Ein sanftes Ende?

Zur unterschiedlichen Sicht auf Euthanasie und Sterbehilfe in Deutschland und den Niederlanden. Tagung vom 28. – 30. September 2001

Wer wünscht sich kein „sanftes Ende“ am Lebensabend? Die Angst vor einem mit langem Leiden verbundenen Sterben ist groß. Auch der Gedanke, den engsten Angehörigen womöglich als Pflegefall zur Last zu fallen, löst oft Unbehagen aus. Diese und andere Überlegungen haben dazu geführt, dass die Möglichkeit der „Sterbehilfe“ durch die behandelnden Ärzte wieder neu in die Diskussion gerückt ist. Diesem Thema widmet sich eine gemeinsame Fachtagung des Instituts für Niederländische Philologie der Freien Universität Berlin und der Evangelischen Akademie Berlin.

Deutschland und die Niederlande haben in dieser Frage unterschiedliche Wege beschritten. So ist in Deutschland nach derzeitiger Gesetzeslage nur die sogenannte „passive“ Sterbehilfe, also der Abbruch von lebensverlängernden Maßnahmen auf Wunsch der Patienten legal. Verboten und mit strafrechtlichen Konsequenzen verbunden sind jedoch jede aktive ärztliche Maßnahmen, die eine Lebensverkürzung zur unmittelbaren Konsequenz hätten.

Die Niederlande dagegen haben mit einer jüngst verabschiedeten Gesetzesänderung einen weiteren Schritt vollzogen: Demnach ist dort nun auch die „aktive“ Sterbehilfe, also die Tötung auf Verlangen des Patienten in bestimmten Fällen nicht mehr strafbar. Befürworter dieses Verfahrens wollen dadurch dem Selbstbestimmungsrecht der Patienten Rechnung tragen, das sich ihrer Ansicht nach auch auf das eigene Sterben erstreckt.

Niederländische und deutsche Fachleute beleuchten die unterschiedlichen Entwicklungen in beiden Ländern und deren Hintergründe sowie damit verbundene Fragen aus juristischer, seelsorgerlicher, ärztlicher und pflegerischer Perspektive. Mögliche „Alternativen“ zum „Tod auf Verlangen“ sollen benannt werden: Hospizbewegung und Palliativmedizin sind sichtbare Zeichen, auch auf anderem Weg ein „sanftes Ende“ zu erleben. Einzelne Themenschwerpunkte, wie „Euthanasie – Ein Tabu in Deutschland?“, Prof. Dr. Dr. K. Dörner/Hamburg, „Drei Jahrzehnte Ringen um eine Neufassung des Sterbehilfegesetzes in den Niederlanden“ von J.J.F. Visser/Den Haag oder „Wenn Töten geduldet wird. Abschied von einer humanen Gesellschaft“ mit Dr. M. Wunder/Berlin und W. Breeedveld/Oudewater vertiefen die Problematik.

Anmeldung: Evangelische Akademie Berlin, Brigitte Maske, Tel.: 030/203 55502, Fax: 203 5550, E-Mail:  maske@eaberlin.de

Ort: Adam-von-Trott-Haus Schwanenwerder, Berlin-Nikolassee

Informationen: Adelheid Scholten, Niederländische Philologie, Freie Universität Berlin, Thielallee 52, 14195 Berlin, Tel.. 030/838-54405, -54423 Fax: 838-51473, E-Mail: scholten@germanistik.fu-berlin.de

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Hedwig Görgen idw

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