Symposium "Kinder und Kindheit(en) im Fokus sozialpädagogischer Theoriebildung"

Am 22. und 23. Februar 2002 in den Räumen des Erziehungswissenschaftlichen Seminars der Universität Heidelberg – Sozialpädagogische Theoriebildung zu diesem Themenbereich ist bislang unsystematisch geblieben

Am 22. und 23. Februar 2002 findet in den Räumen des Erziehungswissenschaftlichen Seminars der Universität Heidelberg ein Internationales Symposium zum Thema „Kinder und Kindheit(en) im Fokus sozialpädagogischer Theoriebildung“ statt.

Sozialpädagogische Theoriebildung zu Kindern und Kindheit(en) ist bislang unsystematisch geblieben. Die Resonanz auf den 10. Kinder- und Jugendbericht von 1998 hat gezeigt, dass die deutsche Sozialpädagogik empirisch, aber vor allem theoretisch kaum zwischen Jugend und Kindheit(en), zwischen Jugendlichen und Kindern differenziert. Auch gegenstandstheoretische Perspektiven der neueren sozialwissenschaftlichen Kindheitsforschung, die sich im Laufe der achtziger Jahre gleichsam als „Paradigmenwechsel“ der Forschung über Kinder und Kindheit(en) herausbildeten, haben kaum Eingang in den teildisziplinären Diskurs der Sozialpädagogik gefunden.

Ebenso erscheinen Themenbereiche wie die Frühe Kindheit oder gar eine Kindheitsforschung in speziell sozialpädagogischer Akzentuierung als marginalisiert. Von einer konsistenten sozialpädagogischen Theorie zeitgenössischer Kindheit(en) kann insofern nicht gesprochen werden, als es die Sozialpädagogik bislang nicht vermochte, die heterogenen sozialwissenschaftlichen Befunde und Problemzugänge theoriebildend fruchtbar zu machen und den nationalen Kontext zu überschreiten.

Folgende Perspektiven lassen eine substantielle Diskussion erwarten:

  • neuere theoretische und international wie innerdeutsch vergleichende Ansätze zu Kindern und Kindheit(en)
  • die Rekonstruktion und Dekonstruktion von (historischen) Kinder- und Kindheitsbildern
  • sozial relevante Differenzen und ihre Berücksichtigung im spezifisch sozialpädagogischen Zuschnitt einer Theorie von Kindern und Kindheit(en), wie die Geschlechterdifferenz, ethnisch codierte Differenz, soziale Differenz (Armut)
  • Konsequenzen aus dem 10. Kinder- und Jugendbericht für eine sozialpädagogische Profilierung der Kinder- und Kindheitsforschung
  • Kindheit(en) und Ethik

Tagungsprogramm

Freitag, 22. Februar

14:00 Uhr Eröffnung und Begrüßung
15:00 Uhr Childhoods: Generational Ordering of Social Relations (Leena Alanen, Jyväskylä, Finnland)
15:30 Uhr Neuere theoretische Ansätze der Kindheitsforschung im Kontext sozial-pädagogischer Theorieentwicklung (Michael-Sebastian Honig, Trier)
16:00 Uhr Diskussion (Leitung: Volker Lenhart, Heidelberg)

16:30 Uhr Kaffeepause

17:00 Uhr Kindheitserinnerungen im intergenerativen Vergleich: Empirische Befunde einer qualitativen Studie zu Drei-Generationen-Familien aus Ostdeutschland (Karin Bock, Chemnitz)
17:30 Uhr Kindheit in der Dritten Welt (Volker Lenhart, Heidelberg)
18:00 Uhr Ethische Dimensionen einer sozialpädagogischen Theoriebildung zu Kindern und Kindheit (Micha Brumlik, Frankfurt/M)
18:30 Uhr Diskussion (Leitung: Isabell Diehm, Heidelberg)

19:00 Uhr Abendprogramm


Samstag, 23. Februar

9:00 Uhr Der 10. Kinder- und Jugendbericht: Perspektiven für die sozialpädagogische Theoriebildung (Michael Winkler, Jena)
9:30 Uhr Die frühe Kindheit in der sozialpädagogischen Theoriebildung (Heide Kallert, Frankfurt/M)
10:00 Uhr Diskussion (Leitung: Sabine Andresen, Zürich)

10:30 Uhr Kaffeepause

11:00 Uhr Kindheit ? Kindsein – Kinderleben: ein ungeklärtes Verhältnis (?) (Reinhard Fatke, Zürich)
11:30 Uhr Geschlechtstypisierende Aspekte im Kinderleben (Barbara Rendtorff, Frankfurt/M)
12:00 Uhr Diskussion (Leitung: Isabell Diehm, Heidelberg)

12:30 Uhr Mittagspause

14:00 Uhr Kindheitsforschung in der historischen Sozialpädagogik (Sabine Andresen, Zürich und Frankfurt/Main)
14:30 Uhr Die Sozialpädagogik und die Konstruktion des Kindes (Jürgen Oelkers, Zürich)
15:00 Uhr Schlussdiskussion

Die Tagung wird ermöglicht durch die Volkswagen Stiftung

Rückfragen bitte an:
PD Dr. Isabell Diehm, Tel. 06221 547324
oder Erika J. Langkopf, 547511

Ansprechpartner für Medien

Dr. Michael Schwarz idw

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