschaftlicher Entwicklung“ Stellung beziehen. Die Rolle der Hochschulen in der Bildungsfrage wird Klaus Landfried, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, beleuchten. Die Workshops fragen nach dem Transfer wissenschaftlicher Erkenntnis: In welcher Weise bestimmt sie ethische Grundsätze unserer Gesellschaft, wie prägt sie menschliches Handeln? Wie geht die Gesellschaft mit wissenschaftlichen Prognosen um?

Die Leibniz-Gemeinschaft als Veranstalter bringt mit diesem Kongress ihre breit angelegte Kompetenz in die aktuelle Bildungsdiskussion ein und möchte ihr mit den wissenschaftlichen Beiträgen ihrer Experten einen Anschub in Richtung einer stärkeren Praxisorientierung geben. Eine besondere Rolle übernehmen dabei die 13 Leibniz-Institute der Sektion „Geisteswissenschaften und Bildungsforschung“. Inhaltlich vorbereitet wurde der Kongress vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE).

Das komplette Programm des Kongresses ist zu beziehen unter: 
 www.gidialog.de/wgl/wgl.index.html

Ansprechpartner für Medien

Dr. Frank Stäudner idw

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